"Auch im Deutschrap kann man nicht mehr alles sagen": Kool Savas, Layla, Aria & Patrick Mason über Liebe im Hiphop

Anlässlich des anstehenden Valentinstags hat sich Aria mit Kool Savas, Newcomerin Layla und Berliner Creative Patrick Mason für die zweite Folge der HYPED Sessions zusammengesetzt und über Liebe im Deutschrap gesprochen. Dabei besprechen sie den generellen Platz, den Liebe im Rap findet und gehen auch auf gesellschaftliche Themen wie Genderstereotypen und Homophobie ein. Außerdem besprechen sie passend zum aktuellen Anlass die Problematik des Lockdown-Datings.

"In Deutschland kann man Gott sei Dank gewisse Sachen nicht mehr sagen": Kool Savas, Layla & Patrick Mason über Liebe 

Zu Beginn der Sendung redet Aria mit den Gästen über das Liebesleben der Gäste und wie sich diese durch den Lockdown verändert hat. Layla berichtet über ihre Datingerfahrung und erklärt, dass sie durch den Lockdown auf FaceTime umsteigen musste. Patrick berichtet vom Single-Leben in der LGBTQIA-Szene und dass man sich hier oft auf Online-Dating verlässt. Durch die körperliche Distanz konnte er sein Gegenüber viel besser persönlich kennenlernen als sonst.

Aria stellt im weiteren Verlauf Savas konkret die Frage, wie er mit dem Thema Liebe in seinen Texten und Songs umgegangen ist und inwiefern dieses für ihn Platz in seiner Kunst findet. Dieser erklärt, dass es für ihn zwar kein Tabu ist, es aber thematisch nie großen Platz gefunden hat. 

"Liebe... Dachte ich nicht so, dass das unbedingt in meiner Musik vorkommen muss. Nicht weil ich mich selber krass zensiert hab. Ich hatte jetzt nie so das Bedürfnis, so einen harten Seelenstrip hinzulegen."

Layla fügt dem hinzu, dass sie das Gefühl hätte, im Deutschrap würde das Thema Liebe und Romantik als sehr auffällig wahrgenommen wird. Sie fände es außerdem schwierig, das Thema auf Deutsch gut rüberzubringen. Im amerikanischen Hiphop sei das anders.

Mit Patrick spricht Aria über toxische Maskulinität in der Deutschrap-Szene. Diese herrsche laut ihm immer noch sehr stark vor. Aria sieht in der Hiphop-Kultur die Chance, Probleme wie Homophobie schneller angehen zu können als in der breiten Gesellschaft. 

"Wir sagen ja gerne, dass die HipHop-Kultur ein Spiegel der Gesellschaft ist. Genauso ist eines der größten Probleme, die wir haben – Homophobie – auch eines der größten in der restlichen Welt. [...] Insbesondere als junger Mann hat man die Pflicht, gegen schädliche Werte zu kämpfen, die einem vorgelebt werden."

Savas fügt dem hinzu, dass im globalen Hiphop sehr viel dahingehend passiert sei. Für die amerikanische Szene zieht er dafür Frank Ocean, Odd Future oder Lil Nas X heran. Auch in Deutschland, könne man nicht mehr öffentlich homophob oder sexistisch sein, ohne mit einem Shitstorm konfrontiert zu werden:

"Und ich finde auch in Deutschland ist es Gott sei Dank zu dem Punkt gekommen, an dem du gewisse Sachen gar nicht mehr sagen kannst, ohne einen Shitstorm zu kriegen. Berechtigterweise. Du kannst zum Beispiel die Sexualität einer Person eigentlich nicht mehr gegen ihn verwenden oder behaupten, dass das richtig oder falsch wäre."

Die gesamte zweite Folge könnt ihr euch auf dem YouTube-Kanal von "Beats by Dre" anschauen: