Favorite richtet Hilferuf an Kollegah & Alpha Music Empire

Favorite hat sich auf seinem YouTube-Kanal mit einem "Hilferuf" an Kollegah und sein Label Alpha Music Empire gerichtet. Er hofft, sein neues Album mit der Hilfe des ehemaligen Selfmade-Homies droppen zu können. In der nur wenige Sekunden langen Message sagt er:

"Yo, was geht ab Leute, ich bin's Favorite. Es geht um mein neues Album. Ich will ein neues Album rausbringen, ganz wichtig, ich habe aber kein Label. Ich will am liebsten bei Kollegah signen. Deswegen: Wenn ihr Kollegah seht, haut den mal an und sagt dem Bescheid, der soll sich bei Favorite melden. Ist ganz ganz wichtig, schöne Grüße. Peace an alle!"

Favorite will nach Crowdfunding-Versuch bei Kollegah signen

Die Ansage kommt rund zweieinhalb Wochen nach seinem Versuch, mit einer Crowdfunding-Aktion Geld von seinen Fans für das neue Album zu sammeln. Mit der Ansage strapazierte er allerdings auch die Nerven seiner treuesten Fans, die ihn bis heute auf allen Kanälen verfolgen. Besonders eine Formulierung sorgte für ungläubige Kommentare:

"Wäre nicht schlecht, wenn da 50.000 Euro bei rumkämen. Dann wäre ich bereit, ein Album zu machen."

Nun soll es also der alte Homie richten. Von 2005 bis zu Kolles Trennung von Selfmade 2015 waren die beiden gemeinsam beim Label von Elvir Omerbegovic gesignt, der mittlerweile mit DIVISON neue Artists (RIN, Yugo, Kynda Gray) an den Start bringt. Fav war noch bis zum Release seines bislang letzten Soloalbums "Alternative für Deutschland" (2017) bei Selfmade an Bord.

Seit ihm die professionellen Strukturen fehlen, scheint es ihm aber zunehmend schwer zu fallen, sein Talent in geregelte Bahnen zu lenken und sich selbst vor Fehltritten zu schützen. Neben einem Disstrack, in dem er Kool Savas als "Dreckskanacke" beleidigte, droppte Fav immer und immer wieder – auch noch in aktuellen Hörproben – die N-Bombe. Mit seinem langjährigen Freund Luthifah, der ihn nach der Selfmade-Trennung supportet hatte, endete die Zusammenarbeit in einem Streit um den gemeinsamen "Upperclass Sampler, Vol. 1".

Nun rieten Fav seine Fans offenbar dazu, die alten Kontakte spielen zu lassen. Immerhin war er Ende 2019 noch in Kollegahs "Backstage Bars"-Video zu sehen, in dem die beiden gemeinsam rappten.

Eine Karriere am Tiefpunkt: Favorites Absturz in die Versenkung

Es ist keine Ewigkeit her, da befand sich Favorite auf einem Level mit Kollegah. Zusammen galten sie als die Aushängeschilder des Deutschrap-Vorzeigelabels Selfmade Records.

Unter dem neuen Video meinen wieder viele, sie wüssten genau, wie Favorite am besten wieder auf die Beine kommen würde. Ein Kommentar unter dem Hilferuf sticht allerdings heraus. Der unter anderem als Battlerapper bekannte Herr Kuchen richtet sich direkt an die anderen Fans und verpackt darin seine implizite Botschaft an Favorite.

Er findet, dass nur Fav selbst sich "aus dem Schlammassel" rausholen könnte. Für den Kollegah-Plan hegt er auch keine allzu positiven Gefühle und meint, man könnte fremde Probleme nicht zu seinen eigenen machen. Weder Kolle noch eine 50.000-Euro-Spende seien dauerhafte Lösungen für die Situation, in der Fav sich befindet.

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Jigzaw sucht Konfrontation mit Kollegah: "Ich wurde heftig abgezogen"

Jigzaw sucht Konfrontation mit Kollegah: "Ich wurde heftig abgezogen"

Von Till Hesterbrink am 21.07.2020 - 14:09

Jigzaw ist kürzlich auf Instagram live gegangen, um sich über seinen ehemaligen Labelchef Kollegah auszulassen. Während des Streams stolperte er von Vorwurf zu Vorwurf und behauptete Kollegah hätte ihn abgezogen, Kollegah wäre illoyal und Kollegah hätte hinter dessen Rücken über Mois gelästert. Jigzaw wirft dabei die ganze Zeit mit Anschuldigungen um sich, ohne etwas davon nachzuweisen.

Jigzaw fragt Kollegah: "Was hat Mois dir angetan?"

Jigzaw scheint es sich zum Auftrag gemacht zu haben, Kollegah Kopfschmerzen zu bereiten. Nachdem Kolle erst vor Kurzem wohl für eine Line des Hageners knapp 100.000 € bezahlen musste, echauffiert dieser sich nun in einem Livestream über seinen ehemaligen Chef. In dem fast einstündigen Stream zieht Jigzaw ordentlich vom Leder – über Kollegah und das Label Alpha Music Empire. Dabei kommt er auch auf den Youtuber Mois zu sprechen, mit welchem Kollegah lange Zeit ein scheinbar gutes Verhältnis hatte. So tauchte er schon früh in den Videos des Youtubers auf. Doch nun behauptet Jigzaw, Kollegah hätte derweil schlecht über Mois geredet, ohne dass es dafür einen Grund gegeben habe.

"Ich hab Leute gejagt, während du meine Feinde zu dir nach Hause genommen hast und über Mois gelästert hast. [...] Was hat Mois dir angetan?"

"Vallah, Mois hat dir übertrieben geholfen. Und du hast über uns alle schlecht geredet, über uns alle."

Alpha Music Empire und das Geld

Des Weiteren scheint Geld ein omnipräsentes Streitthema zwischen den beiden zu sein. Jigzaw behauptet immer wieder, er wäre von Kollegah um Geld geprellt worden und hätte Zahlungen nicht erhalten. Stattdessen habe man ihm immer gesagt, dass dieses Geld für Anwälte von Jigzaw draufgegangen sei. Allerdings habe Jigzaw in der ganzen Zeit bei Kollegah nicht eine Rechnung gesehen. Im Stream fordert er deshalb immer wieder, dass Kollegah diese Rechnungen offenlegt.

Statt großzügigen Zahlungen hätte der Tagessatz bei Alpha Music für die Künstler bei 24 € gelegen, was Jigzaw als deutlich zu wenig erachtet, zumindest für "das reichste Label Deutschlands". Ihren Lohn haben die Künstler dann angeblich über Western Union bekommen, dahinter vermutet Jigzaw eine Taktik, um das Geld am Finanzamt vorbei zu schleusen.
Schlussendlich sei es für die Rapper so schlimm gewesen, dass sich das ehemalige Signing Seyed wohl beim Jobcenter angestellt haben soll. Allerdings hätten ihn die Leute erkannt und Fotos gemacht, was dem Rapper so peinlich gewesen sei, dass er wieder ging. Dafür sieht Jigzaw Kollegah in der Schuld.

Beim Thema Geissens bedankt sich Jigzaw bei Gott für seine Abschiebung, da so scheinbar kein Urteil und keine Forderungen bei ihm angekommen sind. Kollegah musste daher die 100.000 € alleine bezahlen. Glaubt man Jigzaw, hat er dabei jedoch versucht, seine ehemaligen Geschäftsführer übers Ohr zu hauen. So wollte Kollegah angeblich auch Geld von den beiden, obwohl sie dafür nicht mehr zuständig waren.

Kollegah soll 100.000 € für Jigzaw-Line bezahlen

Als Kollegah im Sommer 2018 für Jigzaw die 40.000 € Kaution hinterlegte, zahlte er diese nach eigenen Angaben mal eben aus der Portokasse. Jetzt soll das Alpha Music Empire Oberhaupt weitere 100.000 € auf den Tisch legen: Diesmal geht das Geld an die Töchter der Geissen Familie.

Das Ende von Alpha Music Empire: "Ich bin da, wo Hak ist"

Auch über das Ende von Alpha Music Empire spricht Jigzaw. Er sagt, Kollegah hätte Gent und Noah geraten, es wäre besser, wenn die beiden das Label verlassen würden. Das Gleiche hätte er dann auch bei ihm versucht. Jigzaw wollte aber scheinbar nicht freiwillig gehen und soll Kollegah zu verstehen gegeben haben, er würde AME nur verlassen, wenn er rausgeworfen würde.

Außerdem spricht Jigzaw über das Aus der ehemaligen Geschäftsführer von Alpha Music, Lennert Husman und Amel Husic. Die beiden sind seit November letzten Jahres nicht mehr Geschäftsführer der Alpha Empire GmbH. Kollegah scheint ihnen angeblich vorzuwerfen, sie hätten Geld entwendet, was Jigzaw jedoch bestreitet.

"Jeder weiß, warum du Alpha verkauft hast. Ein Lennert und Amel haben dein Geld nicht geklaut. [...] Ich dachte das vielleicht auch am Anfang, weil da einiges schief läuft, mit '24 € am Tag. Leute, bitte nicht so viel ausgeben.' [...] Aber wenn ich dann später frage 'Leute könnt ihr das beweisen? Kann ich mal bitte Rechnungen sehen?' und dann keine Rechnungen kommen, bin ich nicht schlecht mit einem Lennert und Amel. Ich bin da, wo Hak ist."

Laut Jiggi habe sich Kollegah von allen Künstlern und Beteiligten getrennt, um mit "Bossaura 2" so etwas wie ein Comeback starten zu können. Zwar habe Kollegah seine Relevanz nicht verloren, es soll jedoch darum gegangen sein, Kollegahs Ruf reinzuwaschen, nachdem es in der Vergangenheit viel Kritik am selbst ernannten Boss gab.

Kollegah & die QAnon-Verschwörungstheorien: Klare Distanzierung bleibt aus

Es mag auf den ersten Blick amüsant wirken: Kollegah ist Top-Kommentar unter einem Instagram-Post des Mannes, der mit Jeff Bezos permanent um die Position des reichsten Menschen der Welt ringt. Der Alpha Music-Boss erkundigt sich bei Bill Gates scheinbar ironisch nach dessen Arztlizenz.

Jigzaw und Samarita

Der Beef mit Samarita, welcher wahrscheinlich zum Ende der Zusammenarbeit von Jigzaw und Kollegah geführt hat, wird ebenfalls angesprochen. Jigzaw beschuldigt Kollegah dahingehend, dass dieser Samarita zu sich nach Hause eingeladen hätte, um die Geschichte zu klären, da der Gegenwind von Samarita zu stark gewesen sei. Das sieht Jigzaw als Verrat, besonders da er zur gleichen Zeit seine Machete entstaubt haben soll, um jemanden in Istanbul zu jagen, der schlecht über Kollegah gesprochen habe.

Außerdem behauptet er, dass durch das Video, in welchem Jigzaw »Das ist Alpha« ruft, die Leute diesen Ausspruch das erste Mal mit einem Lachen verbunden haben. Zuvor sei der Satz nur mit dem Abziehen von Kindern verknüpft worden. Dabei spielt er auf das Alpha Mentoring von Kollegah an, welches damals in einem Vice-Artikel als Abzocke enttarnt wurde.

Was ist Beef? oder: Wer kann am ekelhaftesten sein? (Kommentar)

Es gibt keine zwei Meinungen. Ich will niemanden überzeugen. Der Sachverhalt braucht keine moralische Einordnung und allein dieser Umstand zeigt, mit welcher Vehemenz die Grenze jeglichen Geschmacks überschritten wurde. "Beef ist, wenn ich deine Mutter fick' und du es siehst", rappte Kollegahs damaliger Labelpartner Favorite 2007 auf dem ersten Selfmade-Sampler.

Kurz vor dem Ende des Streams, behauptet Jigzaw noch, dass Farid Bang eine Ansage an Kollegah gemacht hat, da dieser auf einem gemeinsamen Song gegen Samarita gefeuert hätte, woraufhin Farid eine Ansage bekommen hätte.

Wird an diesem Tisch gelogen?

Während des gesamten Streams stellt Jigzaw ausschließlich Anschuldigen in den Raum, ohne diese mit irgendwas zu unterfüttern. Zu keiner Zeit führt er irgendwelche Dokumente an, die seine Behauptungen unterstützen. Zwar passen seine Geschichten gut in die Timeline der Geschehnisse rund um Alpha Music Empire, trotzdem sind seine Aussagen mit Vorsicht zu genießen.


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