Ende letzten Jahres hat der britischen Digital-Radiosender BBC 1Xtra, ein Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im UK, zwei Songs des Rappers TEN gespielt, der vom Host als "up-and-coming Star" bezeichnet wurde. Die Sun will jetzt herausgefunden haben, dass hinter dem maskierten TEN ein Mann namens Jake Fahri steckt, der im Jahr 2008 einen 16-Jährigen ermordet hat.
UK-Rapper TEN soll einen 16-Jährigen ermordet haben
Der damals 19-jährige Fahri war im Mai 2008 in einer Bäckerei im Südosten von London mit dem Schüler Jimmy Mizen aneinandergeraten. Im Streit warf Fahri mit einer Glasplatte nach Mizen. Die Platte ging zu Bruch und Splitter verletzten Arterien am Hals des Jungen, der noch vor Ort verblutete. Jake Fahrti wurde im Nachgang zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, mit mindestens 14 Jahren hinter Gittern. Im Juni 2023 wurde er aus dem Gefängnis entlassen und scheint sich seitdem als Rapper unter dem Namen TEN zu versuchen.
My first spin, Shout out my bro Theo Johnson at BBCR1Xtra #ROCKYMARCIANO
— Ten (@OfficialTen1) October 9, 2024
OUT ON ALL DIGITAL PLATFORMS OCT 19TH#UKRAP #REALRAP #music #1XTRA #TEN pic.twitter.com/KZCYz1eRyi
Die BBC hat derweil angekündigt, vorerst keine Musik mehr von TEN zu spielen. Man sei sich damals nicht über die Hintergrundgeschichte des Künstlers bewusst gewesen, heißt es in einem Statement. Auch das britische Ministerium für Justiz hat eine Untersuchung angekündigt, da TEN in seinen Songs anscheinend über den Mord an Jimmy Mizen rappt. So heißt es unter anderem in einem Song: "Stuck it on a man and watched him melt like Ben and Jerry's." In den beiden bei der BBC gespielten Songs habe es hingegen keine Verweise auf die Tat gegeben.
Abseits des Shoutouts bei BBC 1Xtra läuft TENs Rap-Karriere zugegebenermaßen eher schleppend. Bei Spotify verzeichnet er aktuell gerade einmal 293 monatliche Hörer*innen. Sein über GRM Daily veröffentlichter Track "Dirty Game" wurde bei YouTube immerhin schon rund 21.000 Mal angeschaut. Die meisten Kommentare sind jedoch eher kritischer Natur und verurteilen den inzwischen 35-Jährigen dafür, "auf den Straßen wie ein 16-Jähriger" unterwegs zu sein.
Jimmy Mizens Eltern gründeten nach dem Mord eine nach ihrem Sohn benannte Stiftung, die sich für junge Londoner einsetzt, die der Gewalt in den Ends entfliehen wollen. Dafür wurden sie 2013 in den sogenannten Most Excellent Order of the British Empire aufgenommen, ein Ritterorden des englischen Königshauses. Gegenüber der BBC erklärte Frau Mizen nun, bezogen auf die Songs von TEN, dass es sie schockiert habe, dass die Tat nun zu Musik verarbeitet wird. "Ich denke, er ist ein Feigling. Dass er seine Musik mit einer Maske spielen kann und sein Gesicht nicht zeigt, sagt mir, dass er ein bisschen feige ist."
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