Gucci reagiert auf Rassismus-Skandal

Nachdem Gucci im Februar diesen Jahres einen handfesten Rassismus-Skandal auslöste, hat das Unternehmen reagiert und mit Renée E. Tirado eine Beauftragte für Diversität, Gleichheit und Inklusion eingestellt.

Pullover von Gucci erinnert an Blackfacing

Auslöser für den Skandal war der Balaclava-Rollkragenpullover, den Gucci im Black History Month vorgestellt hat:

Rashida Renée on Twitter

Balaclava knit top by Gucci. Happy Black History Month y'all.

Wegen des Kleidungsstücks musste sich Gucci den Vorwurf gefallen lassen, Blackfacing auf die leichte Schulter zu nehmen. Die absolut verachtenswerte Praxis des Blackfacings geht zurück bis ins 18. Jahrhundert und ist auch heutzutage leider noch immer nicht verschwunden.

Blackfacing ist Rassismus pur

Die Praxis beschreibt die Darstellung schwarzer Menschen durch dunkel geschminkte weiße Menschen. Dabei wurden und werden Stereotype und Vorurteile verstärkt. Blackfacing diente der Unterhaltung eines ausschließlich weißen Publikums. Menschen mit dunkler Hautfarbe wurden als Sklaven oder Servicepersonal inszeniert. In den Darstellungen waren sie meist naiv oder tollpatschig in der Welt unterwegs und nicht gebildet. Blackfacing ist Rassismus pur und aufs Schärfste zu verurteilen.

Boykott von Gucci und Reaktion des Modelabels

Nach der Veröffentlichung des Balaclava-Pullovers riefen viele bekannte Rapper zum Boykott von Gucci auf. 50 Cent, T.I., Soulja Boy, Young Thug, Waka Flocka Flame und viele andere veröffentlichten Statements auf Instagram.

@gucci

124.9k Likes, 5,776 Comments - Soulja Boy (Drako) SODMG (@souljaboy) on Instagram: "@gucci"

I gotta get rid of all the Gucci I have at home. I'm not supporting their brand anymore. #bransoncognac #lecheminduroi #bellator

Gefällt 560.5 Tsd. Mal, 33.4 Tsd. Kommentare - 50 Cent (@50cent) auf Instagram: „I gotta get rid of all the Gucci I have at home. I'm not supporting their brand anymore...."

Gucci entschuldigte sich indessen und nahm den Pullover direkt wieder vom Markt

„Für uns ist Vielfalt ein grundlegender Wert, der uneingeschränkt gewahrt und respektiert werden muss und bei allen Entscheidungen, die wir treffen, oberste Priorität hat. Wir sind fest entschlossen, die Vielfalt in unserer Organisation zu erhöhen und aus diesem Vorfall eine Lektion für das Gucci-Team und darüber hinaus zu machen.“

Renée E. Tirado als Global Head of Diversity, Equity & Inclusion eingestellt

Die Juristin und Top-Managerin war vor ihrem Engagement bei Gucci unter anderem für die Major League Baseball tätig. Als Chief Diversity & Inclusion Officer war es ihre Aufgabe, für kulturelle Vielfalt und Gleichstellung der Menschen auf und neben dem Baseballfeld zu sorgen. Wenn sie ihre neue Rolle bei Gucci entsprechend ausfüllt, bleibt der Welt so etwas bescheuertes wie der unsägliche Balaclava-Pullover hoffentlich erspart.

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Sylabil Spill fördert Nachwuchssportler*innen und wird dafür rassistisch beleidigt

Sylabil Spill fördert Nachwuchssportler*innen und wird dafür rassistisch beleidigt

Von Jesse Schumacher am 13.01.2020 - 11:57

Sylabil Spill und andere POC-Rapper*innen werden aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder ihrer Religion immer wieder Opfer rassistischer Beleidigungen in den sozialen Netzwerken. Gestern veröffentlichte Rapper einen Screenshot einer Nachricht, in der er für sein Projekt "Trackrunner" angepöbelt wird. Wie der Rapper in seiner Story sagt, wünschen ihm einige Nutzer*innen sogar, dass er für sein Engagement in den Knast wandert.

Sylabil Spill sagt, er erlebe täglich rassistische Beleidigungen gegen seine Person – Spätestens seitdem er sich negativ gegenüber der AfD geäußert hat. Über die Gründe für die Beschimpfungen sagt er:

"Ich denke die Politik und die Anonymisierung im Netz führen dazu, dass die Menschen ihr wahres Gesicht zeigen. Rassismus hat nichts mit Dummheit zu tun"

Mit dem Projekt möchte Sylabil Spill junge talentierte Nachwuchssportler unterstützen, die sonst keine Förderung bekommen. Weiterhin will er damit verhindern, dass die Kids auf eine schiefe Bahn geraten und sich stattdessen auf ihren Sport konzentrieren können. "Trackrunner" soll außerdem integrativ wirken und Jugendliche aus verschiedenen kulturellen und sozialen Schichten zusammenführen.

Sport ist immer schon ein wichtiger Bestandteil im Leben des Rappers gewesen. Als Junior spielte er Fußball in der dritten Liga und war auch als Sprinter aktiv. Seine Leidenschaft für beide Sportarten konnte er nicht weiter verfolgen, da ihm zwei Mal die Achillessehne riss. 

"Als ehemaliger Leistungssportler und lizenzierter Wettkampf-Trainer weiß ich, wie wichtig die bedingungslose Unterstützung des Trainer ist."

Auf einem Instagram-Kanal dokumentiert Sylabil Spill die Entwicklung der Kids. Unterstützung bekommt der Rapper bereits unter anderem von Samy Deluxe, Xatar, Afrob und Megaloh. Zudem kann jeder Fan des Projekts sich an der Crowdfunding-Aktion beteiligen, die Musitu Kumuini aka Sylabil Spill für seine Schützlinge ins Leben gerufen hat. Unter folgendem Link: https://www.leetchi.com/c/trainingscamp-ausruestung


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