Fler im Ansage-Modus: Bushido, US-Feature, Track mit Kollegah & mehr

Fler befindet zwar aktuell im Urlaub, aber eine ruhige Kugel schiebt der Flizzmaster trotzdem nicht. Die Ereignisse in Deutschland ermuntern den Berliner, erneut in einem Live-Stream diverse Statements und Realtalk abzuliefern. Einige von vielen Themen: Bushido, das kommende Album "Corleone" und eine besondere Idee für einen gemeinsamen Song mit Kollegah.

Bushido vs. Arafat Abou-Chaker: Fler bewertet die Situation

Fler hat seine Meinung zu den aktuellen Geschehnissen um Arafat Abou-Chaker und Bushido. Laut Fler inszeniere sich Bushido mit Hilfe der BILD-Zeitung als "Opfer", um beim bevorstehenden Zivilprozess gegen Arafat Abou-Chaker bessere Karten zu besitzen. Bushidos Auftritt samt Polizeiaufgebot in Kleinmachnow hält Fler für eine "Show", die nur der "Manipulation" der Öffentlichkeit diene. Im Endeffekt gehe es Bushido "nur ums Geld". Einmal in Rage geredet, bringt der Flizzmaster auch eher streitbare Vergleiche und stellt den deutschen Staat auf eine Stufe mit einer Rockergang. Selbst die Polizei habe sich von Bushido beeinflussen lassen. Im Hinblick auf seine eigene Vergangenheit mit dem EGJ-Boss fügt Fler hinzu:

"Es gibt keinen Menschen auf der ganzen Welt, der so durchtrieben, abgewichst, hinterhältig, kalkulierend und berechnend ist wie dieser Bushido. "Es gibt keinen Menschen, [...] der mich öfter verkauft hat als ein Bushido."

Insofern Bushido tatsächlich mit "CCN4" seine Rückkehr ins Rapgame angeht, hat Fler bereits konkrete Vorstellungen, wie es inhaltlich ablaufen könnte. Bushido werde demnach rappen, dass er ein "Ehrenmann" sei und seine "Familie gerettet" habe. Fler und seine Rapperkollegen würden sich über ein Comeback in dieser Form regelmäßig lustig machen.

Haftbefehl, Gringo, Farid Bang & Smokepurpp als Features auf "Corleone"?

In seinem mehr als halbstündigen Monolog kommt Fler auch kurzzeitig auf Musik zu sprechen. Schließlich steht sein neues Album "Corleone" für den Herbst auf dem Plan (voraussichtliches Release Date 25. Oktober). Fler kündigt für die nahe Zukunft eine weitere Hörprobe zusammen mit US-Rapper Smokepurpp an. Der 22-Jährige aus Chicago zählt zu den jungen Artists, die aus der Soundcloudwelt hervorgegangen sind. Zu seinen erfolgreichsten Songs zählen "Audi" und "Nephew" mit Lil Pump.

Mit Wortjongleur Gringo habe Fler zudem zwei Songs gemacht – einer dieser Tracks werde auf "Corleone" sein. Auch mit Farid Bang kollaboriere Fler "natürlich" wieder – und noch ein weiterer deutscher Rapper soll auf Flizzys nächster Platte landen. Ein Feature mit Haftbefehl können wir demnach "auf jeden Fall auf dem Album" erwarten.

Flers Idee für einen gemeinsamen Track mit Kollegah

Mit alten Erzfeinden hat Fler in den letzten Jahren vermehrt seinen Frieden gemacht und so ist auch sein Verhältnis zu Kollegah als entspannt zu bezeichnen. Fler schwebt für einen Track mit dem Alpha Music-Boss sogar schon eine Idee vor. Ohne einen Namen zu nennen, bringt er einen gemeinsamen Disstrack gegen einen anderen Rapper ins Spiel.

"Ich müsste mit Kolle eigentlich mal Disstrack machen – ich weiß auch gegen wen."

Da sowohl Fler als auch Kollegah nicht sonderlich gut auf Bonez MC zu sprechen sind, liegt der Gedanke nahe, dass Fler mit seiner Aussage auf den Hamburger abzielt. Diese Vermutung wird dadurch verstärkt, dass Fler später in seinem Live-Video auf Nachfrage einen gemeinsamen Disstrack mit Kollegah gegen Bonez als "gute Idee" bezeichnet.

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Interview: Fler & Staiger streiten über Demokratie & Verschwörungs-Erzähler

Interview: Fler & Staiger streiten über Demokratie & Verschwörungs-Erzähler

Von HHRedaktion am 10.07.2020 - 15:25

Fler und Marcus Staiger treffen in Spielfilmlänge aufeinander: Die beiden bekanntermaßen starken Charaktere haben sich für das neue Format "Bunkertalk" an einen Tisch gesetzt. Selten musste Fler in einem Interview wohl so um seine Rolle als Lautsprecher kämpfen. Das hängt vor allem mit seinen Darstellungen in den letzten 30 Minuten zusammen. Dort outet sich Fler als großer Fan der YouTube-Bubble, in die man gerät, wenn man sich auf die Suche nach Beweisen für Kinderblut trinkende Promis macht.

Fler fühlt die Verschwörungs-Bubble

Die erste Stunde des Talks verläuft noch einigermaßen harmonisch. Es geht um Hiphop in den Neunzigern, das Verhältnis von Kapitalismus und Kommunismus, Basketball und Flers heutige Sicht auf seine Reaktion auf die #Unhatewomen-Kampagne (Stichwort: Kopfgeld). Nach gut einer Stunde nimmt der unterhaltsame Schlagabtausch eine ungemütliche Wendung.

Dann eröffnet Fler seine Faszination für alternative Medien. Die Gestalten, die sich für die Verbreitung von Verschwörungserzählungen zuständig fühlen, beschreibt Flizzy wahlweise als "geil" oder "lustig". Ihm imponiere, dass es Typen seien, die auf "die Kacke hauen". Sein Konsum der Geschichtenerzähler mit starkem Hang zum Antisemitismus und rechten Weltbildern habe ausschließlich mit den Personen und nicht mit den dort transportierten Inhalten zu tun. Von diesen habe Fler schlichtweg "keine Ahnung". Videos aus der Verschwörungsszene seien für ihn "eine Alternative zum Rap" und eine willkommene Freizeitunterhaltung.

Ganz frei von den Ideologien der Ken Jebsens dieser Welt ist Fler jedoch offenbar nicht. Er betont gleich mehrfach, dass er zu "100 Prozent" an einen Staat im Staat glaube. Also eine Art Schattenregierung, die eigentlich die Geschicke der Republik lenken würde. Hinweise zum Output der alternativen Meinungsmacher streut er auch gerne in seiner Telegram-Gruppe. Von dem oftmals rechten Verschwörungsgeschwurbel scheint für Deutschrap eine gewisse Strahlkraft auszugehen. Beispiele gab es in den letzten Monaten genug.

Fler, Attila Hildmann, Xavier Naidoo & die Meinungsfreiheit

Aus dem Streitgespräch wird schließlich endgültig ein Schreigespräch, als es um die Bewertung von Demokratie und Meinungsfreiheit geht. Fler vertritt dabei den Standpunkt, dass wir nicht in einer Demokratie leben würden. Über sein Verhältnis zur geltenden politischen Ordnung sagt er: "Ich bin auf sowas nicht angewiesen". Einen funktionierenden Rechtsstaat gebe es nicht.

Fler argumentiert für eine Form der Meinungsfreiheit, die keine Grenzen kennt. Eine Freiheit, die es erlauben würde, ohne Konsequenzen die Reichskriegsflagge zu verwenden und sich mit Nazi-Rhetorik Gehör zu verschaffen. Attila Hildmann, Xavier Naidoo und weitere psychotisch agierende Figuren der Verschwörungsszene stilisiert er zu den Opfern des aktuellen Systems. Sie würden zwar nicht juristisch aber sozial für ihre bloßen Meinungen abgestraft werden. Unter diesen Voraussetzungen stuft Fler die Mythen, welche die rechten Ideologen streuen, gar als "mutig" ein. Das, was Fler hier als soziale Ächtung hinstellt, ist jedoch die Essenz von Meinungsfreiheit. Wer höchst fragwürdigen Mist in die Welt posaunt, muss mit dem Echo klarkommen.

Staigers permanente Gegenrede scheint an Fler abzuprallen. Auch Beispiele von Attentätern, die aufgrund von Verschwörungs-Threads in den Untiefen des Internets schießwütig in eine Pizzeria rennen, können Fler nicht von seiner Haltung abbringen. Davon, dass die Verbreitung von fremdenfeindlichen und rassistischen Standpunkten sowie das Geschwurbel darüber, dass die Juden im Zentrum allen Übels stünden, keine angemessene Diskussionsgrundlage bilden, will er nichts wissen. Was jedoch nicht heißt, dass Fler sich diesen Meinungen anschließen würde. Angesprochen auf die wirren Statements von Attila Hildmann und Xavier Naidoo gibt Fler an, dass diese natürlich "Schwachsinn" seien.

Attila Hildmanns Telegram-Gruppe startet "traurigsten Shitstorm aller Zeiten" gegen Fatoni-Video

2020 war bisher ein gutes Jahr für Verschwörungserzählungen. Xavier Naidoo hat endültig seine letzten Hüllen fallen lassen. Ex-Starkoch Attila Hildmann schmeißt regelmäßig alle Verschwörungen, die nicht bei drei auf den Bäumen sind, mit einer guten Prise Fantasie und drei Esslöffeln maximaler Verwirrung in den Thermomix, um das Ergebnis seiner Telegram-Gruppe vorzusetzen.

Bewusste Desinformation, die ohne tatsächliche Beweiskraft im Internet kursiert, ist gefährlich. Das sieht Fler offenkundig nicht so. Auch, dass die permanente Verfügbarkeit von dererlei Pseudo-Informationen eher ein Beweis für als gegen den Rechtsstaat ist, scheint nicht durchzudringen. Das alles macht Fler zu keinem Vorzeigeträger eines Aluhuts. Jedoch bietet er Rechten, Rassisten und Extremisten allzu leichtfertig an, es sich bei ihm und damit auch bei seiner Fanbase gemütlich zu machen. Letztendlich ist politisches Gequatsche aber eher nichts für Flizzy. Sein Hauptaugenmerk liegt woanders:

"Was interessiert mich? Dicke Autos, geile Weiber, Rap und Pateks"

In der Auftaktsendung des Bunkertalk ging es deutlich entspannter zu. Hier war Rooz zu Gast und gab einige interessante Einblicke in seine Arbeit und sein Leben:


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