Enissa Amani kämpft gegen die AfD & bekommt Support von Jalil

Bereits seit einigen Tagen setzt sich Enissa Amani sehr intensiv mit der AfD auseinander. Dabei macht sie auf ihrem Instagram-Profil auf rassistisches Gedankengut der Partei aufmerksam. Für ihre offenen Worte unter einem Video eines AfD-Politikers hat sie nun eine Anzeige erhalten. Doch die Komikerin lässt sich davon scheinbar keineswegs abschrecken und hat einen Disstrack gegen die Partei geschrieben. Für diesen erhält sie jetzt Support aus der Rapszene. 

Rassistische Äußerungen: Enissa Amani greift ein 

Der Schlagabtausch zwischen Enissa Amani und der Partei begann mit einer Rede des bayrischen AfD-Abgeordneten Andreas Winhart. Der Politiker äußerte sich darin äußerst abfällig über Asylbewerber. In seinem Vortrag behauptet er, dass Flüchtlinge Schuld daran hätten, dass die Zahl der HIV-, Krätze- und Tuberkulose-Fälle steige. Dabei benutzte er auch konkret das N-Wort: "Ich möchte nicht wissen, wenn mich in der Nachbarschaft ein N*ger anküsst oder anhustet, dann muss ich wissen: Ist der krank oder ist der nicht krank." 



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#andywinhart DU ELENDER RASSIST !!! Warum schmeisst die angeblich „nicht rechtsradikale“ AFD diesen Mann nicht raus ?!?! Warum hat das Verfasssungsgericht gesagt „der Tatbestand der Volkshetze“ sei NICHT gegeben!! Wenn das nicht VOLKSHETZE ist was dann !?!?!?! Ich fordere, dass dieser Mann von unserer JUSTIZ belangt wird !!!! HABEN WIR NICHTS AUS DER VERGANGENHEIT GELERNT ????? UND DIESE AFD wird zur ZEIT MIT 18 % GEWÄHLT !! ACHTZEHN PROZENT !!! UND JETZT KOMMEN WIEDER DIESE OTTOS DIE SAGEN JAAAAAAA ABER IRAN IST SCHLIMMER , NATÜRLICH IST IRAN SCHLIMMER!! DER IRAN IST JA AUCH EINE DIKTATUR!!! TÄGLICH STERBEN IRANER, WEIL SIE GEGEN DIESE DIKTATUR FÜR FREIHEIT KÄMPFEN !! DESWEGEN HABEN MENSCHEN WIE MEINE ELTERN, DEN IRAN VERLASSEN UND IHRE FAMILIEN NIE WIEDER GESEHN ! UMSO MEHR MÜSSEN WIR IN DEMOKRATISCHEN LÄNDERN WIE IN DEUTSCHLAND EIN ZEICHEN SETZEN!!

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Enissa Amani veröffentlichte anschließend das dazugehörige Video der Rede auf ihrer Instagram-Seite. Unter ihrem Post machte die Komikerin ihrem Ärger über derartige Bemerkungen Luft und richtete ein paar schlagkräftige Worte direkt an Andreas Winhart: "Du elender Rassist". Weiterhin wünscht sie sich, "dass dieser Mann von unserer Justiz belangt wird!!!!" und lässt ihren Gedanken zum Umgang mit der AfD freien Lauf. 

Auf Anzeige folgt Disstrack 

Eine Woche nach dem Upload des Clips bekam Enissa Amani eine Anzeige zugestellt. Wie sie in einem weiteren knapp zehnminütigen Video auf Instagram mitteilt, forderte der Anwalt von Andreas Winhart die Moderatorin dazu auf, das Video zu löschen.

Aus dem Schreiben ist zu entnehmen, dass der Politiker sich beleidigt fühle und sie dafür 5100 Euro zahlen solle. 

Davon lässt sich Amani jedoch nicht beeindrucken und erklärt, dass sie das Video keinesfalls löschen und auch in Zukunft ihren Mund aufmachen werde. Gesagt, getan. Die Komikerin ist in den letzten Tagen ins Studio gegangen und hat einen Disstrack gegen die AfD aufgenommen. Die ersten Zeilen aus "F*ck die AfD" kann man aktuell schon bei Instagram hören.



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Mitten in der Nacht Ansage gemacht Instagram macht Welle und die AFD schiebt Hass Video gesehn von so ‘nem Bastard Was, wer ist Andreas Winhart Winhart, schickt den Hund in Quarantäne Sie nenn‘ mich Löwin guck ma meine Mähne Ich bin ne süsse doch ich kann heut hart sein Das sind nur paar Zeilen und du kannst den Part teilen Fick deine dumme Partei Du bist ein Dreckschwein und ich will nicht mal in die Charts rein Promo juckt mich nicht, das ist so brutal denn auf Netflix bin ich international Fick die AFD Bruder Fick die Afd Fick die Afd Fick die Afd Brauch keine Promo Du bist nur ein Hurensohn Meine Netflix Gage ist dein ganzer Lebenslohn Dieser Bastard ist nicht mal ein Mann Mach doch ne Anzeige, juckt nicht mal lan

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So droppt sie Lines wie: 

"F'ck deine dumme Partei / Du bist ein Dreckschwein / Und ich will nicht mal in die Charts rein / Promo juckt mich nicht, das ist so brutal / Denn auf Netflix bin ich international" 

Enissa Amani sichert sich Jalil-Feature 

Für die Endversion des Tracks hält Enissa Amani noch eine Überraschung bereit. So supportet Jalil die Moderatorin auf ihrem ersten Song. Auch den Feature-Part des Berliners gibt es bereits als kleinen Appetizer bei Instagram zu hören.

Amani hat angekündigt, das Stück ab einer gewissen Anzahl an Comments auf Spotify zu stellen.

Die AfD, und insbesondere Andreas Winhart, dürften davon wenig begeistert sein. 

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Kommentare

Der Politiker hat sich im Ton vergriffen, aber diese Frau reagiert so hitzköpfig und emotional dass man sie nicht ernst nehmen kann. Wer nur rumgrunzen und -brüllen kann, sofort vulgär und beleidigend wird und zu keiner differenzierten Meinungsbildung in der Lage ist hat in einer aufgeklärten Gesellschaft nichts verloren.

Ich finde beide zum kotzen.

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Deutschrap reagiert auf Rassismus-Eklat nach EM-Finale

Deutschrap reagiert auf Rassismus-Eklat nach EM-Finale

Von Michael Rubach am 13.07.2021 - 18:46

England hat am Sonntag das Finale der Europameisterschaft gegen Italien verloren. Drei englische Nationalspieler scheiterten dabei nacheinander im Elfmeterschießen: Marcus Rashford, Jaden Sancho und Bukayo Saka.

Im Internet schlug bei manchen sogenannten Fans der englischen Mannschaft der Frust über die Niederlage schnell in Hass um. Vor allem die Fehlschützen sahen sich mit einer Flut an rassistischen Beleidigungen konfrontiert. Sie wurden für die Niederlage des Nationalteams verantwortlich gemacht. Wir haben geschaut, welche Reaktionen diese menschenverachtenden Angriffe in der Deutschrapszene hervorgerufen haben.

Luciano, Manuellsen & Dú Maroc verurteilen Rassismus

Luciano, Manuellsen oder auch Dú Maroc posten eine Collage. Darauf sind Marcus Rashford, Jaden Sancho und Bukayo Saka zu sehen. Auf ihren Köpfen sitzt eine Krone. Manuellsen versieht das Bild mit der Caption "Young Kings" und dem Hashstag "fckracism". Luciano nutzt in seiner Story den Hashtag #notoracism. Azzlackz-Signing Dú Maroc schließt sich dem an und findet zudem aufmunternde Worte: "Kopf Hoch Männer".


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Screenshots: via instagram.com/luciano_loco030 | via instagram.com/dumaroc

Jalil & Hanybal mit unterschiedlichen Vorschlägen

Jalil stellt ein Szenario in den Raum, in dem "alle BIPOC [Black, Indigenous, People of Color] Spieler weltweit den Sport boykottieren und ein Jahr nicht mehr spielen." So könne man erleben, "wie spannend Fußball dann noch wäre."


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via twitter.com/JalilOfficial

Hanybal wünscht sich ein Statement von der Basis. Seiner Meinung nach könnte bereits der Amateurfußball ein deutliches Zeichen gegen Rassismus setzen.


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Screenshot via twitter.com/HanybalHanybal

Sylabil Spill: "Rassismus tötet"

Sylabil Spill zeigt auf seiner Instagram-Seite, was nach dem EM-Finale im Netz kursierte. So rief jemand den 12. Juli zum "Punish a n**** day aus". Anbei gab es eine Tabelle, die rassistische Übergriffe mit einer Punktzahl verbindet. Für einen Mord wird dabei die Höchstpunkzahl aufgerufen. Auch beruft sich der Bonner Rapper unter anderem auf einen Twitter-Post, der besagt, dass Schwarze Menschen nach dem Spiel mit dem Messer attackiert und in die Londoner Themse gestoßen worden seien.

Enemy wundert sich in seiner Insta-Story über den Ursprung dieser ausufernden Anfeindungen.

"Drei Menschen verfehlen den Elfmeter beim Fußball und schon meldet sich der Rassismus. Ich wundere mich, wie klein und lächerlich die Gründe für immer größeren Hass werden können ... Diese Welt ist ein Witz."

badmómzjay & Rua über fehlende Akzeptanz

Life Is Pain-Rapperin Rua und badmómzjay sprechen noch einen weiteren Aspekt an. Gesellschaftliche Akzeptanz funktioniere demnach für Menschen mit einer Migrationsgeschichte vor allem über Erfolg. Bei Misserfolgen sei diese Akzeptanz hingegen schnell dahin.


Foto:

Screenshots via instagram.com/badmomzjay | instagram.com/rua089

Auch die Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages Aminata Touré verweist auf diesen Punkt.

Marcus Rashford mit emotionalem Statement

Die rassistischen Angriffe auf die Spieler fanden nicht nur online statt. An einer Hauswand in Manchester schlug einem der Hass entgegen. Ein Mural mit dem Gesicht von Marcus Rashford wurde beschmiert. Inzwischen haben Menschen dort etliche Solidaritätsbekundungen hinterlassen. Die rassistische Botschaft ist nicht mehr erkennbar.

Der englische Nationalspieler setzt sich für kostenfreies Schulessen für benachteiligte Kinder ein – das Piece war ein Dankeschön für sein Engagement. Der Stürmer von Manchester United meldete sich einem längeren Statement auf Social Media zu Wort. Darin heißt es:

"Ich kann mir Kritik an meiner Leistung den ganzen Tag lang anhören, mein Elfmeter war nicht gut genug, er hätte reingehen sollen, aber ich werde mich niemals dafür entschuldigen, wer ich bin und wo ich herkomme."

Auch die UEFA sowie der englische Fußballverband verurteilen die rassistischen Angriffe.

Die englische Nationalmannschaft kniet seit einiger Zeit vor dem Anpfiff eines Spiels, um damit ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Bereits diese Aktion wurde von vermeintlichen Fans teilweise von Pfiffen und Buhrufen begleitet.


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