Was macht man, wenn 60.000 Euro teure Videos von den Sendern abgelehnt werden, 300.000 Menschen dein Album downloaden und die Verkaufszahlen von Werk zu Werk fallen?
Wie kann man sich als aufstrebender Newcomer noch motivieren, wenn man sieht, dass die gesamte Szene um einen herum das Handtuch wirft?
Fler erklärt dir dazu, warum er nicht sicher ist, ob er noch weiter Alben aufnimmt, warum ihn Manuellsen und Optik auch berühren, warum mit Kollegah  wohl  doch  noch  kein  Frieden  in  Sicht ist, wie er seine Zeit mit Bushido sieht und wie es mit Aggro Berlin weitergeht.
Godsilla beschreibt seine Sicht auf Karriere und Musikindustrie und natürlich geht es vor allem  um  das  neue  Album.
Wenn du mit der Südberlin Maskulin Packung fertig bist, wartet außerdem ein Videointerview mit Godsilla und King Orgasmus One auf dich! Nicht jugendfrei aber mit guter Dynamik...
[ Orgi & Godsilla Videointerview ]

Fler und Godsilla über Südberlin Maskulin, Bushido und CNN-Zeiten

Fler über Kollegah

Fler  und Godsilla über die Lage im Musicbiz, Aggro Berlin und Zukunftspläne

Fler über Downloads, RapidShare und Gewalt

Fler und Godsilla über Südberlin Maskulin, Bushido und CNN-Zeiten

Phiddy: In vier Tagen kommt Südberlin Maskulin , werden die ganzen Interviews schon langsam zu viel?
Fler: Für mich ist es Routine, für Silla ist es bestimmt etwas Neues. Südberlin Maskulin ist von Anfang an als Untergrund Projekt geplant gewesen. Darum haben wir nicht so viele Promo Termine.

Toxik: Wenn du von einem Underground Projekt sprichst geht es also nicht um die Verkäufe? Welches Ziel habt ihr mit Südberlin Maskulin ?
Fler: Bei meinen Solo-Alben wie Fremd im eigenem Land ging es mir um die Verkaufszahlen, bei Südberlin Maskulin ist das ganz anders. Jetzt würde es weniger an die Substanz gehen, wenn es sich nicht so gut verkauft. Es ist wie gesagt ein Album, das nicht auf der Mainstream Schiene angesiedelt ist. Wir wollten Musik machen wie damals, back to basics.

Orgi & Godsilla Videointerview

Seiten

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Von Graffiti zu "CCN": Fler rekonstruiert seine Hiphop-Geschichte

Von Graffiti zu "CCN": Fler rekonstruiert seine Hiphop-Geschichte

Von Michael Rubach am 27.03.2021 - 14:51

Fler taucht tief in seine persönliche "History of Berlin" ein: Flizzy lässt auf dem gleichnamigen YouTube-Kanal nämlich seinen eigenen Hiphop-Werdegang Revue passieren. Die ersten Berührungspunkte mit der Kultur, die Leidenschaft für Graffiti Writing und nicht zuletzt das Deutschrap-historisch wichtige Aufeinandertreffen mit Bushido – bis einschließlich 2003 beleuchtet der Maskulin CEO seine Hiphop-Sozialisation in der Hauptstadt.

Fler: "Da hast du zum ersten Mal gemerkt, es gibt eine Deutschrapszene"

In Süd-Berlin kam Fler schon in jungen Jahren mit Hiphop in Kontakt. Die stationierten Soldaten der Alliierten Streitkräfte verbreiteten den amerikanischen Spirit. Die erste Rap-CD kommt dabei vom Nachbarn: "Da Mystery of Chessboxin'" vom Wu-Tang Clan. Fler beschreibt, wie er in der Kultur Halt findet, sich beweisen will und nach Anerkennung sucht. Er habe "radikal" seine Kunst ausleben wollen. In der Schule sei es damals vor allem um Graffiti gegangen.

"Auf dem Schulhof gab's kein Thema, was so wichtig war wie Graffiti. Es war Wahnsinn, wie die Jungs alle auf diesem Film waren: 'Okay, Graffiti ist der Shit und wir müssen hier Qualität abliefern, wirklich auf 'nem hohen Niveau.' Da hat man schon gemerkt, es waren junge Kids, die Hardcore-Leute aus der Szene als Vorbilder hatten. In diesem Alter ging es wirklich darum, dass man mittlerweile genau seine Vorbilder in der Hiphop-Szene hatte. Jeder wusste: Wenn du dich morgen dazu bekennst, dass du Writer wirst, dann ist es mehr als nur: 'Ich mal jetzt 'n bisschen'. Dann war klar: Du bist Teil einer Szene, die nicht sehr einfach ist."

Immer wieder betont Fler das Berlin-typische Konkurrenzdenken. Es sei stets darum gegangen, sich zu behaupten und sich seinen Respekt zu verdienen. All das sei eine "harte Schule" für ihn gewesen. Das Kennenlernen mit Bushido während der Malerausbildung brachte Fler schließlich nach und nach auf die musikalische Schiene. Die Connection mündete bekannterweise in der Entstehung des stilprägenden Kollaboalbums "Carlo Cokxxx N*tten" (2002).

Die Begegnung mit anderen Teilen der Deutschrapszene auf dem Splash! Festival schildert Fler rückblickend hingegen als regelrechten Kulturschock. Vorher habe er Rap vor allem aus einer Berliner Perspektive wahrgenommen.

"Da hast du zum ersten Mal gemerkt, es gibt eine Deutschrapszene. Wir sind da mit paar Kumpels übers Feld gelaufen, haben das "Carlo Cokxxx N*tten"-Tape aus so Pappkartons für 10 DM verkauft und haben dann zum ersten Mal diese Käuferschaft von Deutschrap gesehen und es war für mich - bei aller Liebe - nichts, womit ich mich identifizieren konnte. Irgendwelche Dorf-Kiddies, die sagen 'Samy Deluxe ist der bessere Freestyler', war für uns mit dieser Berliner Mentalität nicht vereinbar."

Diese beschriebene Einstellung spiegelte sich wohl auch bei einem kleinen Konflikt mit Melbeatz wider. Mit der Queen of Beats, die damals bei Optik Records unter Vertrag stand, sei es auf dem Splash! beinahe zu einer Schlägerei gekommen. Ein auf den Boden geworfener Flyer sei der Auslöser gewesen. Heute kann Fler darüber vor allem schmunzeln: "Mel ist die Beste, ich liebe die."

Die Episode "History of Berlin" hört an dem Punkt auf, an dem Fler selbst einen Plattenvertrag bei Aggro Berlin bekommt. Ein zweiter Teil von Flers Berlin-Geschichte soll am kommenden Ostermontag erscheinen.

Eine Legende aus der Hauptstadt, für die Fler Hochachtung empfindet, war Maxim. Hier kannst du die Zeitreise mit dem bereits verstorbenen Hiphop-Pionier anschauen.

"Hiphop-Messias" Maxim führt durch zwei Jahrzehnte Berliner Geschichte


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)

Register Now!