Für Fler ist Bushido "in der Szene erledigt"

Nächste Runde in der Causa Bushido und dessen Verstrickungen zu Araber-Clans und der Polizei: Fler hat der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Interview gegeben, in dem er über die Machenschaften seines ehemaligen Kompagnons spricht.

Wenn eine Person aus dem Rapgeschäft Bushido über einen langen Zeitraum mehr als gut kennen dürfte, dann ist das wohl Fler. Die beiden Berliner waren seit ihrer Lehre befreundet und schraubten fortan über mehrere Jahre an gemeinsamer Musik. Zusammen brachten sie unter anderem das in Szenekreisen hochgelobte "CCN"-Album bei Aggro Berlin hervor.

Auf gemeinsame musikalische Geistesblitze folgten allerdings zeitweise auch immer wieder Streitigkeiten und Sticheleien von beiden Seiten. Kurz nachdem Fler 2017 ein letztes Mal mit Bushido auf dessen Album "Black Friday" zusammenarbeitete, kam es zum endgültigen Bruch. Im Gespräch mit der FAZ erläutert Fler nun seine Sichtweise auf Bushidos momentane Situation.

@faz

7,730 Likes, 443 Comments - FLER (@fler) on Instagram: "@faz "

Fler sieht die Schuld bei Bushido

So spricht Fler zunächst davon, dass Bushido sich selbst in die missliche Lage der Bedrohung durch arabische Großfamilien gebracht habe. Auf die Frage, warum man als Gangster-Rapper in Berlin einen kriminellen Clan hinter sich brauche, antwortet Fler:

"Das hat Bushido erfunden. Er war Anfang des letzten Jahrzehnts nicht Manns genug, seine Probleme selbst zu regeln. [...] Bushido hat den Weg des geringsten Widerstands gewählt. [...] Er wollte einen Freifahrtschein, um komplett freidrehen zu können."

Die Unterstützung des Abou Chaker-Clans habe Bushido in diversen Angelegenheiten und vor gewissen Leuten Ruhe verschafft, meint Fler.

Auf die gemeinsame Zeit bei Aggro Berlin und dessen Ausstieg von Bushido im Jahr 2004 angesprochen, ordnet Fler die Verhältnisse heute wie folgt ein:

"Wir haben unsere ganze Jugend lang dafür gekämpft, einen Vertrag als Rapper zu bekommen, und das dann geschafft. Ihm hat das schnell nicht mehr gereicht, weil es bei Aggro Berlin noch Sido gab, B-Tight und mich. Er war nicht der Hahn im Korb."

Fler vermutet finanziellen Hintergrund

Weiterhin beschreibt Fler Bushidos Charakter. Er glaubt zu wissen, welche Beweggründe Bushido eigentlich für seine vermeintliche Kooperation mit der Polizei hat:

"Er ist ein Narzisst, er empfindet keinerlei Empathie. Wenn die Leute denken, dass er das gerade alles wegen seiner Frau und seinen Kindern macht, fallen sie wieder auf ihn herein. Er macht das nur wegen seines Geldes. [...] Bushido schützt das Geld, das er in den letzten 20 Jahren mit Hilfe von Kriminellen gemacht hat. Dafür muss er aussagen. Und das gefällt seinen neuen Freunden wahrscheinlich nicht. Anders kann ich es mir nicht erklären."

Naht Bushidos Karriereende?

Ein Comeback-Versuch von Bushido hält Fler indes für wenig realistisch:

"Er wird immer seine Hörer finden. Ich denke aber, dass er in der Szene erledigt ist. Er hat zu viele Feinde."

Abschließend wünscht sich Fler, dass zukünftig im Hip Hop wieder andere Dinge im Vordergrund stehen:

"Es wäre schön, wenn es in Zukunft wieder mehr um Kunst und Musik geht. Und weniger um Geld, Macht und Unterdrückung."

Wie Fler im Zuge der aktuellen Vorfälle auf Anschuldigungen der Bild reagiert, kannst du hier nachlesen.

"Bushidos Pressesprecher": Fler widerspricht Darstellung der Bild

Gestern Abend hat die Bild einen Podcast veröffentlicht, in dem es um die neuesten Entwicklungen rund um Bushido, EGJ und Capital Bra geht. Im Laufe des knapp 30-minütigen Gesprächs packen Peter Rossberg und Axel Lier vermeintliches Insiderwissen aus und versuchen die Hintergründe der komplizierten Situation aufzudröseln.

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Bushido entschuldigt sich bei MoTrip für früheren Diss

Bushido entschuldigt sich bei MoTrip für früheren Diss

Von HHRedaktion am 28.05.2020 - 14:44

MoTrip und Bushido haben ihre Differenzen offenkundig aus der Welt geschafft. Bushido richtet MoTrip via Instagram-Story eine Entschuldigung für die Beleidigung in seinem Track "Sodom und Gomorrha" aus. Die brisante Version des Songs wurde nie offiziell veröffentlicht – jedoch im Februar 2019 von Sinan-G geleakt. MoTrip wird dabei hart angegangen. Der Aachener Rapper sei für Bushido "einer von Millionen H*rensöhnen".

"Sodom und Gomorrha": MoTrip akzeptiert Bushidos Entschuldigung

Bushido erweckt in seinem Post den Anschein, dass es ihm seine Line inzwischen unangenehm ist. Er bezeichnet seine vorgebrachte Beleidigung als "absolut unangebracht". Bei MoTrip stößt dieser Vorstoß auf positive Resonanz. Er geht auf Bushidos Worte ein und erklärt ebenfalls via Insta-Story, dass die Entschuldigung "angekommen und angenommen" sei.


Foto:

via instagram.com/motrip

Nach dem Leak des Tracks äußerte MoTrip noch massives Unverständnis über den Diss. So führte er ein ganzes Arsenal von Gründen auf, um zu verdeutlichen, dass er die Motivation hinter der Zeile nicht nachvollziehen könne. So habe er Bushidos Texte geschrieben und ihm sei eine Zusammenarbeit für einen Teil von "CCN" angeboten worden. Auch sei er bei der Beerdigung von Bushidos Mutter sowie der Hochzeit des EGJ-Chefs anwesend gewesen. Ausgehend von dieser persönlichen und künstlerischen Nähe blieb für MoTrip folgende Frage unbeantwortet: "Wie kommst du darauf mich, meine Mutter und somit meine ganze Familie zu beleidigen"?

Knapp ein Jahr später findet sich auf diese Frage weiterhin keine Antwort. Dennoch scheint es für beide Parteien keinen Anlass mehr zu geben, sich verfeindet gegenüberzustehen. Bushidos aktuelle Friedensmission ist durch die Entschuldigung bei MoTrip um ein Kapitel reicher. Nachdem er seinen Beef mit Mois kurzerhand vor dem Beginn eines Livestreams für beendet erklärte, nutzt er die angelaufene Promophase für "Sonny Black II", um die Wogen auch an anderen Fronten zu glätten.

Bushido & Mois schließen Frieden: Beef ja, aber nicht mit dem Keller

Der lange eher subtil brodelnde Konflikt zwischen Mois und Bushido, der vor etwas weniger als zwei Wochen auf einmal sehr explizit wurde (hier nachlesen), ist offenbar erstmal ad acta gelegt worden. Beide Seiten haben nach einem wohl klärenden Telefonat versöhnliche Töne in ihren Insta Stories geteilt.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)

Register Now!