FiNCH ist am vergangenen Sonntag bei Rock am Ring aufgetreten und hat dort seinen Song "Kein Bock auf Krieg" mit einer Persiflage auf Friedrich Merz eingeläutet. Die Rede, die zahlreiche Aussagen des Bundeskanzlers aus den vergangenen Wochen und Monaten aufgreift, wurde allein bei Instagram innerhalb von nicht einmal 24 Stunden mehr als zweieinhalb Millionen Mal angeschaut und knapp 100.000 Mal geliked.
Bei Rock am Ring: FiNCH fordert 13 Stunden Schichten & verspricht eine sichere Rente
An einem Rednerpult mit zwei kleinen Deutschland-Fähnchen adressiert FiNCH bei seinem Auftritt die "Merz leck Eier" rufende Crowd. Auf die Frage, warum es in dem Land angeblich so schlecht laufe, hat er eine eindeutige Antwort: "Schaut euch doch mal an [...] ihr seid einfach zu faul." Es sei an der Zeit, dass man dem Land etwas zurückgeben müsse, so FiNCH. Immerhin habe man hier "ein sicheres Rentensystem" sowie "gut bezahlte Jobs und top ausgestattete Schulen". Anderswo sei es auch nicht besser. In Brasilien beispielsweise gebe es nicht einmal deutsches Brot. Alles recht offensichtliche Anspielungen auf Aussagen von Friedrich Merz.
So arbeitet sich FiNCH in rund zweieinhalb Minuten an allen möglichen Fehltritten des Bundeskanzlers ab. Von der "Stadtbild"-Debatte bis hin zu seiner Diskussion mit einer an Krebs erkrankten Frau, die bei einem Bürgerdialog in Salzwedel die geplante Erhöhung der Beamtenbesoldung kritisiert hatte. Auch die deutsche Haltung zum Krieg in Palästina nimmt der Frankfurter aufs Korn: "Die Unterstützung für den Mord an tausenden Unschuldigen und kleinen Kindern, gehört zur deutschen Staatsräson."
Die ganze Rede könnt ihr euch hier anschauen:
Kritik, dass der Auftritt vermeintlich zu politisch für das Festival gewesen sei, weist FiNCH mit Blick auf die Rap-Historie zurück: "Rap war schon immer politisch. Also redet keinen Mist."
Wie so häufig bei FiNCH scheinen jedoch nicht alle die Message hinter der Parodie zu verstehen. Unter dem Post finden sich zahlreiche Kommentare, die behaupten, dass man aus diesen Gründen die AfD wählen müsse. Instagram schlägt einem aufgrund des Kommentarverhaltens direkt das blaue Herz und die Deutschlandflagge als Emojis vor. Gerade FiNCHs implizierte Kritik an der Aufrüstung Deutschlands und dem Ziel, Deutschland müsse die stärkste Armee Europas werden, stehen jedoch gänzlich konträr zu den Positionen der AfD. So fordert die Partei auf Bundesebene beispielsweise, die Wiedereinsetzung der Wehrpflicht sowie mehr finanzielle Mittel für die Bundeswehr. Auch FiNCHs ironischer Verweis, dass wegen des Stadtbildes eine starke Führung für das Land notwendig sei, macht sich offensichtlich über rechte Positionen lustig.
Schon vor mehr als fünf Jahren hatte FiNCH erklärt, nichts mit der "Hetzerei und Angstmache" der AfD zu tun haben zu wollen:
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