Fler verschiebt sein neues Album & ändert den Titel

Fler verlegt die Veröffentlichung seines bis dato als "Energy" bekannten Albums ins Jahr 2020. Wie der Berliner auf Instagram bekanntgibt, droppt die Platte nicht wie bisher angedacht am 13. Dezember 2019, sondern erst am 14. Februar 2020. Auch dem Titel unterzieht Flizzy kurzerhand ein Update.

Fler kündigt neue Single aus "Atlantis" an

Flizzy scheint wiedermal im Modus und gibt direkt mehrere neue Details zu seinem kommenden Album preis. Zunächst weist er auf die Verschiebung seines Werks hin, das einfach nicht die Gegenwart des Deutschraps abbilden würde. Mehr Informationen und eine weitere Videosingle stellt Fler ebenso in Aussicht. Ziel ist es offenbar ein "vibelevel" zu erreichen – also sich dem Album anzunähern, das gemeinhin als Flers Blueprint gilt.

"ENERGY VÖ 14.02.2020 !!! Hey Freunde, ich will das Album nochmal verschieben - sind wieder der Zeit vorraus!!!  Alle Infos und die nächste Single + Video bald!!!" [sic]

Weitere Nachrichten liefert der Flizzmaster in Windeseile. So hat Fler von dem Titel "Energy" augenscheinlich Abstand genommen. "Atlantis" soll das neue Album nun wohl heißen. Das legt der entsprechende Instagram-Post samt Bild einer rauen See nahe.



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ATLANTIS #albumtitel VÖ 14.02.2020

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Als erste Single seines Projekts schickte Fler zuletzt den Track "Fame" ins Rennen. Außerdem liefert sich Flizzy seit Wochen eine öffentliche Auseinandersetzung mit Bushido, die kürzlich im Disstrack "No Name" gipfelte.

Fler veröffentlicht Bushido-Disstrack "No Name" [Audio]

Fler hatte schon länger angedeutet, dass er einen Bushido-Disstrack namens "No Name" in der Hinterhand hatte. Diesen wollte er sich aufbewahren für den Fall, dass sein ehemaliger "CCN"-Partner seinerseits mit Lines gegen ihn feuert. Auf dem neuen Song "Renegade" mit Animus klingt nun fast der komplette Bushido-Part, als wäre er an Flizzy adressiert.

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Fler droppt Sklaven-Line gegen Jalil, aber will sie nicht rassistisch meinen

Fler droppt Sklaven-Line gegen Jalil, aber will sie nicht rassistisch meinen

Von HHRedaktion am 23.03.2020 - 12:02

Dass Fler auf seinem neuen Album "Atlantis" auch Lines gegen den ehemaligen Homie und Kollabopartner Jalil rappt, überrascht sicher die wenigsten Hörer. Die Art und Weise sorgt allerdings für mehr als ein fragendes Stirnrunzeln.

Fler nennt Jalil auf "Atlantis" einen Sklaven

Der zweite Part im Song "Mood" ist offenbar größtenteils an den Ex-Maskuliner addressiert. Fler stellt zunächst seinen jahrelangen Support und vermeintlichen musikalischen Einfluss in den Mittelpunkt:

"Du warst drei Jahre dabei, danach vorbei / Auf Wiedersehen und goodbye / Denkst du, jetzt kommt deine Prime? / Wie die Airline Setzt deine Ziele zu high / Wer gab dir Push wie der Whitey? / Holte dich damals zurück aus den 90s"

So weit, so gut. Bars über die persönlich Historie miteinander, etwas Selbstbeweihräucherung – Attitude wie in einem Battle eben. Danach geht es unter die Gürtellinie, indem Fler Jalil als Sklaven bezeichnet:

"Doch du warst zu Pinky, ich Brain / Im Apple Store warst du ein Slave / Bei mir dann Django Unchained"

Mit der Wortwahl kann er zwar auch ungerechte Bezahlungen bei Apple oder in unserer Gesellschaft generell meinen und in diesem Hinblick würde die Line auch funktionieren. Einen dunkelhäutigen Kollegen als Sklaven zu betiteln, deutet nichtsdestotrotz auf rassistische Denkmuster hin, die im Hinterkopf ablaufen. Gleichzeitig inszeniert Flizzy sich selbst implizit als den gönnerhaften Retter Dr. King Schultz (in "Django Unchained" gespielt von Christoph Waltz), der Django im Film aus einem Sklavenzug befreit und anschließend mit ihm zusammenarbeitet, während sich eine Freundschaft entwickelt. Der Vergleich ist bewusst provokant formuliert und die Reaktionen darauf können Fler nach 20 Jahren Deutschrap nicht überraschen.

Jalil reagiert überrascht

Jalil hat den Front in dieser Form wohl nicht kommen sehen. Laut seiner IG Story sind er und Fler sich vor der Albumabgabe bei einem persönlichen Treffen respektvoll begegnet. Erst kürzlich, nach Flizzys Entlassung aus der U-Haft, sollen sie noch telefoniert haben. Fler hätte noch genug Zeit gehabt, seine Worte zu überdenken, so Jalil, der außerdem daran erinnert, dass er sich bei den Rassismusvorwürfen Anfang 2019 schützend vor seinen damaligen Homie stellte.

Jalils Einordnung der Sklaven-Line auf dem neuen Album: "Hättest gleich N**ga sagen können. Wäre der gleiche Effekt gewesen."

Flers Erklärungsversuche auf Instagram

Auf Instagram geht es dann auch weiter: Dort bezeichnet Fler diejenigen, die ihm letztes Jahr Rassismus vorgeworfen haben, als Idioten. Er meint, Jalils Einsatz damals wäre nur dagewesen, um "wieder den souveränen Mann zu spielen". In seinen Augen hätte "jeder loyale Typ" nichts gesagt, anstatt einen Freund in Schutz zu nehmen.

Hinzu kommt seine Anschuldigung, Jalil hätte Rocker geschickt, die ihm aufgelauert hätten. Zur "Slave"-Zeile liefert er nur eine sehr dürftige Erklärung, mit der er zumindest andeuten will, dass die Wortwahl nichts mit der Hautfarbe zu tun hätte: "Du bist für mich genau so ein 'Slave' wie Bushido einer ist!"

Danach schließt er mit dem Scheinargument, er könnte gar kein Rassist sein, weil er Jalil mehr geholfen hätte als es jemals jemand anders tun würde. Einmal ganz deutlich: Wir halten Fler nicht per se für einen Rassisten. Aber drei Jahre Zusammenarbeit mit Jalil funktionieren nicht als lebenslange Freikarte für Lines, die zumindest einen rassistischen Hintergrund haben – und das ist bei Zeilen, die die Black History bewusst als Angriffspunkt nutzen, eben der Fall.

Einen kleinen Throwback in den Januar 2019, als Fler von der schwarzen Community scharf kritisiert wurde und Jalil ebenfalls seine Meinung teilte, findet ihr hier:

Nach Rassismusvorwürfen gegen Fler: Neue Statements von Jalil, Telson & Sylabil Spill

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