Vor einigen Wochen hat die amerikanische Zeitung The Atlantic im Rahmen ihrer investigativen Arbeit zu der Industrie um generative KI das Such-Tool "AI Watchdog" veröffentlicht. Dort kann man einsehen, wie viele Songs eines Artists zum Training bestimmter KI-Modelle verwendet wurden. Einige Stars wie beispielsweise SZA haben das zum Anlass genommen, ihren Communitys aufzuzeigen, wie viele ihrer Tracks - ungefragt - zum Training dieser KI-Modelle genutzt werden. In den Kommentaren unter unserem Instagram-Post zu LGoonys Kritik an der ungefragten Nutzung seiner Songs hat sich jetzt auch die GEMA zu der Sache geäußert, um über den aktuellen Stand der Rechtslage aufzuklären.
Nutzung von Songs zum KI-Training: Die GEMA arbeitet an Rechtslage
In dem Kommentar bestätigt die GEMA, dass man an dem Thema der Nutzung von Musik echter Künstler zum Training von KI "dran sei". Nach aktuellem Stand sei es rechtswidrig, wenn generative KI-Tools eine "wortgleiche Ausgabe" von Songtexten erstellen, mit denen das KI-Modell trainiert wurde. Jedoch betreffe diese Entscheidung bislang nur den konkreten Fall, in dem das Urteil gefällt wurde. Die GEMA hat im November gegen OpenAI, die Betreiber von ChatGPT, geklagt, weil die KI unter anderem Texte von Helene Fischer, Herbert Grönemeyer und Reinhard Mey nutzte und vor Gericht gewonnen. Diese Entscheidung sei jedoch "noch nicht rechtskräftig", da OpenAI in Berufung gegangen ist.
Laut der GEMA sei das Urteil jedoch "sehr wichtig" für zukünftige Entscheidungen rund um Urheberrechtsverletzungen durch generative KI-Modelle. Wie es rechtlich um das alleinige Training von künstlicher Intelligenz mit urheberrechtlich geschützter Musik steht, ist noch nicht geklärt. Da müsse man die Entscheidung des Verfahrens der GEMA gegen SunoAI, einem Musik-generierenden KI-Programm, abwarten. Dort geht es nicht nur um Liedtexte, sondern um die gesamten Musikstücke. Die GEMA wirft Suno vor, geschützte Werke in unzulässiger Weise zu vervielfältigen und öffentlich zugänglich zu machen. Damit würde SunoAI das Urheberrecht verletzen. Das Verfahren gegen Suno läuft bereits seit dem 06. März 2026.
Auch einige Artists hoffen, dass die rechtliche Zukunft von KI-generierter Musik schnellstens geklärt wird. Nachdem sie durch das Tool von The Atlantic erfahren hatte, dass über 200 ihrer teilweise sogar unreleasten Songs zum Trainieren von KI-Modellen genutzt wurden, hat R'n'B-Star SZA radikal Stellung gegen den Einsatz von künstlicher Intelligenz bezogen. "Wenn du Musiker*in bist und diese degenerierte Scheiße benutzt, bist du ekelhaft", schrieb SZA damals in einem Statement in ihrer Instagram-Story. In dem von The Atlantic ausgewerteten Datensatz sind über 12 Millionen Songs von den unterschiedlichsten Artists aus aller Welt vertreten. Auch tausende von Tracks von deutschen Rap-Artists wurden dafür genutzt – darunter höchst erfolgreiche wie Pashanim, Bonez MC, RAF Camora, Capital Bra, Juju, Ikkimel, Apache 207, Ski Aggu, Shirin David, Xatar, Kool Savas, Farid Bang, Kollegah und viele mehr. Laut LGoony, der alleine 104-Mal in diesem Datensatz vertreten ist, nutzen die KI-Firmen die Songs, ohne die Artists jemals um Erlaubnis gefragt zu haben.
"Damit wird ja Geld generiert, weil diese Plattformen verkaufen ja ihren Service und das ist trainiert auf echter Musik. Das basiert ja alles auf der Arbeit von anderen Leuten und die [KI-Firmen] machen Milliarden damit. Man selber kriegt davon nichts."
Momentan steht einer der viralsten Songs der vergangenen Wochen im Verdacht, KI-generiert zu sein. Mehr dazu könnt ihr hier lesen:
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