Graffiti-Writer malen offenbar komplette S-Bahn während der Fahrt an

Eine S-Bahn zu bemalen, erfordert schon ein gewisses Maß an krimineller Energie. Das aber auch noch von beiden Seiten gleichzeitig zu schaffen und während die Bahn fährt, stellt nochmal eine ganz andere Hausnummer dar. So hat es sich aber anscheinend in Berlin am S-Bahnhof Yorckstraße abgespielt. Jedenfalls, wenn wir der Pressemitteilung der Bundespolizei Glauben schenken wollen. Anscheinend haben um die 20 Graffiti-Writer eine komplette S-Bahn während der Fahrt angemalt.

Graffiti-Writer bemalen angeblich über 1000 Quadratmeter Fläche

Laut dem Polizeibericht sollen rund 20 maskierte Männer innerhalb kürzester Zeit beide Seiten einer fahrenden S-Bahn bemalt haben. Da drängt sich natürlich die Frage auf, wie sie das hinbekommen haben. Die Polizei liefert direkt die Erklärung mit: Neben den Gleisen seien insgesamt "18 zum Teil noch mit Farbe befüllte Handfeuerlöscher" gefunden und sichergestellt worden.

Die Aktion soll sich am frühen Samstagmorgen abgespielt haben. Ein Zeuge habe "ca. 20 maskierte und schwarzgekleidete Personen" beobachtet. Ein anderer Zeuge hat gegenüber der Polizei offenbar erklärt, er habe gesehen, wie mehrere Personen die ausfahrende S-Bahn Richtung Wannsee "angesprüht" hätten. Die Täter seien dann "über den angrenzenden Friedhof ins öffentliche Straßenland" geflüchtet.

"Die unbekannten Täter besprühten die S-Bahn der Linie S1 auf einer Gesamtfläche von 720 Quadratmetern. Darüber hinaus beschmierten sie auch den Bahnhof und die Gleisanlagen auf einer Fläche von knapp 300 Quadratmetern."

Ein Video oder Bilder von der Aktion gibt es aktuell (noch) nicht. Die Polizei sucht derweil weiter nach den Writern und bittet um Mithilfe beziehungsweise weitere Zeugenaussagen. Gleichzeitig ist wie immer in solchen Fällen von "Sachschaden" die Rede, der sich angeblich auf "eine Summe von über 20.000 Euro" belaufen soll.

Was natürlich eine Frage der Definition bleibt, ob diese Sachen tatsächlich beschädigt wurden, immerhin scheinen Bahnhof sowie S-Bahn unbeeinträchtigt wie vorgesehen weiter zu funktionieren.

Graffiti ist immer politisch & "Pixadores" zeigt auf eindrucksvolle Art, wieso

Wir haben uns "Pixadores" im Kino angesehen. Derjenige, der das ermöglicht hat, bezeichnet "Pixadores" als den besten Graffiti-Film, den er je gesehen hat. Tom von Rotzfrech Cinema steht damit nicht allein da. Die Begeisterung und Liebe geht so weit, dass er sich für diese einmalige Kinotour sogar verschuldet hat.

1UP Crew malt Wholecar der Liebe: "Love is Love"

Von David Molke am 29.08.2019 - 17:16 Das Berlin Mural Fest geht in die zweite Runde. Jetzt stehen auch die meisten Locations und Künstler fest, die beim Berlin Mural Fest 2019 mitwirken und die ersten Murals entstehen bereits. Mindestens zehn Wände sollen verschönert werden und auch dieses Mal sind wieder international bekannte Künstler am Start.

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Fokus Untergrund: 5 Tracks, die mehr Aufmerksamkeit verdienen

Fokus Untergrund: 5 Tracks, die mehr Aufmerksamkeit verdienen

Von Michael Rubach am 29.04.2021 - 15:13

Nachdem wir unserer Artikelreihe für den gepflegten Untergrund-Support kürzlich neues Leben eingehaucht haben, geht es jetzt fröhlich weiter. Wir richten das Spotlight dorthin, wo Rap abseits der großen Playlists weiterhin bestens wächst und gedeiht. Auch heute wollen wir euch kurz fünf Artists vorstellen, die mit ihren Video-Releases noch unter 25.000 Klicks liegen. Let's go!

Enoq – Stratosphäre (prod. Swoosh Hood)

Enoq weiß es selbst am besten: Er ist weiterhin ein "Sünder". Und so macht er einfach da weiter, wo er mit seinem letzten Album "Zu schön um klar zu sein" vor über vier Jahren aufgehört hat. Der Berliner gibt den Hörer*innen alles preis. Seine Tracks sind auch 2021 kein "Pappalapapp", sondern gnadenlos ehrliche Selbstreflexion. In diesem Modus geht es politisch nicht immer korrekt zu. Dafür ist bei all dem Struggle gar kein Platz. In der Single "Stratosphäre" räumt Enoq ein, dass es schwierig sein könnte, ihm in diese Untiefen seines Lebens zu folgen: "Keiner kann mich leiden, kann ich gut verstehen". Swoosh Hood, der schon beim Vorgängeralbum mit Enoq zusammenarbeitete, ist weiterhin Teil des Teams und sorgt für den düster-melancholischen Sound. Enoqs neues Album "Ghetto Pop" ist für den 14. Mai angekündigt.

Joey Bargeld – Bei Nacht (prod. Darko Beats)

Joey Bargeld hält nichts von Konventionen. Vielleicht füllt kaum jemand das Punk-Moment im Deutschrap derart geradlinig mit Leben aus. Der Hamburger macht, was er will. Auf der Single "Bei Nacht", die noch zum 2019er Album "Punk Is Dead" gehört, geht er konsequent seinem Freiheitsdrang nach. Er rennt scheinbar ziellos durch die Dunkelheit. Der (Zeit)boy, der gerne mal an der Seite von Haiyti und Trettmann in Erscheinung tritt, braucht keinen Schlaf und keine Zeit. Auf einer Produktion von Darko Beats peitscht es ihn einfach nur nach vorne. Joey Bargeld ist ein Getriebener. Das ist in diesem Fall wild, exzessiv und atmet den Vibe der Achtziger.

Teven – Intro (prod. Zimzala)

Ihre erste Single "Intro" geht die Newcomerin Teven mit großem Selbstbewusstsein an. Sie hat allen Grund dazu: Ihr stehen bei ihrer Premiere in der Deutschrap-Arena ausschließlich Profis zur Seite. Das Video kommt von Orkan Çe, der Beat von Zimzala und die Bantu Nation supportet. Direkt mit den ersten Zeilen wird zudem klar, dass hier eine Künstlerin am Start ist, die nicht erst gestern mit dem Rappen begonnen haben kann. Mit einer Mischung aus bemerkenswerter Routine und Hunger zerlegt sie den Beat. Nach diesem verheißungsvollen Startschuss hat sie noch viel mehr zu erzählen. Dabei ist es ihr von Beginn an wichtig, Haltung zu zeigen.

"Viel erlebt, doch bis heut nix bereut / Mit der Faust in der Luft, meine Stimme für Floyd"

Pimf – Diamonds Are Forever (prod. 7ink)

Die hiesige Szene ist nicht für Pimf gemacht. Alles "zu viel Show", insofern es nach dem passionierten Basketballfan geht. Nach diversen persönlichen Releases ballt der selbsternannte "Allen-Iverson-Verschnitt" zunehmend auf seinen Tracks, die er weiterhin ohne größere Labelstrukturen auf den Markt bringt. Doch Pimf wäre nicht Pimf, wenn er nicht auch dort Privates nach außen kehren würde. Er blickt auf "Diamonds Are Forever" auf seinen bisherigen Werdegang. Vom VBT-Rapper über frühere Selbstzweifel bis hin zu einem "real Artist" – Pimf rappt seine Zeilen mit Gewicht. Dabei lässt er sich von einem ikonischen Part eines James-Bond-Songs aus den Siebzigern begleiten. In der Playlist final.wav führt Pimf zudem die Songs zusammen, die er in jüngster Vergangenheit releast hat.

Rokko Weissensee ft. DJ ILL O. – Butterbrot und Salz (prod. MecsTreem)

Zum Schluss nochmal zurück nach Berlin. Der gute Rokko Weissensee erzählt lässig von früher. Damals hat er sich von "Butterbrot und Salz" ernährt. MecsTreem hat den Track produziert. Er bedient sich dabei einem bekannten Sample aus dem Song "Holy Are You" der US-Band The Electric Prunes. Rakims gleichnamiger Track "Holy Are You" (2009) fährt ebenfalls dieses Sample auf. Zusätzlich werden über die Spielzeit hinweg kurze Sequenzen aus dem Episoden-Film "The Acid House" eingespielt. DJ Ill O. rundet das Ganze ab. Hier steckt zwischen all der Ironie extrem viel Liebe zum Detail. Und für Rokko Weissensee ist auch nicht alles schlecht. Er macht das Beste aus der Situation:

"Wir wurden geboren in ein Scheißelabyrinth / Aber Rokko Weissensee ist Mephistos Lieblingskind"

Vor wenigen Wochen ist sein neues Album "Einsam sterben die Tapferen" erschienen.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)

Register Now!