Fler entschuldigt sich bei Berliner Polizei

Das Video, in dem Fler sich bei einer Führerscheinkontrolle beleidigend gegenüber der Polizei äußert, ist längst viral gegangen und die zurzeit größte Attraktion im bunten Deutschrap-Zirkus. In einem Livestream auf Instagram hat sich der Rapper gestern ausführlich zu dem ganzen Ereignis geäußert. Hier entschuldigt er sich bei der Berliner Polizei, kritisiert aber die Beamten, die ihn raus gewunken haben.

Viele werfen Fler ein unmögliches Verhalten vor, die Flut an Memes in den sozialen Medien ebben noch nicht ab und sogar der Tagesspiegel berichtet. Die Polizei Berlin reagiert in einem Tweet auf den Vorfall und gestaltet dafür sogar ein Zitat aus dem neuen Bushido-Song um.

Berliner Polizei reagiert auf Flers Ausraster bei einer Kontrolle

Es ist 2019, Dinge verbreiten sich im Internet wie ein Lauffeuer. So ist es nicht nur bei den WhatsApp-Nachrichten aus einer internen Alpha-Gruppe geschehen, sondern nun auch bei einem Video, das Flers Partnerin aufgenommen hat, während der Rapper von der Polizei festgenommen wurde.

 

Fler hat Respekt vor Berliner Polizei

In dem etwa zwanzigminütigen Reaktions-Video betont Fler unter anderem, er wolle nicht den Eindruck erwecken, dass die Polizei nicht respektiert werden soll und er hege nicht die Absicht, sich vor der Polizei zu profilieren.

"Mann Leute, kommt, bleibt menschlich. Ich entschuldige mich auch bei der Berliner Polizei.“

Fler erwähnt hier lobend die Arbeit der Berliner Polizei, die sich mit brutalen Delikten auseinandersetzen müssen. Ebenso spricht er sich für Journalisten aus, die über harte kriminelle Themen berichten. Gleichzeitig möchte er aber nicht wie einer dieser Schwerverbrecher behandelt werden und kritisiert Medien, die ihn „an den Pranger stellen wollen“. 

"Ich bin kein Tyrann. Ich möchte nicht den Gangster spielen. Ich respektiere die Berliner Polizei. Berlin ist ein hartes Pflaster.“

Fler nennt Polizisten "Fanboys"

Mit den Polizeibeamten, die ihn angehalten haben und die von Fler als „Fanboys“ bezeichnet werden, ist er aber nicht ganz so auf Friedenskurs und umschreibt den Einsatz als übertrieben. Den Grund dafür, dass er von den Polizisten rausgewunken wurde, sieht er vor allem in seinem Dasein als Rapper. 

"Die Beamten haben auf mich gewartet. Die wussten ganz genau, wo ich lang fahre.“

Wie der Tagesspiegel schildert, haben die Polizisten wohl bereits Anzeige gegen den Rapper erstattet. Darauf entgegnet Fler, er wolle alles in diesem Rechtsstaat mögliche dagegen machen. 

Zu den Vorwürfen den ganzen Medienwirbel als Promo für sein kommendes Album zu nutzen, antwortet Fler gewohnt ehrlich. Die Menschen seien selber schuld, wenn sie ihn auf ein Podest stellen.

"Promo? Ich mach daraus Promo. Ich bin zwanzig Jahre lang im Musikgeschäft.“ 

Am Tag, an dem er dem Livestream aufgezeichnet hat, sei er ein weiteres Mal im Auto von der Polizei gestoppt worden. Die Beamten im Einsatz seien aber nett gewesen und hätten selber über ihre Kontrolle gelacht. 

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Bantu Nation vs. Fler: Sugar MMFK teilt in neuem Part aus

Bantu Nation vs. Fler: Sugar MMFK teilt in neuem Part aus

Von HHRedaktion am 31.03.2020 - 15:48

Mehrere parallel laufende Konflikte sind für Fler eher Königsdisziplin als etwas Neues. Insofern sorgt der Berliner Troublemaker im außergewöhnlichen Kalenderjahr 2020 für etwas gefühlte Normalität. Kurz nach Sentinos Disstrack-Hörprobe gibt es nun auch von Sugar MMFK Zeilen zu hören, die konkret an Flizzy adressiert sind.

Sugar MMFK disst Fler in Instagram-Part

Darin geht es unter anderem um Flers Connections zu schwarzen Community, den obligatorischen 31er-Vorwurf und in einer Line auch um Bushido. Der Grund für den neu entfachten Streit steht in den Zeilen nicht im Fokus, sondern wird nur beiläufig angerissen:

"Fler wollt' auf gut vernetzt machen ohne Highspeed / geht zu sein' alten Unterdrückern, wird zur Wifey"

"Hab' dir oft Props gegeben, aber übertreib' nicht / Bantus sind Kings, Akhi, nur du weißt nicht / mit mir f**kt keiner, Akhi, nur du weißt nicht / bei der nächsten Frechheit weiß ich, Rappen reicht nicht"

Das steckt dahinter: Dem Bonner und seinen Bantu Nation-Homies Des, G-Mac und Co ist eine Aussage aus Flers aktuellem TV Strassensound-Interview ein Dorn im Auge. Als Fler darin erklärt, dass er aufgrund seiner Kontakte zu Rappern aus der schwarzen Community kein Nazi sein könnte – was ihm ohnehin niemand vorgeworfen hat – namedroppt er auch die Bantu Nation.

"Ein Jalil, der ist mein Bruder gewesen. Er zieht die Karte jetzt? [...] Mortel, diese ganze Bantu Nation, die ganzen Filme da. Bro, welcher weiße Rapper hat die gepusht wie ich?"

Beziehungsstatus "vorbelastet": Fler & Deutschraps schwarze Community

Dieses Zitat hat die Jungs aus NRW getriggert. Schon vor einigen Tagen reagierten sie auf die Aussage und stellten klar, dass aus ihrer Sicht nur Xatar etwas derartiges von sich behaupten könnte. Nun hat Sugar eben auch für eine musikalische Antwort gesorgt.

Fler denkt dabei wahrscheinlich an eine Phase vor wenigen Jahren (circa 2016-2017), als unter anderem Mortel und seine Gang Racailles gelegentlich mit ihm zu sehen waren. Damals entstand das Video zu "Sollte so sein", in dem neben Mortel und Co auch Peti Free am Start waren. Beim Openair Frauenfeld-Konzert von Flizzy 2017 wurde eine riesige Racailles-Flagge auf der Bühne geschwenkt und auch auf der Tour damals waren immer wieder einige der Jungs auf der Bühne zu sehen, um gemeinsam Action zu machen.

Das Verhältnis war tatsächlich lange Zeit sehr positiv, aber die Mitglieder des Labels Bantu Nation spielten dabei keine vordergründige Rolle. Vielleicht hat Fler schlichtweg die Racailles und die Bantu Nation verwechselt.

Außerdem kann natürlich darüber diskutiert werden, wie viel Einfluss eine Handvoll gemeinsamer Tracks und Auftritte für den weiteren Weg von Mortel und den Racailles im Game hatten.

In die Situation, sich bei Davud zu rechtfertigen, kam Fler durch eine Line auf seinem noch relativ frischen Album "Atlantis". Im Song "Mood" bezeichnet er Jalil als "Slave", der nach seinem Job im Apple Store bei Maskulin dann zu "Django Unchained" geworden wäre.

Fler droppt Sklaven-Line gegen Jalil, aber will sie nicht rassistisch meinen

Dass Fler auf seinem neuen Album "Atlantis" auch Lines gegen den ehemaligen Homie und Kollabopartner Jalil rappt, überrascht sicher die wenigsten Hörer. Die Art und Weise sorgt allerdings...

Er beharrt darauf, dass diese Zeile lediglich ein kunstvolles Bild für Jalils persönlichen Weg sei. Das mag zum Teil so sein. Aber einen dunkelhäutigen Ex-Homie als Sklaven zu bezeichnen, ist im besten Fall höchst unglücklich gewählt und im schlimmsten Fall eben eine rassistische Line.

Dieser Provokation wird Fler sich nicht erst bei der endgültigen Veröffentlichung der LP bewusst geworden sein. Zu intensiv war sein Konflikt mit der schwarzen Community Anfang 2019. Zu lange spielt er schon dieses Deutschrap-Game, um sich nicht im Vorfeld über die möglichen Folgen dieser Zeilen im Klaren gewesen zu sein.


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