Eminem vs. Snoop Dogg: Method Man durchleuchtet die Umstände des Streits

Ein drohender Beef zwischen den Rapschwergewichten Eminem und Snoop Dogg wurde aus der Welt geschafft, bevor er so richtig ausgebrochen ist. Jemand, der das Treiben der beiden Giganten von außen beobachtet hat, ist Method Man. Im Podcast "My Expert Opinion" des Battle-Rappers Math Hoffa (neulich trafen sich beide noch zum "Legends Only"-Battle) äußerte sich die Wu-Tang-Clan-Ikone ausführlich zu dem zurückliegenden Streit zwischen Em und Snoop. Nach anfänglicher Distanzierung von dem Thema analysiert er regelrecht, was da genau schief gelaufen sein könnte.

Method Man schaut auf flüchtigen Beef zwischen Eminem & Snoop Dogg zurück

Warum sah es überhaupt kurzzeitig nach einem Schlagabtausch zwischen Eminem und Snoop Dogg aus? Aus Method Mans Perspektive ist das öffentliche Podium dabei ausschlaggebend. Hätten sich beide demnach in einem privaten Umfeld ähnliche Dinge an den Kopf geworfen, wäre der Streit nie derart hochgekocht.

"In einem Raum, in dem nur wir sind, sagen wir uns als Jungs gegenseitig so etwas. 'Ich feier deinen Scheiß nicht' – und es wird in keinster Weise falsch aufgenommen. Aber wenn es in einem öffentlichen Forum geschieht, nimmt es ein ganz anderes Licht an. Ich kann hier sitzen und zu meinem besten Freund Joey sagen: 'Halt die Klappe Joey!' Wenn es nur ich und er sind, wird er es mir auf keinen Fall übelnehmen. Aber wenn wir in einem Raum voller Motherf*cker sind, nimmt es fortan eine ganz andere Wendung."

("In a room with just us in it, when we boys, we say shit like that to each other. I don't f*ck with your shit. And it's not taken in any way. But when it's in a public forum, it takes on a whole different light...I can sit here and tell my best friend Joey, shut the f*ck up Joey. When it's just me and him, he won't take it no type of way. But when we in a room full of motherf*ckas, now it takes on a whole other light.")

Aus so einer kumpelhaften Ansage wurde bekanntlich nichts: Nachdem Snoop bei seiner Top 10 der besten Rapper*innen aller Zeiten auf Em verzichtete und erklärte, auch ohne Musik von Slim Shady gut leben zu können, widmete dieser der Westcoast-Legende einen Diss auf dem Track "Zeus". Daraufhin sagte Snoop in einer Kommentarspalte sinngemäß: "Betet, dass ich auf diese Weicheischeiße nicht antworte." Schließlich kühlte sich die Sache wieder ab. Die Meinungsverschiedenheiten konnten offenbar beigelegt werden.

Nach seiner einleitenden Einschätzung holt Method Man richtig aus. Auf der einen Seite hätte sich Eminem seiner Ansicht nach Snoop Doggs Kommentar nicht so zu Herzen nehmen sollen. Es sei so Gerede gewesen.

"Em hätte es als Sache betrachten sollen, die Jungs halt so machen. Er mag deine Musik nicht, wen juckts ? Er sagt nicht, dass er nichts mit dir anfangen kann. Er hat nur gesagt, dass er deine Musik nicht spielt. Für Eminem, der nicht nur von weißen Kindern, sondern auch von Schwarzen verehrt wird – wir wissen, dass er das Genre respektiert. Wenn Leute Grenzen ziehen wollen, ach diese Scheiße war schon da. Es gibt solche Eminem Stans, der N*** a könnte die wackste Bar bringen und sie wären so 'oh mein Gott, hast du gehört, was Eminem gerade gesagt hat?' Das Gleiche gilt für Snoop. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Em Verses von Snoop gehört hat, und dann dachte: 'Diese Sache war Müll.' Er könnte Snoop das sagen, aber Em ist so eine Person, die Snoop das nur an einem sicheren Ort erzählen würde, weil er die Konsequenzen versteht, die es mit sich bringt, das öffentlich zu machen.

("I think Em should have looked at it as boys being boys. He don't like your music, so? He ain't say he don't f*ck with you. He just said he don't play that shit. For Eminem, who's revered not just by white kids but black people, cause we know he respects the genre...If people want to draw lines in the sand, that shit was already there. There's such Eminem Stans, the n***a could say the wackest bar and they'd be like oh my god, did you hear what Eminem just said? Same thing with Snoop. I'm pretty sure Em heard verses from Snoop where he was like 'that shit was garbage.' He could tell Snoop that, but Em is the type of person who would only tell Snoop that in a safe space because he understands the ramifications of making that public.")

Offenbar hätte Method Man dem guten Snoop mehr Medienkompetenz zugetraut. Diesen Punkt vertieft der New Yorker MC noch. Alles, was Snoop Dogg auf seinem Berühmtheitslevel tue und sage, finde heute unter den Augen der Öffentlichkeit statt. Eine Prise Humor würde im Umgang miteinander zudem immer helfen.

"Snoop hingegen ist nicht einmal mehr Rapper. Er ist jenseits des Superstar-Status. Alles, was er tut, ist ein öffentliches Forum, du musst es mit Humor nehmen. Einmal sagte ich, Snoop sei der schlechteste Rapper/Schauspieler, den ich je gesehen habe. Das nächste Mal, als ich Snoop gesehen habe, war gar nichts! Der N*** a hätte gleich zwei F*cks geben können, weil er den Scheck eh schon bekommen hat."

("Snoop on the other hand, he's not even a rapper no more. He's beyond superstar. Everything he does is public forum, you gotta take it with a grain of salt. One time I said Snoop was the worst rapper/actor I ever seen. Next time I seen Snoop, it wasn't nothing! The n***a could have given two f*cks cause he got the check already!")

Method Man stellt während seiner Analyse auch heraus, dass Eminem über keine sonderlich "dicke Haut" verfüge. Wenn ihm jemand in der Vergangenheit quergekommen sei, dann habe das Eminem stets zu einem Punkt gebracht, an dem er Karrieren zerstört hätte. Der Wu-Tang-Member erklärt, dass er genau diesen Spirit liebe und darauf die gesamte Hiphop-Kultur basiere. Diese Art von hasserfüllter Energie sei von Eminem in dem aktuellen Fall nicht ausgegangen. Snoops Kommentar hätte ihn verletzt, aber nicht in Brand gesetzt.

Hier kannst du dir sämtliche Ausführungen von Method Man anschauen:

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Snoop Dogg wird Unternehmensberater

Snoop Dogg wird Unternehmensberater

Von Djamila Chastukhina am 08.06.2021 - 12:10

Snoop Dogg (jetzt auf Apple Music streamen) meldet sich mit spannenden News in einem Ankündigungsvideo zu Wort: Er wird der neue Unternehmensberater bei Def Jam Records. Sein Fokus wird vor allem auf A&R und der kreativen Entwicklung des Labels liegen.

Snoop Dogg erfüllt sich seinen langjährigen Traum

Schon seit seiner Kindheit wollte der mittlerweile 49-Jährige bei Def Jam arbeiten. Jedoch wurde er 1992 bei Death Row Records unter Vertrag genommen und ging einen anderen Weg. Nun ist Snoop aber an einem Punkt in seiner Karriere angekommen, an dem er sein Vorhaben letztendlich in die Tat umsetzen kann:

"Ihr fragt euch vielleicht, wieso ich so spät in meiner Karriere für Def Jam Records arbeiten will. Ich sage euch, wieso: Als Kind, als junger Rapper, war Def Jam Records für mich der Heilige Gral im Hiphop. Es war das Label, bei dem alle Künstler kommunizierten, verbunden waren, großartige Musikvideos oder Filme rausbrachten und immer zusammen auf Tour waren. Die haben allen möglichen Scheiß gemacht, von dem ich ein Teil sein wollte. Doch dann kam Death Row Records, also hatte ich keine Chance, bei Def Jam zu sein."

("You may wonder: Why so late in my career would I want to work for Def Jam Records. Let me tell you why: As a kid,as a young rapper Def Jam Records was the holy grail of hiphop. It was the label where all of the artists communicated, connected, put out great music videos, movies and they were always on tour together. They did all types of shit that I wanted to be a part of. But then Death Row Records happened. So, Ididn't get a chance to be on Def Jam")

Snoop gibt als strategischer Berater Ratschläge aus erster Hand

Bereits vor einigen Jahren wurde Def Jam Records von einem Rapper geleitet: Als Präsident und CEO übernahm Jay Z von 2004 bis 2007 die Verantwortung. Nun löst Snoop Dogg den Musikmanager Paul Rosenberg ab und übernimmt die Führung. Sein Ziel: neue Künstler*innen so gut es geht auf ihrem Weg begleiten. Dabei möchte er natürlich das Beste aus ihnen rausholen und kann dank seiner eigenen Erfahrungen als Raplegende die ein oder anderen Geheimtipps verraten.

"Ich hatte schon immer den Traum, bei Def Jam zu sein. Als ich dann die Möglichkeit hatte, lag mein Fokus darauf, den Artists zu helfen und ihnen Liebe, Orientierung und Verständnis zu geben und ihnen ein paar Tricks beizubringen, die ich im Game gelernt habe. Damit sie nicht nur Artists oder Rapper werden, sondern Superstars und Superhelden, sozusagen."

("I always had a dream to be on Def Jam. So when I got the opportunity, my main focus on Def Jam Records was to go and to help the artists and to give them love. Give them guidance and understanding and to teach them some tricks that I learned in the game. To not just be artists, to not just be rappers, but to be superstars and superheroes, so to speak.")

Im Rahmen der Zusammenarbeit von Snoop und Def Jam Records kann man sich zusätzlich auf viele neue Musikvideos, TV-Shows, Videospiele und - am allerwichtigsten - Hit Songs freuen, die unter seiner Aufsicht entstehen werden. Zusätzlich möchte Snoop neue Talente mit ins Boot holen: Rapper und Producer hat er bereits im Auge. Auch neue Musik von Snoop Dogg ist laut eigener Aussage nicht auszuschließen.


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