1 Jahr nach Hanau: Chefket startet Charity-Aktion

Der rechtsextreme Terroranschlag von Hanau jährt sich am kommenden Freitag zum ersten Mal. Am 19. Februar 2020 wurden neun Menschenleben von einem rassistischen Täter ausgelöscht. Im Rahmen des Gedenkens an die Opfer releast Chefket nun einen Charity-Song. Er möchte mit der Aktion Spenden für die Angehörigen sammeln. Ebenso fordert er politische Solidarität sowie Sichtbarkeit.

Chefket gedenkt Hanau-Opfern: Per Spende zum Charity-Track

Azzi Memo, der selbst aus Hanau stammt, hat mit "Bist du wach?" kurz nach den Morden einen vielbeachteten Benefizsong auf die Beine gestellt. Nun zieht Chefket nach, um ganz konkret die Initiative 19. Februar Hanau zu unterstützen. Die Hilfe der Initiative erfolgt in Form von Rechtsberatung, der Übernahme von Anwaltskosten, durch psychologischen Beistand, Umzugshilfe oder finanzielle Unterstützung sowie unabhängiger Aufklärung.

Wie man an Chefkets noch unveröffentlichten Charity-Track kommt, erklärt der Rapper auf Instagram. Die simple Kurzfassung: spenden, screenshotten und taggen. Wer sich an den Plan hält, bekommt den Song zugeschickt. Auf Instagram führt Chefket den Ablauf ausführlicher aus. Eine kurze Hörprobe steht ebenfalls dort bereit.

Später soll der Song zudem auf allen gängigen Streaming-Plattformen landen. Chefket hat bei seiner Aktion einige Supporter an seiner Seite. Neben Rapper Roger Rekless und Creative Director Aaron Night setzt sich außerdem der Mitgründer von Viva con Aqua Michael Fritz für das Projekt ein:

"Ich feiere alle MusikerInnen, die Ihre Gabe nutzen Menschen zu emotionalisieren mit Hilfe der universellen Sprache der Musik – um zu aktivieren, umzudenken und aufzurütteln! Danke an alle die so laut sind und klar Kante zeigen im alltäglichen Kampf gegen rechte Gewalt in Deutschland und darüber hinaus."

Chefket zeigt mit seiner Aktion eine solche unmissverständliche Haltung. Es geht "gegen rechten Terror, Behördenversagen und Rassismus. Für Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenzen". Gegen das Vergessen – say their names:

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Hass-Kommentare gegen Lizzo: Facebook schreitet ein

Hass-Kommentare gegen Lizzo: Facebook schreitet ein

Von Michael Rubach am 18.08.2021 - 13:56

Nach längerer Pause meldete sich kürzlich Lizzo mit ihrer Cardi B-Kollabo "Rumors" zurück. Nach dem Drop des Videos sah sich die Künstlerin zahlreichen negativen Kommentaren ausgesetzt. Dabei ging es nicht etwa um den Song, sondern um Lizzos äußeres Erscheinungsbild. Social-Media-Riese Facebook hat sich den hasserfüllten Posts inzwischen angenommen und diverse Accounts aus dem Verkehr gezogen.

Lizzo bricht in Tränen aus

Allein der Track "Rumors" verdeutlicht, wie Lizzo (jetzt auf Apple Music streamen) die meiste Zeit auf Hate reagiert – mit Humor. Doch die Reaktionen auf ihr neues Video waren dieses Mal offenbar zu viel für die Grammy-Gewinnerin. In einem Instagram-Live-Stream zeigte sie sich in Tränen aufgelöst. All die Negativität ist an ihr nicht spurlos vorbeigegangen:

"Manchmal habe ich das Gefühl, die Welt liebt mich einfach nicht. Es ist so, als ob es egal ist, wie viel positive Energie du in die Welt steckst, du wirst immer noch Leute haben, die etwas Gemeines über dich zu sagen haben. Und zum größten Teil verletzt es meine Gefühle nicht; es ist mir egal. Ich denke nur, wenn ich so hart arbeite, sinkt meine Toleranz. Meine Geduld ist geringer. Ich bin sensibler und es setzt mir zu."

("Sometimes I feel like the world just don’t love me back. It’s like it doesn’t matFanter how much positive energy you put into the world, you’re still going to have people who have something mean to say about you. And for the most part it doesn’t hurt my feelings; I don’t care. I just think when I’m working this hard, my tolerance gets lower. My patience is lower. I’m more sensitive and it gets to me.")

Sie fügte an, dass Dinge über sie in den Raum gestellt würden, die keinen Sinn ergeben. Die Kommentare seien feindlich gegenüber dicken Menschen, rassistisch und verletzend. Wenn man ihre Musik nicht mag, sei das in Ordnung. Auch mit Kritik an "Rumors" sei sie einverstanden, aber viele Personen würden sie einfach nur wegen ihres Äußeren anfeinden. In einem TikTok-Video spekulierte sie zudem über die Gründe für solche Beleidigungen:

"Ich glaube wirklich, dass die Leute einfach nur angepisst sind, eine dicke Schwarze Frau zu sehen, die Popmusik macht und glücklich ist."

("I really think people are just mad to see a fat Black woman that makes pop music and is happy.")

Cardi B steht Lizzo bei – und auch Facebook geift ein

Lizzos Kollabopartnerin Cardi B hat sich via Twitter positioniert. Das Bodyshaming gegenüber Lizzo sowie die Verwendung des Begriffs Mammy seien gemein und extrem rassistisch. Mammy ist eine abwertende Bezeichnung für eine Schwarze Frau, die als Kindermädchen arbeitet. Der Ursprung des Wortes geht auf die Kolonialzeit zurück, in der Sklavinnen in weißen Haushalten die Betreuung der Kinder übernahmen.


Foto:

Screenshots via https://twitter.com/iamcardib

Auch Facebook hat mitbekommen, was rund um Lizzos Song-Release so abläuft. Offenbar wurde entschieden einzugreifen. Wie TMZ berichtet, behält das Unternehmen die Posts von Lizzo auf Facebook und Instagram aktuell besonders im Blick, um auf Hate-Kommentare angemessen reagieren zu können. Einigen User*innen, welche die Community-Richtlinien der Social-Media-Plattform verletzt haben sollen, wurden demnach bereits die Accounts gesperrt.

Lizzo ft. Cardi B - Rumors [Video]


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