Grand Theft Auto: Episodes from Liberty City (PS3)
Polo G
Ihr habt lang darauf gewartet, dass ein Sequel erscheint. Frei nach Kool Savas startet die Review zu den beiden Episoden zu GTA: Liberty City . PS3-Besitzer mussten lange warten, immerhin hatte sich Microsoft Exklusivität erkauft, die nun ausgelaufen ist. Nun kommt das komplette Paket aber auch in den PSN bzw. in den Handel. Wie zuvor auf der Xbox hat der Spieler nun die Wahl eine oder beide Episoden aus dem PSN zu laden oder beide inklusive Verpackung und haptischem Kauferlebnis im Handel zu erstehen. In der ersten Episode, "The Lost and Damned", darf man einer Bikergang beitreten. Wer schon immer mal als Aushilfs-Angel Bandenkriege führen wollte und auf Motorrädern durch Liberty City cruisen wollte ist hier genau richtig. Wer eher auf das Nachtleben inklusive aller eher zwielichtigen Betätigungsfeldern steht, der wird bei der zweiten Episode "The Ballad of Gay Tony" glücklich. Im Mittelpunkt von "The Lost and Damned" steht Johnny Klebitz , der Mitglied der Motorradgang "The Lost" ist. Johnny ist demnach kein Mann für Filigranes. Im Gegenteil, er steht seinem Kollegen Nico Bellic in nichts nach und weiß, wie man "anpackt". Dementsprechend geht es auch in "The Lost and Damned" alles andere als zimperlich zur Sache. Wird es einmal zu wild darf man sich auch die Rockerkollegen zu Hilfe holen oder lässt per Direktlieferung einen Van voller Waffen anrollen. Ergo ballert man sich durch die Missionen, liefert sich wilde Verfolgungsjagden, legt gegnerisches Eigentum in Schutt und Asche oder "vertreibt" sich die Zeit mit gegnerischen Rockerclubs. Classic GTA -Shit eben. Im direkten Vergleich zum Hauptabenteuer fällt hier auf, dass Rockstar moderate Checkpoints gesetzt hat. Ebenfalls erwähnenswert sind an dieser Stelle die neuen Minigames. Armdrücken und Kartenspielen! Das sind eben Männervergnügen, die definitiv ins Setting passen. Ein gänzlich anderes Setting hat da "The Ballad of Gay Tony". Der schwule Toni will so gar nicht zu dem Testosteronabenteuer von "The Lost and Damned" passen. Hier spielt Luis Fernando Lopez die Hauptrolle. Luis ist Bodygard des Nachtclubbesitzers Antony "Gay Tony" Prince.  Tony ist allerdings ziemlich verballert und bekommt die Geschäfte nicht wirklich auf die Reihe. Ergo ist es am Spieler, hier für rollenden Rubel zu sorgen. Auch wenn der Titel rosa Plüsch verspricht, geht es in "The Ballad of Gay Tony" mindestens ebenso zur Sache wie in "The Lost and Damned". Hitzige Shootouts, Kampfhubschrauber und Fallschirmspringen, das sind die herausragendsten Eigenschaften des "Schwulen Tony". Schade nur, dass sich die Fluggeräte so störrisch steuern lassen. An die feinfühlige Steuerung muss man sich definitiv erst gewöhnen. "The Ballad of Gay Tony" ist definitiv harter Tobak und spiegelt die dunkle Seite des Nachtlebens wieder. Weniger düster sind da die ebenfalls perfekt angepassten Minispielchen: Trinkspiele oder Mädels von der Tanzfläche abschleppen plus Basejumps.   Was die Inszenierung angeht schenken sich beide Epidsoden nicht viel und fügen sich auf hohem Niveau in die Liberty City Story ein. Besonders Löblich: Man trifft im Verlauf der Episoden immer wieder auf Akteure des Hauptspiels. Selbst Nico Bellic gibt ein Gastspiel. Die zahlreichen neuen Aufträge und neuen Nebenbeschäftigung sorgen für mindestens zehn 10 neue und unterhaltsame Stunden in Liberty City. Technisch hat sich bis auf eine größere Zahl an Speicherpunkten zwar nichts getan, aber bei der Klasse des Vorgängers ist das zu verschmerzen. Die beiden Episoden laufen übrigens auch ohne die Hauptversion des Spieles, weswegen es definitiv keinen Grund gibt, nicht zuzugreifen.. Bewertung:
5 von 6
Fazit:
Wer vom Hauptspiel genug hat und jede Mission bis zum Abwinken gespielt hat, der bekommt hier zum fairen Preis eine bzw. zwei gelungene Erweiterungen. Wer mit GTA bisher nichts anfangen konnte, lässt die Finger weg. Alle anderen machen nichts falsch.

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