Fler: "Unfassbar, wie cool Deutschrap geworden ist"

Fler ist zufrieden. Sein letztes Album Vibe konnte sogar manchen Hater überzeugen und auch abgesehen von seinem eigenen Schaffen sieht er zuversichtlich auf das, was der Szene bevorsteht:

"Ich freu' mich krass darauf, wie Deutschrap sich gerade entwickelt. Das wollte ich einfach mal loswerden", sagt er in einem Clip, den er gestern bei YouTube hochgeladen hat.

Die neuen Leute, die gerade dazukommen – nicht nur die mit den hohen Klickzahlen – hätten es einfach begriffen. Wir seien inzwischen weg von dem "behinderten Scheiß", den Fler nicht konkret benennt. Du kannst dir an der Stelle einfach irgendetwas denken, was du in den letzten Monaten beobachtet hast.

Also was hat sich in letzter Zeit verändert? Newcomer ohne großen Namen können inzwischen trotz kleiner Fanbase schnell viele Leute erreichen. Straßenrap setzt vermehrt auf Melodie, das gibt Ohrwürmer und die werden oft gepumpt. Wäre zumindest eine mögliche Erklärung.

Bei Maskulin Radio hat der Berliner Songs von Lü Rique und Ufo361 gespielt. Welche Namen da außerdem in Frage kommen, kannst du hier nachlesen und Flers Einschätzung zum Status Quo im deutschen Rap gibt's um Video weiter unten:

Deutschraps Untergrund lebt: "Die neue Generation ist sehr böse"

Die KMN Gang aus Dresden, Eno aus Wiesbaden, Dardan aus Stuttgart, Luciano oder Chima Ede aus Berlin, CE$ aus Dortmund - aktuell kommen durch neue Trends und Entwicklungen (oder einfach Talent) auch im deutschen Rap immer mehr heiße Newcomer von den Straßen hoch, die schnell viel Aufmerksamkeit erzeugen und zahlreiche Hörer überzeugen können.

FLER - Was hat Fler da vor?

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Kommentare

Er redet in der 3ten Person von sich, Schizophrenie.

Dass so eine unfassbare ******** wie die Musik von Fler ernsthaft Abnehmer findet hat nichts mit cool zu tun, sondern ist ein Resultat aus der grassierden Massenverblödung.

word

Es gibt doch gar kein Deutschrap mehr Mädels ;)

wär sein album gefloppt würde er über deutschrap meckern .......

Fler ist eine schwierige Person. Trotz allem solltet ihr ihm dankbar sein. Fler ist auf einer Stufe mit Bushido, Sido, Azad, Savas... Ohne ihn wäre Deutschrap anders und nicht so wie er jetzt ist. Alle anderen bekommen ihre Credits, nur er nicht. In gewisser Hinsicht ist er einfach ein Genie, Punkt!

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Von Graffiti zu "CCN": Fler rekonstruiert seine Hiphop-Geschichte

Von Graffiti zu "CCN": Fler rekonstruiert seine Hiphop-Geschichte

Von Michael Rubach am 27.03.2021 - 14:51

Fler taucht tief in seine persönliche "History of Berlin" ein: Flizzy lässt auf dem gleichnamigen YouTube-Kanal nämlich seinen eigenen Hiphop-Werdegang Revue passieren. Die ersten Berührungspunkte mit der Kultur, die Leidenschaft für Graffiti Writing und nicht zuletzt das Deutschrap-historisch wichtige Aufeinandertreffen mit Bushido – bis einschließlich 2003 beleuchtet der Maskulin CEO seine Hiphop-Sozialisation in der Hauptstadt.

Fler: "Da hast du zum ersten Mal gemerkt, es gibt eine Deutschrapszene"

In Süd-Berlin kam Fler schon in jungen Jahren mit Hiphop in Kontakt. Die stationierten Soldaten der Alliierten Streitkräfte verbreiteten den amerikanischen Spirit. Die erste Rap-CD kommt dabei vom Nachbarn: "Da Mystery of Chessboxin'" vom Wu-Tang Clan. Fler beschreibt, wie er in der Kultur Halt findet, sich beweisen will und nach Anerkennung sucht. Er habe "radikal" seine Kunst ausleben wollen. In der Schule sei es damals vor allem um Graffiti gegangen.

"Auf dem Schulhof gab's kein Thema, was so wichtig war wie Graffiti. Es war Wahnsinn, wie die Jungs alle auf diesem Film waren: 'Okay, Graffiti ist der Shit und wir müssen hier Qualität abliefern, wirklich auf 'nem hohen Niveau.' Da hat man schon gemerkt, es waren junge Kids, die Hardcore-Leute aus der Szene als Vorbilder hatten. In diesem Alter ging es wirklich darum, dass man mittlerweile genau seine Vorbilder in der Hiphop-Szene hatte. Jeder wusste: Wenn du dich morgen dazu bekennst, dass du Writer wirst, dann ist es mehr als nur: 'Ich mal jetzt 'n bisschen'. Dann war klar: Du bist Teil einer Szene, die nicht sehr einfach ist."

Immer wieder betont Fler das Berlin-typische Konkurrenzdenken. Es sei stets darum gegangen, sich zu behaupten und sich seinen Respekt zu verdienen. All das sei eine "harte Schule" für ihn gewesen. Das Kennenlernen mit Bushido während der Malerausbildung brachte Fler schließlich nach und nach auf die musikalische Schiene. Die Connection mündete bekannterweise in der Entstehung des stilprägenden Kollaboalbums "Carlo Cokxxx N*tten" (2002).

Die Begegnung mit anderen Teilen der Deutschrapszene auf dem Splash! Festival schildert Fler rückblickend hingegen als regelrechten Kulturschock. Vorher habe er Rap vor allem aus einer Berliner Perspektive wahrgenommen.

"Da hast du zum ersten Mal gemerkt, es gibt eine Deutschrapszene. Wir sind da mit paar Kumpels übers Feld gelaufen, haben das "Carlo Cokxxx N*tten"-Tape aus so Pappkartons für 10 DM verkauft und haben dann zum ersten Mal diese Käuferschaft von Deutschrap gesehen und es war für mich - bei aller Liebe - nichts, womit ich mich identifizieren konnte. Irgendwelche Dorf-Kiddies, die sagen 'Samy Deluxe ist der bessere Freestyler', war für uns mit dieser Berliner Mentalität nicht vereinbar."

Diese beschriebene Einstellung spiegelte sich wohl auch bei einem kleinen Konflikt mit Melbeatz wider. Mit der Queen of Beats, die damals bei Optik Records unter Vertrag stand, sei es auf dem Splash! beinahe zu einer Schlägerei gekommen. Ein auf den Boden geworfener Flyer sei der Auslöser gewesen. Heute kann Fler darüber vor allem schmunzeln: "Mel ist die Beste, ich liebe die."

Die Episode "History of Berlin" hört an dem Punkt auf, an dem Fler selbst einen Plattenvertrag bei Aggro Berlin bekommt. Ein zweiter Teil von Flers Berlin-Geschichte soll am kommenden Ostermontag erscheinen.

Eine Legende aus der Hauptstadt, für die Fler Hochachtung empfindet, war Maxim. Hier kannst du die Zeitreise mit dem bereits verstorbenen Hiphop-Pionier anschauen.

"Hiphop-Messias" Maxim führt durch zwei Jahrzehnte Berliner Geschichte


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