Eko Fresh erklärt, warum er German Dream geschlossen hat

Vor etwas mehr als einem Jahr kündigte Eko Fresh an, dass der German Dream zu Ende geträumt sei und er eines der wahrscheinlich legendärsten Labels der gesamten Deutschrap-Historie schließen würde. In unserem neuen Interview führt der Kölner aus, was ihn zu dieser Entscheidung bewegt hat und was er mit dem Nachfolger, Paperboy, plant.

Eko Fresh äußert sich zum Ende von German Dream

Auf Miriams Frage, wieso Eko die Pforten von German Dream geschlossen hat, vergleicht er das Label mit "einem Sack Steine", den er noch mit sich herumgetragen hätte. Anders als seine damaligen Signings sei er immer wieder auf German Dream angesprochen und mit der Geschichte konfrontiert worden. Die hätte neben vielen schönen auch viele Schattenseiten gehabt. Dadurch, dass sie diese Hürden überwinden konnten, habe sich der Traum irgendwann erfüllt und sinnbildlich dafür soll auch die Schließung stehen:

"Das versuche ich immer nach außen zu tragen: dass dieser German Dream, der zufällig auch so hieß, da wahr geworden ist. Ich wollte da einfach für mich eine Schlusslinie ziehen."

Eingangs sei es ihm beim German Dream vor allem um eine Sache gegangen, nämlich das Geld machen. Doch mit der Zeit habe er verstanden, dass die Bedeutung eigentlich noch viel tiefergehender gewesen ist. Sein Großvater sei ohne "eine Nummer in der Tasche" in dieses Land gekommen. Der Traum ist eigentlich, sich hier ein Leben aufzubauen. "Und das haben all diese Jungs fast ausnahmslos geschafft" – entgegen aller Widrigkeiten.

Gleichzeitig habe Eko, von dem die Initialzündung kam und der das Ganze vorangetrieben hat, genau zur Zeit des Aufstiegs es nicht geschafft, alles beisammenzuhalten. Auch weil er zu diesem Zeitpunkt mit anderen Dingen, wie einer drohenden Insolvenz, beschäftigt war.

"Das war die Tragik daran. Und deswegen will ich diese Tragik nicht die ganze Zeit bei mir halten. Ich bin auch Geschäftsmann. Ich habe so viele andere Geschäftsfelder erklommen, dass ich sage, das Kapitel möchte ich abschließen. [...] Dieses Rap-Label soll mal an die Seite gelegt werden."

Mit dem neugegründeten Paperboy wolle Eko über den Tellerrand der Musik blicken und beispielsweise auch in Richtung Filmproduktion gehen. Einen anderen Artist zu signen, will er trotzdem nicht endgültig ausschließen.

Unser ganzes Interview mit Eko Fresh könnt ihr euch hier anschauen:

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