Für Fler ist Bushido "in der Szene erledigt"

Nächste Runde in der Causa Bushido und dessen Verstrickungen zu Araber-Clans und der Polizei: Fler hat der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Interview gegeben, in dem er über die Machenschaften seines ehemaligen Kompagnons spricht.

Wenn eine Person aus dem Rapgeschäft Bushido über einen langen Zeitraum mehr als gut kennen dürfte, dann ist das wohl Fler. Die beiden Berliner waren seit ihrer Lehre befreundet und schraubten fortan über mehrere Jahre an gemeinsamer Musik. Zusammen brachten sie unter anderem das in Szenekreisen hochgelobte "CCN"-Album bei Aggro Berlin hervor.

Auf gemeinsame musikalische Geistesblitze folgten allerdings zeitweise auch immer wieder Streitigkeiten und Sticheleien von beiden Seiten. Kurz nachdem Fler 2017 ein letztes Mal mit Bushido auf dessen Album "Black Friday" zusammenarbeitete, kam es zum endgültigen Bruch. Im Gespräch mit der FAZ erläutert Fler nun seine Sichtweise auf Bushidos momentane Situation.

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Fler sieht die Schuld bei Bushido

So spricht Fler zunächst davon, dass Bushido sich selbst in die missliche Lage der Bedrohung durch arabische Großfamilien gebracht habe. Auf die Frage, warum man als Gangster-Rapper in Berlin einen kriminellen Clan hinter sich brauche, antwortet Fler:

"Das hat Bushido erfunden. Er war Anfang des letzten Jahrzehnts nicht Manns genug, seine Probleme selbst zu regeln. [...] Bushido hat den Weg des geringsten Widerstands gewählt. [...] Er wollte einen Freifahrtschein, um komplett freidrehen zu können."

Die Unterstützung des Abou Chaker-Clans habe Bushido in diversen Angelegenheiten und vor gewissen Leuten Ruhe verschafft, meint Fler.

Auf die gemeinsame Zeit bei Aggro Berlin und dessen Ausstieg von Bushido im Jahr 2004 angesprochen, ordnet Fler die Verhältnisse heute wie folgt ein:

"Wir haben unsere ganze Jugend lang dafür gekämpft, einen Vertrag als Rapper zu bekommen, und das dann geschafft. Ihm hat das schnell nicht mehr gereicht, weil es bei Aggro Berlin noch Sido gab, B-Tight und mich. Er war nicht der Hahn im Korb."

Fler vermutet finanziellen Hintergrund

Weiterhin beschreibt Fler Bushidos Charakter. Er glaubt zu wissen, welche Beweggründe Bushido eigentlich für seine vermeintliche Kooperation mit der Polizei hat:

"Er ist ein Narzisst, er empfindet keinerlei Empathie. Wenn die Leute denken, dass er das gerade alles wegen seiner Frau und seinen Kindern macht, fallen sie wieder auf ihn herein. Er macht das nur wegen seines Geldes. [...] Bushido schützt das Geld, das er in den letzten 20 Jahren mit Hilfe von Kriminellen gemacht hat. Dafür muss er aussagen. Und das gefällt seinen neuen Freunden wahrscheinlich nicht. Anders kann ich es mir nicht erklären."

Naht Bushidos Karriereende?

Ein Comeback-Versuch von Bushido hält Fler indes für wenig realistisch:

"Er wird immer seine Hörer finden. Ich denke aber, dass er in der Szene erledigt ist. Er hat zu viele Feinde."

Abschließend wünscht sich Fler, dass zukünftig im Hip Hop wieder andere Dinge im Vordergrund stehen:

"Es wäre schön, wenn es in Zukunft wieder mehr um Kunst und Musik geht. Und weniger um Geld, Macht und Unterdrückung."

Wie Fler im Zuge der aktuellen Vorfälle auf Anschuldigungen der Bild reagiert, kannst du hier nachlesen.

"Bushidos Pressesprecher": Fler widerspricht Darstellung der Bild

Gestern Abend hat die Bild einen Podcast veröffentlicht, in dem es um die neuesten Entwicklungen rund um Bushido, EGJ und Capital Bra geht. Im Laufe des knapp 30-minütigen Gesprächs packen Peter Rossberg und Axel Lier vermeintliches Insiderwissen aus und versuchen die Hintergründe der komplizierten Situation aufzudröseln.

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Nach Disstrack: King Khalil entschuldigt sich bei Capital Bra

Nach Disstrack: King Khalil entschuldigt sich bei Capital Bra

Von Michael Rubach am 01.08.2020 - 17:12

Einen Tag nach seinem Disstrack "Bra" hat sich King Khalil öffentlich bei Capital Bra entschuldigt. Wie der Team Kuku-Member einräumt, habe er "Scheiße gebaut". Capital Bra hatte sich gestern bereits zu dem Track geäußert und seine Enttäuschung über das Vorgehen seines ehemaligen Weggefährten zum Ausdruck gebracht.

King Khalil sagt: "Sorry Bratan"

Der Track "Bra" sorgte am Release Freitag für einigermaßen Wirbel. Capital fühlte sich und seine Familie durch den Song beleidigt und betitelte King Khalil in einer ersten Reaktion unter anderem als "Ehrenloser". Wie es nun scheint, führten einige Telefonate im Hintergrund dazu, dass sich die Wogen erstmal wieder geglättet haben. King Khalil erklärt in seinem Statement auf Instagram, dass sein Move "nicht korrekt" gewesen sei und dass er "nicht so reden" dürfe.

Das Posting endet mit einem Herz-Emoji und ist direkt an Capital Bra gerichtet. Dieser hat bereits reagiert und klar gemacht, dass er die Entschuldigung annehme. Schließlich hätte man "auch schöne Zeiten zusammen erlebt". Außerdem hofft Capital Bra, dass er und King Khalil über die Geschehnisse noch einmal "in Ruhe" sprechen können. Sogar der Vorschlag für einen neuen gemeinsamen Song steht im Raum.



Foto:

Screenshot via instagram.com/kingkhalil


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