Jan Böhmermann und Haftbefehl reichen sich die Hand in "Bürgermeister"

Jan Böhmermann hat gestern Abend den fünften und wohl auch letzten Track aus seiner "Polizistensohn"-Reihe releast. In "Bürgermeister" beschäftigt sich der Comedian mit der Legislative, so heißt es im Song. Dabei dient der Titel als Wortspiel, denn es geht nicht um das Amt des Bürgermeisters, sondern um die Bürgerschaft als ihren eigenen Souverän. 

"Alle Hände nach oben! Wer ist erste Gewalt? / Wer repräsentiert, kontrolliert, wer regiert? / Ich bin Bürgermeister, Mama! Ich mach das Gesetz!"

Haftbefehl und Jan Böhmermann schließen Frieden in "Bürgermeister"

Absolutes Highlight des Clips ist der Cameo-Auftritt von Haftbefehl, der doch recht überraschend kommt. Immerhin verbindet die beiden eine vermeintliche Animosität, welche mit dem ersten "Polizistensohn"-Video begann. Böhmermanns Kunstfigur orientierte sich schon damals deutlich am Sound von Hafti und parodiert seitdem seinen Stil. Hinzu kommt, dass viele Fans Haftbefehls "CopKKKilla" als direkte Antwort zum ersten Polizistensohn-Skit "Ich hab Polizei" sahen – auch wenn dies sich nicht bewahrheitete

Zum finalen Video der Reihe schließt sich auch hier der Kreis: Hafti und Böhmermann geben sich zum Ende des Videos die Hand. Ein Co-Sign von Haftfbefehl also.

Böhmermann bei ZDF-Royale über Polizeigewalt und Rassismus

Der "Soundtrack zum Wahljahr 2021" wurde im Anschluss an eine ZDF-Royale Sendung gezeigt. Zuvor beschäftigte sich der Polizistensohn mit den strukturellen Problemen in der deutschen Polizei. Er sprach in dem Zusammenhang über Rassismus in den Polizeibehörden sowie Racial Profiling und kritisierte den Umgang der Politik und Behörden mit Polizeigewalt scharf. 

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Doku-Serie blickt auf Frankfurts Bedeutung für Hiphop in Deutschland

Doku-Serie blickt auf Frankfurts Bedeutung für Hiphop in Deutschland

Von Michael Rubach am 27.09.2021 - 19:51

Der Hessische Rundfunk hat mit "Dichtung und Wahrheit" eine vierteilige Doku veröffentlicht, die den vergangenen Jahrzehnten von Hiphop in Deutschland auf den Grund geht. Dabei erzählen unter anderem Artists wie D-Flame, Moses Pelham, Azad, Sabrina Setlur, Celo & Abdi, Haftbefehl und LIZ von ihrer persönlichen Beziehung zur Kultur. Was sich schon bei der Auswahl der Künstler*innen erahnen lässt: Es gibt reichlich Knowledge und Anekdoten aus einer Frankfurter Perspektive.

"Dichtung und Wahrheit" mit D-Flame, Moses Pelham, Azad, Haftbefehl & mehr

Frankfurt, Brudi! Die Zeitreise beginnt in den Achtzigern und mit den in der Bankenmetropole stationierten US-Soldaten. Sie stoßen für viele Jugendliche damals die Tür zur Welt des Hiphops auf. In den Neunzigern rückt für Konkret Finn oder das Rödelheim Hartreim Projekt der "Kampf um die Identität" in den Vordergrund. Harter Rap aus Frankfurt bildet ein Gegengewicht zur eher seichten Gangart der Fantastischen Vier. Zur Jahrtausendwende lässt Azad "Napalm" regnen und hebt Straßenrap auf ein bis dato unbekanntes Niveau. Schließlich taucht knapp zehn Jahre später ein gewisser Haftbefehl (jetzt auf Apple Music streamen) auf und verändert das Deutschrap-Game noch einmal komplett.

In jeder der vier Episoden kommen ausschließlich Artists aus der Szene zu Wort. Die erste Folge steht bereits auf YouTube online. Hier kannst du sie sehen:

Die anderen drei Teile sind in der ARD-Mediathek abrufbar.


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