Gewalt bei DLTLLY: Mars B. verletzt ungeschriebenes Battlerap-Gesetz

Battlerap ist lyrischer Kampfsport – körperliche Gewalt ist ein absolutes No-Go. Im Battle zwischen Mars B. und Tobi High hat es dennoch gekracht. Mars B. ging jedoch nicht auf seinen direkten Kontrahenten los. Er prügelte sich mit Battlerapper Seva, der in der ersten Reihe des Publikums stand.

DLTLLY distanziert sich von jeglicher Gewalt im Battlerap

Auf dem Channel der Rapbattle-Liga DLTLLY ist der Vorfall dokumentiert worden. Die entsprechende Stelle haben die Veranstalter unkenntlich gemacht. Stattdessen ist dort ein Statement zu der Prügelei zu lesen. Von dem Verhalten von Mars B. distanziert sich DLTLLY unmissverständlich:

"Was [...] damals in Hamburg passiert ist, ist ein klarer Verstoss gegen unserer (ungeschriebenes) Regelwerk. Da zum Glück niemand verletzt wurde, wurde das Battle damals fortgesetzt. Rückblickend betrachtet, wäre ein direkter Abbruch des Matches sicherlich sogar die bessere Lösung gewesen." [sic]

Vorausgegangen war der körperlichen Auseinandersetzung eine Line von Tobi High, die auf eine Ansage von Mars B. Bezug nahm. Dieser hatte angekündigt Seva "direkt aufs Maul" hauen zu wollen, wenn er ihn noch einmal in der ersten Reihe bei einem seiner Battles erblicken würde. Genau dort hatte sich Seva positioniert. Daraufhin warf Mars B. zunächst einen Flaschendeckel in Richtung Seva, welcher sich wiederum mit dem Wurf eines weiteren Flaschendeckels revanchierte. Mars B. verlor die Fassung und ließ seinen Worten Taten folgen (Minute 07:37).

Welche Konsequenzen drohen Mars B.?

Nach dem Battle bezog DLTLLY-Gründer Jamie im Interview Stellung. Er erklärte, dass es aus moralischer Sicht gerechtfertigt gewesen wäre, das Battle abzubrechen. Um zur Deeskalation der Lage beizutragen und die zahlenden Zuschauer nicht für das Fehlverhalten einer Einzelperson zu bestrafen, habe man sich in der Situation entschieden, die Veranstaltung sowie das Battle zwischen Mars B. und Tobi High fortzusetzen.

Auch in anderen Ligen haben Battle-Gegner schon die lyrische Ebene verlassen. Dizaster schlug einst Gegner Math Hoffa ins Gesicht und wurde infolgedessen mit einer Sperre belegt. Jamie kündigte im Gespräch nach dem Battle einen ähnlichen Umgang mit Mars B. an.

"Ich will nicht sagen, dass wir Mars nie wieder sehen werden, aber ich kann mit relativ viel Überzeugung sagen, [...] dass wir ihm erstmal 'ne längere Pause geben müssen."

Aus Fanperspektive sei so ein Schritt schade. Diese Grenzüberschreitung von Mars B. könne nicht folgenlos bleiben. Trotz Provokationen und einer Vorgeschichte zwischen Seva und Mars B. hätte sich letzterer schlichtweg professionell verhalten müssen.

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R. Kelly ist im Gefängnis angegriffen worden

R. Kelly ist im Gefängnis angegriffen worden

Von Michael Rubach am 28.08.2020 - 16:06

R. Kelly wurde im Gefängnis von einem Mitinsassen attackiert. Ein Anwalt des Sängers hat den Vorfall gegenüber dem Billboard Magazin bestätigt. Zuerst hatte TMZ über einen Angriff auf den RnB-Star berichtet.

R. Kelly-Demos nerven angeblich die Mitgefangenen

R. Kelly wartet im Metropolitan Correctional Centre in Chicago auf seinen Prozess. Ihm werden verschiedenste Straftaten in Verbindung mit sexuellem Missbrauch vorgeworfen – unter anderem sexuelle Ausbeutung und Verführung einer minderjährigen Person.

Dennoch hat R. Kelly weiterhin treue Fans, die offenbar vor den Gefängnismauern Welle für ihren gefallenen Star machen. Das wiederum geht scheinbar auf Kosten aller Inhaftierten. Nach Verständnis von R. Kellys Anwalt Steven Greenberg seien diese Kundgebungen dafür ausschlaggebend, dass die Insassen regelmäßig mit gesonderten Sicherheitsmaßnahmen klarkommen müssen. Bei Page Six erklärte er, dass die gewohnten Abläufe darunter leiden würden – insbesondere in Bezug auf die Verpflegung und die Körperhygiene.

Ein Häftling wollte da offenkundig nicht mehr mitspielen. Nach Informationen von TMZ ist R. Kelly von einem Mann in seiner Zelle aufgesucht worden. Dieser habe dort angefangen, auf den Sänger einzuprügeln. Der Mitinsasse sei wegen der ständigen Regeländerungen im Gefängnisalltag wütend gewesen. R. Kelly habe er als Schuldigen ausgemacht. Diese Theorie konnte von R. Kellys Anwälten vorerst nicht bestätigt werden.

Bei einer nachfolgenden ärztlichen Untersuchung seien keine Knochenbrüche oder schwerwiegende Verletzungen festgestellt worden. R. Kelly gehe es dennoch nicht sonderlich gut. Steven Greenberg sprach auf Twitter davon, dass die Regierung die Sicherheit des prominenten Insassen nicht gewährleisten könne.

Um auf dieser Ebene gegenzusteuern, wurde R. Kelly nun in Einzelhaft überstellt.


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