Gut viereinhalb Millionen Menschen hören seine Musik monatlich auf Spotify, die Musikvideos auf seinem YouTube-Kanal haben insgesamt schon weit über eine Milliarde Views gesammelt. Doch die überaus erfolgreiche Rap-Karriere des französisch-marokkanischen Maes findet vorerst ein jähes Ende. Die nächsten Jahre wird er hinter Gittern verbringen.
Sieben Jahre Haft für Maes – er soll eine Entführung in Auftrag gegeben haben
In der Nacht zu Mittwoch wurde Maes von einem Gericht im marokkanischen Tanger wegen "Bildung einer kriminellen Vereinigung, versuchter Entführung und rechtswidriger Freiheitsberaubung" zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von sieben Jahren verurteilt.
Dem Rapper wird angelastet, aus Dubai heraus die Entführung einer Person orchestriert zu haben, mit der er offenbar wegen Konzerteinnahmen im Disput stand. Hierfür soll Maes sich mit dem Anführer einer Gang in Fès in Verbindung gesetzt haben. Nach Informationen von TelQuel sei der Plan gewesen, das Opfer in Marrakesch umzubringen. Örtliche Behörden in Tanger konnten den Plan aber in letzter Minute vereiteln – dort sollte der Mann entführt werden, aber die Polizei griff gerade dann ein, als die Täter das Opfer vor seinem Auto abfangen wollten.
Vor Gericht hat Maes alle Vorwürfe abgestritten. Laut seinen Anwälten gäbe es einen "klaren Mangel an Beweisen" dafür, dass der Rapper mit den Mitgliedern dieser Gang überhaupt in Verbindung gestanden hätte. Vor Gericht mussten sich in dieser Sache einige andere Leute verantworten, darunter auch der mutmaßliche Bandenführer Mourad L., der zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde und sich damit mit dem höchsten Strafmaß konfrontiert sieht.
Maes war schon seit Januar in Untersuchungshaft. Er wurde in Casablanca festgenommen, nachdem er dort per Privatjet aus Dubai gelandet war. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge war er auf der Flucht: Er wollte nicht nach Frankreich ausgeliefert werden. Wegen ähnlicher Vorwürfe, die jedoch schon ins Jahr 2018 zurückreichen, wurde dort vor einiger Zeit ein internationaler Haftbefehl auf ihn ausgesetzt. Während seiner Abwesenheit wurde Maes von einem französischen Gericht außerdem zu zehn Monaten Haft und einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro verurteilt.
Maes' mutmaßliche Verbindungen zur französischen Unterwelt werden auch in dem Buch "L'Empire" thematisiert. Mehr dazu kannst du hier nachlesen: