Post vom Anwalt: Ssynic muss Aussage über Finch Asozial zurücknehmen

Anzeige ist raus: Finch Asozial geht mithilfe seines Anwaltsteams gegen Ssynic vor. Der ehemalige Battlerapper, so lautet der Vorwurf, soll in seinem Stream nämlich falsche Tatsachen über Finch verbreitet haben.

Ssynic behauptet, Finchs Anti-Nazi-Szene sei nicht echt

Hintergrund: Auf einem Konzert von Finch hat einer der Besucher mit rechtsextremen Verhalten auf sich aufmerksam gemacht, woraufhin dieser vom Rapper erst deutlich zurechtgewiesen und dann aus dem Konzert geworfen wurde. 

Gegenüber der Bild erklärte der Berliner damals, dass "es allgemein wichtig ist, gegen solche Menschen etwas zu sagen. Gerade jetzt in der heutigen Zeit, wo die Spaltung gefühlt so groß ist wie nie zuvor."

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Ssynic behauptete nun in einem Stream mit Battlerap-Kollege Clep, die ganze Sache sei inszeniert gewesen. 

Wegen "falscher Tatsachen": Finch schickt Anwaltsbrief an Ssynic

Nach Ssynics Stream hat Finch nicht lange gefackelt und sich direkt mit einen Anwaltsbrief an den Creator gewandt. Darin wird offenbar erklärt, dass Ssynics Aussage über die Anti-Nazi-Szene eine "falsche Tatsache" gewesen sei.

Zur Klarstellung hat der gebürtige Düsseldorfer ein YouTube-Video hochgeladen, in dem er erzählt, dass er "zum wiederholten Male" Anwaltspost bekommen hätte. Seine Aussage sei eine falsche Behauptung gewesen, stellt er darin klar. Wieso er sie gemacht hat, "könne man sich denken". Die betroffene Stelle hat er inzwischen aus dem besagten Stream rausgeschnitten. 

Nach Battlerap-Karriere: Ssynic schlägt neue Wege ein

Der legendäre Battlerapper Ssynic beschäftigt sich seit dem kontroversen Alpha Royale Finale anderweitig mit der Musik: Neben YouTube- und Twitch-Reactions zu Battles pusht er seine Karriere als Comedian weiter voran. Im Herbst dieses Jahres ist dafür seine erste Comedy-Tour geplant.

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Ssynic vs. Meidi: So lief das Re-Match

Ssynic vs. Meidi: So lief das Re-Match

Von Michael Rubach am 31.07.2020 - 13:47

Die Neuauflage des wohl umstrittensten Battle der jüngeren Deutschrapgeschichte ist gestern über die Bühne gegangen. Für jeweils 10.000 Euro Antrittsgage haben sich Meidi und Ssynic ein Re-Match geliefert. Farid Bang hatte die Aktion eingefädelt und das Battle zur Attraktion eines mehrstündigen Events im Düsseldorfer ISS Dome gemacht.

Meidi & Ssynic mit unterschiedlichen Herangehensweisen

Nach vier Stunden Live-Event stand das Battle auf dem Programm. Ohne üppige Vorrede kamen die Jungs zur Sache. Meidi ging in jeder seiner Runden aggressiv zu Werke. Mit scheinbar ordentlich Wut im Bauch startete er ins Battle und ließ ohne Rücksicht auf Verluste jede Menge asoziale Punchlines folgen. Das Ende von Meidis Parts mündete stets in Beleidigungen gegen Ssynic und seine Mutter – mitten in so eine Schimpftirade schlitterte schließlich irgendwann ein "Time".

Ssynic konzentrierte sich darauf, Revue passieren zu lassen, was seit dem Alpha Royale alles geschehen ist. Dabei setzt er den Fokus auf Realtalk und breitete Anekdoten aus, die sich nach dem Match im April 2019 ereignet haben sollen. Auch verweist er auf seine eigenen Erfolge als Künstler. Schließlich sei er es, der seinen Traum leben könne. Hin und wieder redete Meidi in seinen Vortrag hinein.

Farid Bang genießt die Show

Farid Bang schaute sich das Spektakel sichtlich amüsiert aus sicherer Entfernung an. Später sollte er davon sprechen, dass das Battle ein "magischer Moment" gewesen sei. Nach drei Runden lagen die Karten auf dem Tisch und mit ein bisschen Verzögerung erfolgte auch der Handshake zwischen den Kontrahenten. Es ist ja schließlich nur Battlerap. Nun lag es bei den Zuschauer*innen, einen Sieger zu küren.

Im Gegensatz zum Alpha Royale verzichtete die Neuauflage auf eine prominente Jury. Farid Bang hielt sich ebenso vollkommen raus. Per Telefon-Abstimmung galt es, über Sieger und Verlierer zu entscheiden. Meidi konnte es lange gar nicht glauben, dass keine zusätzlichen Experten herangezogen wurden. Rooz, der durch den gesamten Stream führte, verkündete schließlich ein paar Stunden später das amtliche Endergebnis. Meidi schaffte es, das Publikum auf seine Seite zu ziehen und setzte sich durch.

Damit bestätigte sich, was Ssynic bereits kurz vor der Bekanntgabe geahnt hatte. Er glaubte, dass sein Kontrahent aus Hannover an diesem Tag triumphieren würde.

"Ich würde auch sagen, er war auf jeden Fall vorne. Er hat solide durchgespittet, mehr Punchlines gehabt, sich weniger rausbringen lassen. Reicht."

Ohne die Atmosphäre, die durch das Vorhandensein einer Crowd entsteht, machte das Battle an manchen Stellen einen befremdlichen Eindruck. In einer leeren Location mag einfach nicht so recht Battle-Stimmung aufkommen – trotz einer erkennbaren Grundaggressivität von Meidi und Ssynic. Die Vibes im Nachhinein waren dafür umso versöhnlicher. Meidi bot Ssynic mehrmals den Dialog an, um diese umfangreiche Episode deutscher Battlerap-Geschichte noch einmal aufzuarbeiten.

Wir haben euch den Stream der kompletten Show hier eingebunden. Nach circa vier Stunden beginnt das Battle:


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