Universal-Deal & mehr: Fler & Jalil zeigen sich nach Missverständnissen versöhnlich

Vor einer Woche gab Fler in seiner Instagram-Story bekannt, dass Jalil nicht mehr bei Maskulin unter Vertrag steht. In der Zwischenzeit hat Fler sich in einem Interview bei TV Strassensound ausführlicher zur Situation rund um Jalil geäußert.

Jalil widerum reagierte zunächst verwundert über die Aussagen seines ehemaligen Labelchefs und veröffentlichte eine Gegendarstellung auf Instagram. Diese löschte er allerdings nach einigen Stunden wieder und ersetzte sie durch ein gemeinsames Foto mit Fler und den Worten:

Fler postete das selbe Foto mit der gleichen Caption. An dieser Stelle fassen wir die unterschiedlichen Standpunkte der beiden Berliner Rapper nochmal zusammen.

So geht es im Interview um einen möglichen Featurepart von Jalil auf Flers aktuellem Track "S*x Money Murder". Nachdem Jalil seine Strophe fristgemäß bei Fler abgeliefert hat, sollte auch relativ zeitnah ein Video zum Song entstehen. Laut Fler waren die Drehtage hierfür schon fest eingeplant. Da Jalil anders als Fler noch in einem 40-Stunden-Job arbeitet, kann er nicht allzu kurzfristig Platz für Videodrehs in seinem Kalender frei machen, wie er in seinem Statement erklärt. Anschließend habe sich Fler entschlossen, Jalils Part zu löschen.

Jalil zwischen Job & Rapkarriere

Jalil stellt klar, dass er zeitlich nicht so flexibel sei. Er habe in den vergangenen Monaten mehrfach darum gebeten, Videodrehs langfristiger zu planen und ihn in dieser Hinsicht aktiv zu unterstützen. Einzig bei den Videoshootings, die er selbst koordiniert habe, sei alles problemlos verlaufen.

Im Gespräch mit Davud geht Fler auch auf Jalils Workflow ein und ist der Meinung, dass dieser Musik nicht so ernst nehme. Jalil bezieht auch hierzu Stellung. Dabei listet er sämtliche Tätigkeiten seines Berufslebens auf:

"Also jemand, der 40 std arbeitet, zeitgleich seine eigene Musik schreibt, regelmäßig ins Studio fährt und aufnimmt und neben diesen 40 std in der Woche noch ein Album kreiert, Videos dreht, Interviews macht, auf Tour geht und und und, ist also jemand, der das nicht ernst nimmt?" [sic]

Allgemein resümiert Jalil, dass es viele Probleme bei der Terminkoordination gegeben habe. Da Fler sehr nachtaktiv sei, kollidierte zum Beispiel Jalils Hilfestellung bei der Albumproduktion zu "Colucci" immer wieder mit seinem Tagesrhythmus.

Außerdem liefert Jalil eine Gegendarstellung zur Labelsituation, wie Flizzy sie darstellt. In den gemeinsamen Verhandlungen mit Universal stand irgendwann anstelle eines Jalil-Solovertrages eine Joint-Venture-Lösung mit Maskulin als Ganzem im Raum. Als die Zahlen konkret wurden, habe er erkannt, dass das Geld aus diesem Deal ihm nicht erlaubt hätte, "von der Musik zu leben". Nach verständnisvollen Telefonaten sei er dann von Flers Ankündigung, Jalil sei nicht mehr bei Maskulin, überrascht worden.

Jalil bedankt sich bei Fler

Abschließend betont Jalil, dass es ihm bei seiner Schilderung nicht darum geht, Beef zu schüren. Er wollte lediglich seine Sicht der Dinge erläutern, damit keine "Halbwahrheiten" über ihn im Raum stehen. Jalils finale Worte klingen dementsprechend auch versöhnlich:

"Ich bin nach wie vor dankbar für die Zeit bei Maskulin, für jeden Support von Fler und für die Möglichkeit meine Musik mit den Leuten zu teilen. Wir haben über all die gemeinsamen Jahre viel scheisse erlebt, haben viele Kriege zu zweit gekämpft, als Leute uns belächelt haben und sind trotzdem immer stabil und aufrichtig geblieben. Deshalb sollten wir das jetzt auch tun. Das ist ein emotionales Thema für jeden, der involviert ist, aber umso mehr sollte das jetzt einfach mit dem nötigen Respekt weitergehen. Ich wünsche dem gesamten Team, den Erfolg, den sie verdienen und alles gute! Mehr gibt da von meiner Seite aus nicht zu sagen!" [sic]

Eine musikalische Fortsetzung ihrer bisherigen Zusammenarbeit auf künftigen Releases scheint damit nicht ausgeschlossen zu sein.

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Wie Deutschrap mit der Coronakrise umgeht

Wie Deutschrap mit der Coronakrise umgeht

Von Michael Rubach am 19.03.2020 - 12:40

Corona reguliert: Deutschrap ist dabei wie jeder andere Zweig der Gesellschaft von dem Virus und seinen Folgen betroffen. Statt zu resignieren, finden viele Artists einen kreativen Umgang mit der eingeschränkten Freiheit. Neben konkreter Aufklärung gibt es frischen Rap, Tanzeinlagen oder Podcasts für die ebenfalls (hoffentlich) sozial isolierte Anhängerschaft. Die Artists bilden gewissermaßen einen gemeinsamen künstlerischen Antikörper zur grassierenden Gefahr.

Xatar & SSIO starten Podcast

Der Baba aller Babas und der "Messios" stellen sich als neues Talk-Gespann vor. Im "Pobidcast" bespricht das AON-Duo die Situation. Das Ganze ist zwar bei Weitem nicht auf dem Niveau eines Leon Lovelock, aber auch hier ist hin und wieder Vorsicht beim Hören geboten.

Olexesh, Chefket, Megaloh & mehr mit Bars zur Lage

Der Bratan Olexesh liefert auf Instagram Einblicke in eine Vorratskammer. Er will allerdings nicht der Eigentümer der Wasser- und Nudelmengen sein. Dann wird einfach wild im Quarantäne-Modus gerappt.

Danger Dan von der Antilopengang konzentriert sich auf das Gold des Jahres 2020: Nudeln und Klopapier.

Duzoe sendet straight aus seinem Zimmer. Auf einem "quarantäne theorie type beat" bestellt er noch nette Grüße an den zuletzt unangenehm auffällig gewordenen Xavier Naidoo.

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quarantäne theorie type beat https://t.co/W4UzGL92Nj

Tightill hat sich im Bademantel aufs Dach gewagt und sieht auf einem Beat von Asad John der "Klopapocalypse" entgegen.

Chefket analysiert die Lage und wünscht allen Menschen nur das Beste – außer Nazis.

Megalohs Corner Rap ist bereits ein paar Tage alt, aber greift dennoch die Corona-Vibes auf. Sich noch einmal vor Augen zu führen, warum links und rechts nicht das Gleiche ist, kann darüber hinaus nicht schaden.

Auch eRRdeKa hat sich so seine Gedanken gemacht und feuert gegen die Egoisten und Klopapier-Sammler.

Mit Blick auf die Entwicklung im Deutschrap kann man guten Gewissens behaupten, dass Money Boy seiner Zeit voraus war. Die Corona-Wave hat der Wiener natürlich früh erkannt. Mit einem Kaltgetränk in der Hand wurde schon vor gut zwei Wochen ein Freestyle gekickt.



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CORONA FREESTYLE

Ein Beitrag geteilt von Money Boy (@therealmoneyboy) am

MoTrip rappt zwar nicht in die Kamera, aber präsentiert dafür eine Line, die zum Nachdenken anregt.

Celo & Abdi fassen alles Wichtige zusammen

Abdi war im Supermarkt unterwegs und hat sich mal umgesehen. It's "Corona Time"!

Wer Tipps für die Handhygiene benötigt, wird auch bei den Frankfurter Brudis fündig.

Security Check Required

(null)

Weil doppelt oft besser hält, hier noch mal der gleiche Hinweis von Eko Fresh.

Liquit Walker baut passende Playlist

Die Playlist "Quarantäne Hits" von Liquit Walker reiht reihenweise Isolations-Banger aneinander. Alte Klassiker wie Mobb Deeps "Survival of the Fittest" oder sogar MC Hammers "Don't Touch This" erscheinen aktuell in einem völlig neuen Licht. Nicht zu vergessen "Klopapier" von K.I.Z – der Track für die Währung der Zukunft, wenn man den Hamsterkäufern so über die Schulter schaut.

Fler droppt "Atlantis" früher

Auch im Hause Maskulin beschäftigt man sich mit dem Virus. Fler glaubt, dass Deutschland nie "ein Album so sehr gebraucht" habe wie in diesen Tagen. Daher kommt "Atlantis" wohl bereits in der Nacht zu Samstag auf Spotify.

Max Herre stellt komplettes Konzert online

Max Herre hat sich kurzerhand für ein Sofakonzert entschieden. Da alle Termin seiner "Athen"-Tour verschoben werden mussten, verlagert er einen Gig ins Netz.

Damit es nicht zu kurz kommt: Dickes Shoutout an alle Artists, die ihre Reichweite dafür nutzen, um einen sinnvollen Beitrag in der aktuellen Situation zu leisten. Jeder Aufruf zur Hygiene und zum Abstandhalten kann helfen, ein paar Personen mehr vor Augen zu führen, dass das Verhalten jedes Einzelnen eine Tragweite besitzt. Ebenso gilt der Dank den Menschen, die den Laden am Laufen halten. Den Menschen, die in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen, im Einzelhandel oder im öffentlichen Nahverkehr tätig sind.


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