Eminem musste nach Drogen-Absturz erst wieder neu rappen lernen

Eminem erklärt in einem aktuellen Interview, dass er nach seinen schlimmsten Drogen-Eskapaden kaum noch rappen konnte. Er habe es erst nach und nach wieder neu lernen müssen. Teilweise könne er sich an viele seiner Zeilen überhaupt nicht mehr erinnern und habe auch viele andere Sachen noch einmal ganz neu lernen müssen.

Eminem entschuldigt sich bei Rihanna und erklärt die Situation im Interview

Darum geht's: Auf dem neuen "Music To Be Murdered By: Side B" rappt Eminem eine musikalische Entschuldigung an Rihanna. Damit nimmt er Bezug auf eine geleakte Song-Zeile, die der Rapper ursprünglich für sein "Relapse"-Album 2009 aufgenommen hatte. Sie wurde zwar nie offiziell veröffentlicht, zehn Jahre später aber geleakt. Darin hatte er sich auf die Seite von Chris Brown geschlagen und ein paar sehr unangenehme Dinge gerappt.

In seinem neuen Song "Zeus" entschuldigt sich Eminem ausdrücklich dafür und erklärt, er habe sie nicht verletzen wollen. Nichtsdestotrotz sei es falsch gewesen, die Zeilen so aufzunehmen:

"But, me, long as I re-promise to be honest/And wholeheartedly, apologies, Rihanna/For that song that leaked, I’m sorry, Ri/It wasn’t meant to cause you grief/Regardless, it was wrong of me."

Eminem konnte sich nicht erinnern: In einem Interview mit SiriusXM-Host Gray Rizzy erklärt Eminem jetzt die Hintergründe der Entschuldigung. Unter anderem berichtet er, dass er sich selbst gar nicht mehr an die von ihm gerappten Zeilen erinnern konnte, als die geleakt worden waren.

"Für mich klangen nicht einmal die Reimschemata bekannt. Mich hat das also auch kalt erwischt und mir ging es so: 'What the fuck, das habe ich gesagt?' [...] Ich habe es gesagt und es war ein Fehler, das zu sagen. Es war f*cking dumm."

Eminem musste offenbar sogar ganz neu rappen lernen

Nicht nur Rappen: Die Aufnahmen seien in die Zeit gefallen, in der Eminem dabei war, das Rappen wieder neu zu lernen. Damals habe er einfach alles gerappt, was sich reimte. Grund dafür waren die ausufernden Schwierigkeiten mit Drogen, die Eminem beinahe sein Leben gekostet hätten. Aufgrund dessen habe er viele Dinge von Grund auf neu lernen müssen, wie er eingesteht.

"Insbesondere bei den Aufnahmen zu 'Relapse', als ich angefangen habe, wieder rappen zu lernen, wegen der Drogen-Situation, die ich durchgemacht habe und als ich viele Dinge noch einmal neu lernen musste, war das eine der Sachen, bei denen ich mir dachte 'naja, wen es sich reimt, sag es'."

Er hätte sich das Ganze damals schon besser überlegen sollen, gibt Eminem im Interview zu. Es sei einer von vielen Songs gewesen, an dessen Aufnahmen er sich überhaupt nicht mehr erinnern könnte und es sei manchmal eben sehr hart gewesen. Dass selbst ein routinierter Rapper wie Eminem sein Handwerk offenbar noch einmal ganz neu lernen musste, zeigt erneut, was seine Sucht-Problematik für weitreichende Konsequenzen hatte.

Mehr Eminem-News: Im selben Interview spricht Eminem auch über die Disses zwischen ihm und Snoop Dogg. Zusätzlich gibt es aktuell noch mehr Wirbel rund um Eminem-Beef: Benzino droht deswegen offenbar Royce Da 5'9'' und Joyner Lucas:

Wegen Eminem-Beef: Benzino droht Royce Da 5'9" & Joyner Lucas

Die belastete Beziehung zwischen Eminem und The Source-Miteigentümer Raymond "Benzino" Scott ist kein Geheimnis. Schon seit mittlerweile knapp achtzehn Jahren tragen die beiden ihren Streit in der Öffentlichkeit aus. Aktuell knallt es mal wieder richtig und auch andere Rap-Größen sind involviert.

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TikToker*innen wollen Eminem canceln – seine Fans antworten

TikToker*innen wollen Eminem canceln – seine Fans antworten

Von Michael Rubach am 04.03.2021 - 11:50

Kontroversen sind für Eminem nichts Neues. Nun bekommt er überwiegend aus der Welt von TikTok Gegenwind. User*innen der Plattform sind auf alte Lyrics von Slim Shady gestoßen, die als problematisch eingestuft werden könnten. Die Forderung lautet daraufhin: Eminem canceln. Dieses Vorhaben trifft auf reichlich Widerstand. Fans von Em schießen mit Memes und Videos gegen die angeblich übermäßig woken TikToker*innen.

Eminem im Konflikt der Generationen

Im Zentrum der aktuellen Debatte stehen Lines von Eminem bei der Rihanna-Kollabo "Love The Way Your Lie". Wie der US-Rapper in dem Track aus dem Jahr 2010 Beziehungsprobleme angeht, ist den Kritiker*innen offenbar ein Dorn im Auge. Eminem beschreibt aus der Ich-Perspektive, dass er seine Partnerin nie mehr gehen lassen werde. Zur Not fessele er sie ans Bett und zünde das Haus an. Dieses Szenario schildert er in seiner Kunst.

"If she ever tries to f*cking leave again / I’mma tie her to the bed and set this house on fire"

Zumeist junge Hörer*innen von Eminems Musik stufen diese Aussagen nun als problematisch ein. Sie fordern ihre Follower*innen dazu auf, Eminem wegen solcher Passagen nicht weiter zu supporten. Allein das nachfolgende Video wurde über eine Million Mal aufgerufen. Inzwischen schreibt die TikTokerin von "Todesdrohungen", die sie wegen ihres Clips erhalten habe und erklärt, dass ihr Cancel-Aufruf eigentlich ein "Witz" gewesen sei. Doch die Online-Diskussion über Eminem ist schon nicht mehr zu stoppen.

TikTok

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Menschen, die Eminem schon ein wenig länger verfolgen, ergreifen auf Twitter und anderen Social-Media-Plattformen Partei für den Rap-Star. Es läuft dort auf ein Battle zwischen der Generation Z (um und nach der Jahrtausendwende auf die Welt gekommen) und Generation Y (Kinder der Achtziger und Neunziger) hinaus.

Wie Eminem verteidigt wird

Eminem löst nicht zum ersten Mal mit seinen Lyrics eine Debatte darüber aus, wo Kunstfreiheit eigentlich beginnt. Anfang 2020 warf ihm der Bürgermeister von Manchester vor, sich in seinem Song "unnötig verletzend und zutiefst respektlos" gegenüber den Betroffenen eines Terroranschlags verhalten zu haben. Auch das Thema Homophobie zieht sich durch Eminems Karriere. All das führte bisher nicht dazu, dass Slim Shady von der breiten Öffentlichkeit gecancelt worden wäre. 

Nach dem Vorstoß aus der TikTok-Welt reagieren einige Fans von Eminem fast schon ermüdet auf die neue Cancel-Debatte. Vor allem auf Twitter zeigen User*innen wenig Verständnis für so ein Vorhaben und stürzen sich auf die Generation Z.


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