"Ghostwriting": Fler stärkt Kollegah den Rücken

 

Weiterhin wird in Rapdeutschland über Kollegahs Schreibprozess gemutmaßt und diskutiert. Nicht selten wird dabei der Begriff "Ghostwriting" rausgeholt. Die YouTuberin Alicia Joe hatte die Debatte mit einem Video so richtig ins Rollen gebracht. Es folgte ein Statement von Kollegah, der sich vom Vorwurf des Ghostwritings ausdrücklich distanzierte.

Was ist eigentlich Flers Meinung zu dem Ganzen? Der Berliner und Kollegah können schließlich auch auf eine bewegte Vergangenheit blicken. Bereits vor einer Woche hat sich der Maskulin-Boss im Stream mit Gino Cazino zu dem gesamten Themenkomplex geäußert. 

Fler: "Die suchen ein Haar in der Suppe"

Fler erklärt zunächst recht allgemein gehalten, dass man als Künstler, der "seine Kernaussage hat, sein Image hat, seine Message hat" irgendwann weiteren "kreativen Input" brauche. Dieser komme durch Austausch zustande. Es gehe um Professionalität. So hat Fler in seiner Karriere schon mit einer Vielzahl von Writern zusammengearbeitet. Bei solchen Sessions stehe für den Berliner stets das Endprodukt im Vordergrund. Ziel sei es, "den bestmöglichen Song" zu machen.

"Es ist einfach ein Miteinander und ist ein kreatives Austauschen. Der eine kann besser Hooks, der andere kann besser Reime suchen, der andere hat aber die besseren Lines. Das ist alles eine Frage von Professionalität, dass man sagt: Man will am Ende den bestmöglichen Song machen."

Die Fragen, die man sich in Bezug auf Kollegah und in der aktuellen Diskussion um ihn stellen müsste, seien folgende: "Kann Kollegah nicht rappen? Ist Kollegah jetzt kein guter Rapper?"

Hier hat Fler eine klare Antwort parat. Er hebt Kollegahs lyrische Fähigkeiten hervor und unterstellt, dass hier das "Haar in der Suppe" gesucht werde.

"Doch ist er! Wenn ihr auf dieses Reime-Ding steht, auf dieses Punchline-Ding, wissen wir alle Kollegah kann das. Also was los? Aber auch seine Kreativität ist ja nicht unbegrenzt. Und wenn er sich irgendwo Hilfe holt, spricht das ihm ja nicht sein Talent ab. Fertig, aus. [...] Die suchen ein Haar in der Suppe, die suchen einen Pickel im Gesicht."

Vor einigen Jahren hätten sich Deutschrapfans bei solchen Props wohl verwundert die Augen gerieben. Kollegah und Fler verbindet schließlich eine lange Beef-Geschichte, die diverse Disstracks und zahlreiche mitunter skurrile Aktionen bereithielt (man erinnere sich an "Felix Exposed"). Doch dieser Beef ist inzwischen Schnee von gestern.

Kollegahs "JBG"-Partner Farid Bang und Fler konnten ihre Differenzen letztlich vollkommen ausräumen und sind jetzt Buddys. Und auch mit Kollegah gibt es seither von Seiten Flers keine Probleme mehr. Ganz im Gegenteil: Er und Kollegah kollaborierten mehrfach. So erschien 2020 zusammen mit Farid Bang "Public Enemies". Mit "Kein Weg zu weit" ist zudem ein gemeinsamer Song auf Flers Album "Widder" (2021) vertreten.

Kollegah mit Shoutout an verstorbenen Holi

Kollegah selbst hat sich auf einer neuen Single von Seyed noch einmal positioniert. Dort gibt das Alpha Music-Oberhaupt unter anderem einen Shoutout an Holi. Dieser hat in der Typing-Szene eine Art Legendenstatus. Er verstarb jedoch bereits vor mehr als einem Jahrzehnt. In "Kriegshammer" rappt Kollegah nun über seine Zeit in der Community. Auch gibt er Hak an die Leute, die mit ihm aktiv waren.

"Ich erfand 'nen Stil, aus dem sich eine Typing-Szene formte /
Wo ich selber Teil war und wo ein paar meine Homies wurden /
Wir texteten, paar posteten in Foren das Zeug /
Hak an euch alle, rest in peace, Holi, mein Freund"

Nicht jeder aus der Freetyper-Bubble schien mit Kollegahs Verhalten zuletzt einverstanden zu sein. So wurde kürzlich ein Diss veröffentlicht, an dem gleich mehrere Typer beteiligt waren.

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