Französische Superstars: PNL kündigen neues Album "Deux frères" an

Gestern hielt Rapfrankreich zunächst für über 16 Stunden und anschließend für 4:50 Minuten den Atem an: PNL veröffentlichten mit "Au DD" ihren ersten Song seit mehr als sechs Monaten und dieser ist gleichzeitig der vermutlich letzte Vorbote für das nun endlich angekündigte dritte Studioalbum des Duos. "Deux frères" kommt schneller als erhofft schon am 5. April raus. Man erwartet in Frankreich nicht weniger als ein potenzielles Album des Jahres – insbesondere der Vorgänger "Dans la légende" (2016) gilt schon jetzt als stilprägender modern classic.

Neues PNL-Album "Deux frères" für April angekündigt

Um auch dieses Mal – im Post-CD-Zeitalter – noch etwas nostalgische Musikromantik lebendig zu halten und die Plattenverkäufe entgegen allen Trends der Musikbranche anzukurbeln, soll es zwei unterschiedliche "Deux frères"-Tonträger in den Läden geben. Eine schwarze und eine weiße Version werden unterschiedliche Bonustracks enthalten, die vermutlich nicht im Streaming zu finden sein werden.

Damit wiederholen die beiden den Move, den sie schon mit "Dans la légende" brachten. Damals erwies sich die Taktik als äußerst effektiv, denn das Album hat mit mehr als 800.000 verkauften Einheiten Diamantstatus erreicht und stand in den französischen Jahrescharts Ende 2016 auf Platz 8.

PNL - Au DD [Clip Officiel]

" Au DD ", troisième extrait du nouvel album de PNL "Deux Frères", sortie prévue le 5 Avril 2019 et disponible en deux versions physiques : https://lnk.to/PNLAuDD Réalisation: QLF Producteur : QLF Records Production exécutive : Arthur Catton (Big Productions) Beat : Nk.F x Joa [TrackBastardz] DOP : Quentin Demarzelle Chef Décorateur : Jean Miel Directrice de production : Ophélie Stavropoulos 1er Assistant: Driss Lumbroso Post Production: Mikros Drone : Thierry Masson et Timothée Talendier _________________ INSTA : https://instagram.com/pnlmusic FB : https://www.facebook.com/Pnlmusic TWITTER : https://twitter.com/pnlmusic QLF Records - 2019

PNL lassen deutsche Klickrekorde alt aussehen

Den deutschen YouTube-Rekord für die meisten Views innerhalb von 24 Stunden (3,2 Mio) lassen PNL mit "Au DD" über Nacht links liegen. Gestern zur Prime Time gedroppt, hat der Clip schon jetzt rund 4,8 Millionen Aufrufe zu verzeichnen und damit noch über sieben Stunden Zeit für einen aussagekräftigen Vergleich zu unserer Szene. Dass Hypes in Zahlen in Frankreich noch deutlich größer sind als bei uns, zeigte etwa Niska 2017 eindrucksvoll. Der Erfolg von "Au DD" ist nur ein Indikator für den Hype, den PNL (auch durch ihr spärliches und mysteriöses Auftreten) jetzt wieder lostreten.

Allerdings haben die beiden das Release der neuen Single auch groß aufgezogen. Mit einem knapp 16-stündigen Livestream wurde die Veröffentlichung auf YouTube vorbereitet. Es war ein Bild der langsam näher rückenden Erde aus dem Weltraum zu sehen, während nach und nach Informationen wie Produzentennamen angeteast wurden. Einige Fans spekulierten sogar, dass mit dem Ende des Streams gleich das neue Album erscheinen könnte, zu dem bis dato nichts bekannt war. An dem Zoom aus dem Weltall knüpfte dann das Musikvideo an, das mit einem Flug von oben auf Paris beginnt und anschließend NOS und Ademo an der Spitze des Eiffelturms in Szene setzt.

Am 5. April werden nicht nur französische Rapper wieder ganz genau hinhören, wenn "Deux frères" erscheint.

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Rassistischer Übergriff in Erfurter Straßenbahn: Maestro mit starkem Statement

Rassistischer Übergriff in Erfurter Straßenbahn: Maestro mit starkem Statement

Von Alina Amin am 28.04.2021 - 15:00

Maestro hat am gestrigen Abend seine Reichweite genutzt, um ein Video zu besprechen, das seit einigen Tagen im Internet kursiert. In dem kurzen Clip wird eine Szene aus einer Erfurter Straßenbahn gezeigt, in der ein 40-jähriger Mann einen syrischen Jugendlichen aufs Übelste rassistisch angeht und gewalttätig wird. Der Vorfall ist über den letzten Tag viral gegangen und wird inzwischen von zahlreichen Medienportalen aufgegriffen. Maestro hat sich in einem etwa zehn Minuten langen YouTube-Video zu dem Vorfall geäußert. Die Message ist klar: "Man darf nicht wegschauen".

Maestro will auf rassistischen Übergriff in Erfurt aufmerksam machen

Zunächst erklärt der YouTuber und Rapper, was in dem Video überhaupt passiert ist. So habe der Mann den Jugendlichen erst angefangen, rassistisch zu beleidigen und ist dann dazu übergegangen, den Jungen anzuspucken. Sodann trat er ihm mehrere Male ins Gesicht. Das Opfer reagierte während des ganzen Überfalls nicht. 

Maestro stellt zunächst das Offensichtliche klar: Was in Erfurt passiert ist, ist absolut ekelhaft. Sodann erklärt er, dass solche Übergriffe Ergebnis von dem Schubladendenken und den Kategorisierungen sind, die in der Deutschen Gesellschaft vorherrschen.

"Wieso zieht ihr Linien und Grenzen? Haben wir nicht genug gelernt von der Geschichte? Dass Mauern ziehen und Linien ziehen und niemals Frieden und Segen mit sich bringt?"

Im Anschluss darauf bezieht er sich konkret auf die Aussage des Täters im Video, der erklärt, dass Deutschland sein Land sei und auch auf das Denken von denjenigen, die der Meinung seien Menschen mit Migrationshintergrund sollen in ihr Herkunftsland zurück.

"Das ist nicht dein Land. Das ist unser Land"

Auch über Zivilcourage und Solidarität spricht er. Zunächst stellt Maestro diejenigen zur Rede, die sich für ihre eigenen Familienmitglieder oder Freunde einsetzen würden, aber nicht für Fremde – insbesondere, wenn diese Fremden Migrationshintergrund haben. Er kritisiert, dass man sich in der Gesellschaft an denjenigen bereichern würde, die unliebsame Jobs verrichten, diese aber nie als richtigen Teil der Gemeinschaft sehe.

Um Integration ginge es vielen Rassisten dabei nicht. So erklärt Maestro, wie er selbst ein Positivbeispiel für Integration sei und dennoch tagtäglich rassistischen Anfeindungen zum Opfer fiele. Auch in seinem Alltag wirke sich dies aus: So könne er nicht mal eine Wohnung finden.

Abschließend zweifelt er die Zivilcourage der Gesellschaft an und und stellt klar: 

"Jeder der zugut und sich denkt ja, ist passiert ist Mitschuld."

Er fordert seine Zuschauer dazu auf, sich für andere einzusetzen und Zivilcourage zu zeigen. Am Ende sei man immerhin eine Gemeinschaft. Man dürfe nicht weggucken – egal worum es geht. 

TW: Gewalt 

Übergriff in Erfurter Straßenbahn: Mann festgenommen

Bei dem Video handelt es sich um Geschehnisse vom vergangenen Freitag. Durch die Videoaufnahmen und Zeugenaussagen der weiteren Insassen der Bahn konnte der Mann zügig identifiziert werden. Nach dem Übergriff gelang dem Mann zunächst die Flucht. Am Montag soll er dann festgenommen worden sein. Ihm werden gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung vorgeworfen. Er ist der laut der Polizei als Drogenkonsument sowie wegen Gewalt- und Eigentumsdelikten bekannt. 


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