Ghostspur für Drake aufgetaucht

Na also, da wären dann auch die ersten Beweise, was das Ghostwriting für Drake angeht. Funkmaster Flex, der schon die ersten Ansagen in Richtung Drake richtete, spielte gestern in seiner Show auf dem New Yorker Radiosender HOT 97 einen Ausschnitt, den man – nun ja – als Ghostspur für Drake deuten könnte.

Wenn Musiker einen Ghostwriter engagieren, läuft das nicht selten so, dass derjenige das Instrumental erhält, die Lyrics dazu schreibt, sie bestenfalls noch auf das Instrumental einrappt – damit keine Missverständnisse bei der Aussprache oder dem Flow entstehen – und dann den sogenannten Ghosttrack an den Arbeitgeber schickt. Dass diese Spuren natürlich streng geheim gehalten werden, liegt auf der Hand. Niemand möchte hören, wie ein absolut unbekannter männlicher Sänger Beyoncés Run The World (Girls) singt, besonders Beyoncé nicht.

Bei dem vermeintlichen Ghosttrack für Drake handelt es sich um den Song 10 Bands vom aktuellen Album Mixtape If You're Reading This It's Too Late. Besonders interessant auch, dass sich in dem Track nicht wenige Seitenhiebe in Richtung Cash Money-Geiselnehmer Birdman verstecken – die jetzt also gar nicht von Drake kommen. Oder wie?

Naja, alles irgendwie verwirrend. Am besten machst du dir selbst ein Bild davon. Die Stimme auf der Spur soll übrigens zu Quentin Miller gehören. Kennst du nicht? Wir auch nicht. Hat unter 10.000 Twitter-Follower und darf sich seit gestern über ein mysteriös riesiges Internet-Interesse an seiner Person freuen. Der Begriff Ghostwriter wäre in diesem Fall vielleicht nicht einmal so angebracht, da Miller sogar in den Credits zu 10 Bands und ganzen fünf anderen Songs auf If You're Reading This steht.

Heute früh berichteten wir, dass Funkmaster Flex besonders die Tatsache stört, dass Drake sich King nennt – sofern er sich seine Texte schreiben lässt. Sofern er sie doch selbst schreibt, hatte Flex schon eine Entschuldigung im Voraus parat.

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Kommentare

Wir warten ja hier noch immer auf die ersten Deutschen Geisterspuren von Ek / Trip und Co.(Ja_Ohne_mittel_R) ....!!! xD

Ich will heavemetal Payback von kay eingerappt hören

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Fler droppt Sklaven-Line gegen Jalil, aber will sie nicht rassistisch meinen

Fler droppt Sklaven-Line gegen Jalil, aber will sie nicht rassistisch meinen

Von HHRedaktion am 23.03.2020 - 12:02

Dass Fler auf seinem neuen Album "Atlantis" auch Lines gegen den ehemaligen Homie und Kollabopartner Jalil rappt, überrascht sicher die wenigsten Hörer. Die Art und Weise sorgt allerdings für mehr als ein fragendes Stirnrunzeln.

Fler nennt Jalil auf "Atlantis" einen Sklaven

Der zweite Part im Song "Mood" ist offenbar größtenteils an den Ex-Maskuliner addressiert. Fler stellt zunächst seinen jahrelangen Support und vermeintlichen musikalischen Einfluss in den Mittelpunkt:

"Du warst drei Jahre dabei, danach vorbei / Auf Wiedersehen und goodbye / Denkst du, jetzt kommt deine Prime? / Wie die Airline Setzt deine Ziele zu high / Wer gab dir Push wie der Whitey? / Holte dich damals zurück aus den 90s"

So weit, so gut. Bars über die persönlich Historie miteinander, etwas Selbstbeweihräucherung – Attitude wie in einem Battle eben. Danach geht es unter die Gürtellinie, indem Fler Jalil als Sklaven bezeichnet:

"Doch du warst zu Pinky, ich Brain / Im Apple Store warst du ein Slave / Bei mir dann Django Unchained"

Mit der Wortwahl kann er zwar auch ungerechte Bezahlungen bei Apple oder in unserer Gesellschaft generell meinen und in diesem Hinblick würde die Line auch funktionieren. Einen dunkelhäutigen Kollegen als Sklaven zu betiteln, deutet nichtsdestotrotz auf rassistische Denkmuster hin, die im Hinterkopf ablaufen. Gleichzeitig inszeniert Flizzy sich selbst implizit als den gönnerhaften Retter Dr. King Schultz (in "Django Unchained" gespielt von Christoph Waltz), der Django im Film aus einem Sklavenzug befreit und anschließend mit ihm zusammenarbeitet, während sich eine Freundschaft entwickelt. Der Vergleich ist bewusst provokant formuliert und die Reaktionen darauf können Fler nach 20 Jahren Deutschrap nicht überraschen.

Jalil reagiert überrascht

Jalil hat den Front in dieser Form wohl nicht kommen sehen. Laut seiner IG Story sind er und Fler sich vor der Albumabgabe bei einem persönlichen Treffen respektvoll begegnet. Erst kürzlich, nach Flizzys Entlassung aus der U-Haft, sollen sie noch telefoniert haben. Fler hätte noch genug Zeit gehabt, seine Worte zu überdenken, so Jalil, der außerdem daran erinnert, dass er sich bei den Rassismusvorwürfen Anfang 2019 schützend vor seinen damaligen Homie stellte.

Jalils Einordnung der Sklaven-Line auf dem neuen Album: "Hättest gleich N**ga sagen können. Wäre der gleiche Effekt gewesen."

Flers Erklärungsversuche auf Instagram

Auf Instagram geht es dann auch weiter: Dort bezeichnet Fler diejenigen, die ihm letztes Jahr Rassismus vorgeworfen haben, als Idioten. Er meint, Jalils Einsatz damals wäre nur dagewesen, um "wieder den souveränen Mann zu spielen". In seinen Augen hätte "jeder loyale Typ" nichts gesagt, anstatt einen Freund in Schutz zu nehmen.

Hinzu kommt seine Anschuldigung, Jalil hätte Rocker geschickt, die ihm aufgelauert hätten. Zur "Slave"-Zeile liefert er nur eine sehr dürftige Erklärung, mit der er zumindest andeuten will, dass die Wortwahl nichts mit der Hautfarbe zu tun hätte: "Du bist für mich genau so ein 'Slave' wie Bushido einer ist!"

Danach schließt er mit dem Scheinargument, er könnte gar kein Rassist sein, weil er Jalil mehr geholfen hätte als es jemals jemand anders tun würde. Einmal ganz deutlich: Wir halten Fler nicht per se für einen Rassisten. Aber drei Jahre Zusammenarbeit mit Jalil funktionieren nicht als lebenslange Freikarte für Lines, die zumindest einen rassistischen Hintergrund haben – und das ist bei Zeilen, die die Black History bewusst als Angriffspunkt nutzen, eben der Fall.

Einen kleinen Throwback in den Januar 2019, als Fler von der schwarzen Community scharf kritisiert wurde und Jalil ebenfalls seine Meinung teilte, findet ihr hier:

Nach Rassismusvorwürfen gegen Fler: Neue Statements von Jalil, Telson & Sylabil Spill

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