Eminems Verkaufszahlen brechen ein: "Revival" enttäuscht kommerziell

 

Die Verkaufszahlen der ersten Woche von Eminems neuem Album "Revival" sind da und vom großen Interesse und dem Hype früherer Releases ist nur noch ein Bruchteil übrig. Inklusive Streaming werden 265.000 verkaufte Einheiten in den USA bekanntgegeben, die reinen Albumverkäufe belaufen sich 197.000 Kopien (digital + physisch). Das ist mit 33,5 % nur minimal mehr als ein Drittel von dem, was der Vorgänger "MMLP2" (2013) im gleichen Zeitraum verbuchen konnte.

Trotzdem kann "Revival" Weihnachten auf Platz 1 in den Billboard Charts verbringen. Direkt dahinter steigt G-Eazys "The Beautiful & the Damned" mit 122.000 SPS (Sales + Streaming) ein. Im Vergleich aller Künstler ist Em damit nach wie vor relativ weit vorne. Der massive Einbruch gegenüber den Vorgängern kann aber nicht allein durch die Veränderungen des Musikmarktes erklärt werden. Nur "Infinite" (1996), das abseits jeglicher Aufmerksamkeit stattfand, verkaufte weniger Einheiten in der ersten Woche.

Eminems erste Verkaufswochen

  • "The Slim Shady LP" (1999) - 283.000
  • "The Marshall Mathers LP" (2000) - 1.760.000
  • "The Eminem Show" (2002) - 1.322.000*
  • "Encore" (2004) - 710.000**
  • "Relapse" (2009) - 608.000
  • "Recovery" (2010) - 741.000
  • "The Marshall Mathers LP 2" (2013) - 792.000
  • "Revival" (2017) - 265.000

Em hatte es immer durch seine Singles und und die Promo geschafft, unfassbare Mengen an Fans zu mobilisieren. Die Vorbereitungen für "Revival" liefen deutlich verhaltener, die erste Single "Walk On Water" war sehr persönlich und ruhig und es gab kein Musikvideo vor Release der LP. Immerhin ein Blick auf die anderen großen Rapalben des Jahres zeigt ein anderes Bild als der Vergleich zu Eminems früheren Werken.

Erste Verkaufswochen (SPS) von Rappern 2017

  • Kendrick Lamar - "DAMN." - 603.000
  • Drake - "More Life" - 505.000
  • Eminem - "Revival" - 265.000
  • Jay-Z - "4:44" - 262.000
  • Logic - "Everybody" - 247.000
Du machst dir am besten selbst ein Bild davon, ob das alles irgendwie mit der musikalischen Entwicklung zu tun hat – hier geht's zum Stream. Dem Einbruch der Verkaufszahlen zum Trotz hat Eminem gleichzeitig einen Rekord aufgestellt: Er ist der erste Artist überhaupt, der acht Nummer-1-Alben nacheinander veröffentlicht hat. Es hätte schlimmer kommen können.

*In der tatsächlichen ersten Verkaufswoche konnte "The Eminem Show" nur 284.000 Einheiten absetzen. Bei dieser Woche handelte es sich aber lediglich um einen einzigen Tag, der in die Berechnung einfloss – durch Leaks gab es bei der Veröffentlichung jede Menge Verwirrung und ein vorgezogenes Release Date, an das manche Einzelhändler sich nicht hielten. Kurios, dass 2002 ein einziger Tag gereicht hat, um die heutigen Zahlen aus einer ganzen Woche zu toppen.

**Auch bei "Encore" zwang ein Leak das Label dazu, das Release vorzuziehen. Dieses Mal zählten immerhin drei Tage zur ersten Verkaufswoche. Zusammen mit den folgenden sieben Tagen ging das Album in den ersten zehn Tagen nach der Veröffentlichung 1,5 Millionen Male über die Ladentheke.

Eminem kann nur verlieren

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten liebt seine unwahrscheinlichen Geschichten. Wenn es jemand aus dem Dreck ins Rampenlicht schafft, ist es der amerikanische Traum, den die Leute lieben. Aber was dann? Scarface hat verloren. Michael Jackson hat verloren. Und Eminem?

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