Hacker spielen "F**k Tha Police" im Polizeifunk

Nachdem die Hackergruppe Anonymous in der letzten Woche zu Social Media zurückgekehrt ist, solidarisierten sie sich mit der #BlackLivesMatter-Bewegung und kündigten Vergeltung für George Floyd an. In den letzten Tagen folgten mehrere Aktionen, hinter denen die Gruppierung vermutet wird. Unter anderem lief N.W.A.s "F**k Tha Police" im Polizeifunk des Chicago PD.

"F**k Tha Police" über das Polizeiradio

In einem Video kündigte ein vermeintliches Mitglied der Gruppe an, man würde gegen die korrupte Polizei in Minneapolis vorgehen. Kurz darauf waren die Websites der Stadt und Polizei von Minneapolis nicht erreichbar.

Am darauffolgenden Tag machten Posts im Internet die Runde, die zeigen sollen, dass der N.W.A. Klassiker "F**k Tha Police" im Funk der Polizei Chicago zu hören war. Ob die Hackergruppe Anonymous dahinter steckt oder ob einfach jemand die Frequenz gekapert hat, bleibt unklar.

Der Polizeifunk scheint aktuell in den USA ein beliebtes Ziel zu sein. So gab es während der anhaltenden Demonstrationen in den vergangenen Tagen immer wieder Aufnahmen, in denen zu hören war, wie Protestierende sich den Frequenzen der Polizei bemächtigt hatten.

Polizisten werden aufgefordert auf Demonstranten zu schießen

Deutlich beunruhigender ist aktuell allerdings eine Aufnahme aus dem Polizeifunk, in der zu hören sein soll, wie Polizisten des NYPD aufgefordert werden, auf Demonstrierende zu schießen: „Shoot those motherf*ckers“.
Das Nachrichtenportal TMZ hatte die Aufnahmen selbst aufgezeichnet und bestätigte die Echtheit. Die New Yorker Polizei gab bekannt, den Vorfall zu untersuchen. Es seien einige Funkgeräte entwendet worden und es wäre nicht klar, wer diesen Funkspruch abgesetzt hat.

Auch in Deutschland tötet die Polizei immer wieder Unschuldige

In den USA war der Mord an George Floyd der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Seit über einer Woche demonstrieren die Menschen in jeder größeren US-Stadt gegen Polizeigewalt und Rassimus. Zu viele meist schwarze Menschen wurden von den Cops getötet. Auch in Deutschland formieren sich Proteste.

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Kommentare

berichtet ihr auch über rassismus in berlin neukölln wenn die 2 einzigen deutschen in der Klasse abgezogen werden, weil sie deutsch sind?
Bestimmt nicht, passt nicht in eure Ideologie

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Trump-Supporter? Ice Cube verteidigt seine politische Arbeit

Trump-Supporter? Ice Cube verteidigt seine politische Arbeit

Von Michael Rubach am 16.10.2020 - 13:13

Ende 2018 forderte Ice Cube mit einem Track "Arrest The President". Er meinte damit Donald Trump. Am vergangenen Dienstag meldete sich plötzlich die republikanische Wahlkampfmanagerin Katrina Pierson auf Twitter und bedankte sich bei dem Rap-Veteran für "seine Bereitschaft sich zu engagieren und mit der Administration von Donald Trump zusammenzuarbeiten, um den Platinum Plan zu entwickeln". Hier passt offensichtlich etwas nicht zusammen. Die Community reagiert auf diese Ungereimtheit mit ungläubiger Empörung. Ice Cube ist um Klarstellung bemüht.

Ice Cube & Donald Trump: Twitter zeigt sich entsetzt

Die Menschen im Twitter-Kosmos waren gelinde gesagt vor den Kopf gestoßen, als sich diese Verbindung von Ice Cube zu Donald Trump aufzutun schien. Der Rapper, der als Mitglied von N.W.A "F*ck Tha Police" rappte, soll gemeinsame Sache mit einem Präsidenten machen, der einen Black-Lives-Matter-Schriftzug als ein "Symbol des Hasses" begreift? Das klingt erst einmal unvereinbar und löst vor allem Verwirrung aus. Viele User*innen betrachten so einen Move als unauflösbaren Widerspruch. So schwirren zurzeit jede Menge Ice Cube-Memes durchs Netz, die versuchen, das scheinbar Unerklärliche zusammenzufassen.

Dass es sich die aufgewühlte Twitter-Gemeinde ein bisschen zu einfach machen würde, erklärt der vermeintliche Trump-Supporter schließlich ebenfalls auf Social Media.

Trump-Supporter? Ice Cube bezieht Stellung

Zunächst: Was soll dieser Platinum Plan eigentlich sein? Dabei handelt es sich um ein Strategie-Papier der Republikaner, das auch Schwarze Amerikaner für Donald Trump begeistern soll. Laut CNN werden darin folgende Punkte angeführt:

"Die Vorschläge beinhalten die Verfolgung des Ku Klux Klan und der Antifa als terroristische Organisationen, den 19. Juni [Befreiung der afroamerikanischen Bevölkerung aus der Sklaverei; Anm. d. Red.] zu einem bundesweiten Feiertag zu machen und die Bemühungen, den wirtschaftlichen Wohlstand der Schwarzen zu stärken."

Ice Cube bestreitet nicht, sich mit den Republikanern ausgetauscht zu haben. Er verkündet auf Twitter, dass er sowohl mit dem Team von Trump als auch mit den Demokraten den Dialog gesucht habe. Dabei ging es vorrangig um den "Contract With Black America" (CWBA), den er vor wenigen Monaten veröffentlicht hatte. Der Vertrag soll dazu dienen, gesellschaftliche Ungleichheit in jeglicher Form zu überwinden.

Die demokratische Seite wollte laut Ice Cube nach der Wahl mit ihm darüber sprechen. Die Republikaner hätten direkt Anpassungen an eigene Pläne vorgenommen. Als der CWBA ausgearbeitet worden sei, habe man bereits einkalkuliert, sich mit beiden politischen Lagern auszutauschen. Dies sei Teil des Prozesses.

Konkret nimmt Ice Cube noch auf einen Artikel der Washington Post Bezug, der ebenfalls auf das scheinbar paradoxe Verhalten des Rappers hinweist. Der 51-Jährige entgegnet, dass er weiterhin jeden beraten werde, der die Macht besitzt, Schwarzen Amerikanern zu helfen.

Auch distanziert er sich davon, Donald Trump zu unterstützen. Die N.W.A-Legende beschreibt das gesamte politische System als Problem. Alle würden "lügen und betrügen." Die Schwarze Community könne es sich schlichtweg nicht leisten, keine Verhandlungen mit denjenigen zu führen, die an der Macht seien.

Für Ice Cube hätte es absehbar sein können, dass die Leute ihm skeptisch gegenüberstehen, sobald herauskommt, dass er sich den Republikanern um Präsidentschaftskandidat Donald Trump nicht verschließt. Der letzte Sh*tstorm ist schließlich keine Ewigkeit her. So war Ice Cube neben seinem Engagement für Black Lives Matter eine Weile damit beschäftigt, Verschwörungserzählungen in die Welt hinaus zu tweeten – inklusive antisemitischer Memes. Der aktuelle Wirbel um seine Person zieht bereits erste Konsequenzen nach sich. Ein Interview auf CNN wurde wohl kurzfristig abgesagt.


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