Haftbefehls "Blockplatin" indiziert: Jugendwort des Jahres vom Markt genommen

Wer erinnert sich nicht an Chabos wissen wer der Babo ist? Gefühlt jeder Hipster dieses Landes hatte plötzlich seine Hymne gefunden.

Dass der DJ Farhot-Beat bei jedem Play für Abriss sorgt und Haftbefehl vielleicht einen der legendärsten Parts der deutschen Rapgeschichte ablieferte, steht außer Frage.

Das dazugehörige Album wird ab jetzt allerdings schwer zu kaufen sein. Laut schnittberichte.com wird Blockplatin ab Oktober in die Liste A des Index aufgenommen. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien sieht in dem Werk offenbar eine sozialethische Desorientierung für junge Menschen – oder so ähnlich.

Vor zwei Jahren drückte Haftbefehl – wie schon erwähnt – nicht nur der Rapszene, sondern quasi der gesamten deutschen Jugend einen Stempel auf: Die Ausdrücke Chabo und Saudi Arabi Money Rich erfreuten sich großer Beliebtheit. Das Wort Babo wurde zum offiziell gewählten Jugendwort des Jahres – der Meinung waren Hiphop.de und der Langenscheidt-Verlag.

Blockplatin ist das dritte Studioalbum von Haftbefehl und erschien Anfang 2013 als Doppelalbum mit 24 Tracks. Außer Chabos gab es auf dem Album noch die Straßenbretter Generation Azzlack und Azzlack Motherf*ck sowie das beeindruckende Mann im Spiegel zu hören.

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Kommentare

Hey yo

Da hat sich die BPJM ja wieder was tolles einfallen lassen......

deren existenz ist so sinnlos man. fast 3 jahre her, dass das releast wurde. Was soll den überhaupt "sozialethische Desorientierung für junge Menschen" wieder bedeuten? klingt hart nach irgend ner nazi-******e für mich

Heil Hafti

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Doku begleitet Haftbefehl durch Offenbach und Frankfurt

Doku begleitet Haftbefehl durch Offenbach und Frankfurt

Von Renée Diehl am 08.04.2021 - 16:28

Haftbefehl ist vor der geplanten Veröffentlichung von "Das schwarze Album" extrem fleißig gewesen: Auf etliche Interviews folgt nun eine Doku über ihn im TV-Format “Titel Thesen Temperamente“ beim Hessischen Rundfunk. Zu sehen sind vor allem eindrucksvolle Bilder von Offenbach und Frankfurt – Haftbefehl lädt zu einem Trip durch seine Kindheit und Jugend bis heute ein.

Erste Station: Frankfurt am Main

Die Dokumentation beginnt im Frankfurter Bahnhofsviertel, das sich die Produktion des TV-Formates wohl als Schauplatz für den Start des Interviews ausgesucht hatte. Haftbefehl selbst hat allerdings keinen Bock aufs Bahnhofsviertel und läuft stattdessen zielstrebig Richtung Main. Sein Kommentar: "Ach Digga, da war ich schon so oft. Da hab ich schon so viele Interviews gegeben, das geht mir langsam auf die Eier." Trotzdem erzählt er bereitwillig von seiner Jugendzeit als Ticker. Er wolle mit seiner Musik auch die Jugend davor warnen, sagt er. Der Kommentator berichtet zwischenzeitlich von Haftbefehls Rezeption innerhalb der Feuilleton-Presse sowie auf der Straße und unterstreicht damit die Gegensätzlichkeit, die der Offenbacher Rapper in sich vereint. Ganz ungestört von Fans bleibt die Dokumentation natürlich nicht – was allerdings auch den Kern der Doku ausmacht, Haftbefehl als lokalen Rap-Superstar zu porträtieren.

Zweite Station: Offenbach Marktplatz

So ziemlich jeder Deutschrap-Fan sollte inzwischen zwar die Geschichte um Haftbefehls schwere Jugend in der Hochhaussiedlung Mainpark in Offenbach und den Selbstmord seines Vaters kennen, allerdings wird diese in der Doku noch einmal vertieft. Das mag auch daran liegen, dass der gewöhnliche HR-Zuschauer mit Deutschrap wahrscheinlich kaum bis gar nichts anfangen kann. Unterstrichen wird die Story von eindrucksvollen Blockpanorama-Shots. Haft sagt:

"Frankfurt ist eine roughe Stadt und spätestens, wenn man hier ist, sieht man auch, dass wir keinen Scheiß labern. Aber Offenbach ist natürlich meine richtige Heimat. Da gefällt’s mir viel mehr, als in Frankfurt."

Und später: "Ich weiß überhaupt nicht, ob man Offenbach zu Deutschland zählen kann. Ich fühle mich hier auf jeden Fall sehr wohl. Ich glaube, nirgendwo ist es so Multikulti wie in Offenbach, oder?"

Damit ist auch das Fazit der Doku klar: "Für viele hier bedeutet er Heimat, Lokalpatriotismus. Und für ein bestimmtes Milieu auch Repräsentation."

“Das schwarze Album“ erscheint am 30. April. Die Features auf dem Album hat Haftbefehl bereits bekanntgegeben:

Welche Features sich Haftbefehl noch auf "DSA" gewünscht hätte

UPDATE vom 7. April:Nach der Verschiebung von "Das schwarze Album" auf den 30. April ist bei iTunes die Tracklist von Haftbefehls neuem Werk aufgetaucht. Demnach kommen zu den bisher bekannten Features (siehe unten) noch weitere Hochkaräter hinzu. Auf dem Song "24/7" wird sich Farid Bang die Ehre geben.


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