Heimliche Audioaufnahme: Bushido beharrt auf Manipulation
Bushido mit Zahnstocher

 

Zum zweijährigen Jubiläum des Prozesses gegen Arafat Abou-Chaker und seine Brüder musste Bushido erneut zu der zuvor geleakten Tonaufnahme aussagen, berichtet Watson. Wieder will er Ungereimtheiten entdeckt haben – inhaltlich wie technisch. Außerdem machte er dem Gericht gegenüber seine Chatverläufe mit Arafat zwischen September 2017 und März 2018 zugänglich.

Bushido zweifelt weiter an Echtheit von Gesprächsaufzeichnung

Besagte Tonaufnahme ist angeblich ein Mitschnitt des Streitgesprächs vom 18. Januar 2018. Das Gespräch, bei dem Arafat Bushido eingeschlossen und mit einer Wasserflasche sowie mit einem Stuhl attackiert haben soll. Nur ist davon auf der MP3 gar nichts zu hören.

Beim vergangenen Prozesstag wurde die knapp zweistündige Aufnahme in ihrer Gesamtheit dem Gericht vorgespielt und Bushido musste sich bereits zu einigen Stellen äußern. Gestern ging die Befragung dann weiter. Allerdings nicht ohne Glückwünsche von Bushido an den Richter zum Prozess-Jahrestag.

Daraufhin erklärte er, welche Stellen der Aufnahme für ihn keinen Sinn ergeben würden. Häufig passe die zeitliche Komponente nicht. Während des aufgezeichneten Gesprächs geht es beispielsweise um eine abgesagte Tour. Das Thema sei laut Bushido allerdings bereits längst abgehakt gewesen, da am 18. Januar schon Nachholtermine gefunden worden seien. Dieser Gesprächsteil würde demnach nicht zu dem angeblichen Datum der Aufnahme passen. Ähnliches gelte auch für andere Teile des Gesprächs.

Vielmehr vermutet Bushido, dass es sich bei der Aufnahme um einen Zusammenschnitt von Aufzeichnungen unterschiedlicher Gespräche handele. Dafür spreche in seinen Augen auch ein immer wieder auftauchendes Rascheln, das für Schnitte missbraucht werden könne. Auch will Bushido herausgehört haben, dass unterschiedliche Abschnitte von unterschiedlichen Personen aufgenommen wurden, berichtet der Spiegel.

Die Verteidigung verzichtete zunächst auf eine Befragung Bushidos. Sie wolle erst die Chatverläufe zwischen Arafat und Bushido prüfen, die der Rapper dem Gericht übergeben hat.

Bushido als Audioexperte

Dass gerade Bushidos technische Einschätzungen zu der Aufnahme nicht mehr als Wertungen seien, wie die Verteidigung anprangert, kann der Richter nicht bestätigen. Er attestiert Bushido aufgrund dessen Rapperdaseins "ein klein wenig Sachverstand für Tonaufnahmen".

Dennoch, ein Gutachter soll nun Licht ins Dunkel bringen. Der soll das Tonband auf Manipulation überprüfen, mit einem besonderen Blick auf die von Bushido angemerkten Stellen. Ein laut Bushidos Anwalt längst überfälliger Schritt. Die Verteidigung hingegen warf Bushido vor, mit "Taschenspielertricks" zu arbeiten.

Nur bei einem Punkt sind sich Arafats und Bushidos Rechtsbeistand einig. Sollte die Aufnahme echt sein, dann hat Bushido gelogen.

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