Der Beef ist losgetreten und Eko damit wieder im Blickfeld der Medien. Doch was trieb Eko zu dem Beef an allen Fronten? Warum verließ er wirklich Optik Records und brach mit seinem Mentor Kool Savas? Fragen, denen wir nachgingen!

Was war nun eigentlich dran an Eurer Trennung – ganz so cool, wie anfangs kommuniziert, ging es ja dann wohl doch nicht vonstatten.

Das ist natürlich eine lange Geschichte – da musst du mir sagen, was du genau meinst.

Was hat dazu geführt, dass du gesagt hast, dass du auf eigenen Beinen stehen möchtest, dein eigenes Label gründen und Optik verlassen möchtest?

Ich wollte Optik nicht verlassen – Optik Records war damals für mich die erste Wahl – ich wollte immer dort bleiben, aber ich durfte nicht länger bleiben. Ich habe mich damals nicht beschwert und bin gegangen, habe die ganze Zeit meine Klappe gehalten, hab auch nie etwas in Richtung Savas gesagt und habe v.a. immer respektvoll über Savas gesprochen. Ich denke damit habe ich gezeigt, dass ich ihn nicht verarschen wollte. Jetzt ist aber der Zeitpunkt gekommen, an dem ich nicht länger Schweigen kann, weil ich das Gefühl habe, dass ich für viele deshalb, weil ich geschwiegen habe, wie der Schuldige dastand. Es gibt aber in dieser Angelegenheit keinen Schuldigen, da jeder seine Fehler gemacht hat. Ich erzähle einfach meine Seite der Geschichte.

Welche Fehler hast du – welche Fehler Savas gemacht?

Mein Fehler war sicher, dass ich jung und leicht beeindruckbar war. Ich war schlichtweg zu allen Leuten zu nett. Ich war im Vergleich zu meinem Erfolg einfach nicht tough genug und das ist auch der einzige Punkt, den man mir vorwerfen hätte können. Als ich meine größten Erfolge hatte, war um mich herum niemand – nur mein DJ und meine Freundin stand zu mir. Inzwischen stehe ich auf eigenen Beinen, habe meine eigene Firma – ich mache meine Sachen mit Thomas Stein zusammen, bekomme dort kompetente Beratung – ich habe meine Fehler ausgebügelt. Das gilt sowohl für mich als auch für meine Musik. Für viele bin ich evt. auch musikalisch zu nett geworden. Ich war ein 19jähriger Junge, der seinen Traum erfüllen konnte und habe das auch bis auf den letzten Moment auf dekadente Weise ausgelebt. Ich habe aber in dieser kurzen Zeit auch drei Alben gemacht – das waren evt. meine Fehler.

Seine Fehler sehe ich darin, dass er sich nicht mit mir hingesetzt hat. Er hätte mich packen und schütteln sollen, um mich aufzuwecken. Dafür ist es jetzt aber zu spät. Er hätte mir sagen sollen: 'So, So, So' und dann hätte ich ihm darauf antworten können, was ich darüber denke. Meiner Meinung nach, hat er sich zu viel belabern lassen und natürlich waren die restlichen Leute auf Optik froh, dass ich nicht mehr der erste Consigliere in dieser Famiglia war. Ich habe ja auch nie behauptet, er sei ein schlechter Mensch, wir verstehen uns nur auf diesem HipHop-Punkt nicht. Ich versteh ihn, zwar jetzt mehr als früher, aber ich bezweifle, dass er mich heute besser als früher versteht.

Für einen Mann seines Kalibers ist er einfach viel zu sehr auf dieses HipHop-Ding verkrampft. Im Endeffekt gibt es aber etwas für mich, das über HipHop geht. Zum Beispiel Freundschaft geht für mich über HipHop – ich würde nie einen Freund wegen HipHop vernachlässigen oder verstoßen. Für mich ist die persönliche Ebene viel wichtiger als die HipHop-Ebene. Ich denke er ist da viel zu ernst und sollte den Shit viel lockerer betrachten.

Du sagst er sei zu verkrampft auf dieser HipHop-Schiene. Muss man das aber nicht sein, wenn man 24/7 von HipHop bzw. von Rap lebt? Wenn man seinen Traum zum Job gemacht hat?

Das Ding ist doch, dass die Zeiten, in denen sich die Rapper für Auftritte bei VIVA schämen vorbei sind. Wir haben inzwischen die zweite Generation von Rappern, die mit HipHop aufwächst, wie ich es auch getan habe. Savas ist nicht so selbstverständlich mit HipHop aufgewachsen – er hatte keinen deutschen Rapper, zu dem er aufblicken konnte und von dem er lernen konnte. Genau aus diesem Grund hat er eine verkrampftere Sicht – die Kids heute dagegen wachsen mit Eko, Savas oder Bushido auf, das ist eine ganz andere Welt. Rap in Deutschland ist inzwischen für viele auch ein Weg aus der Scheiße heraus und man muss es nich mehr schlecht finden, dass sich der eigene Shit verkauft. Rapper müssen sich heute nicht mehr verstellen und so tun, als ob sie Auftritte bei VIVA hassen würden. Jeder will ja sein Ding so groß wie möglich präsentieren und Savas präsentiert seinen Materialismus wie z.B. sein Auto auch groß. Da kann er mir nicht erzählen, dass er Rap nur macht, um seine musikalischen Interessen umzusetzen. Nur weil er sagt, das sei nicht real, werd ich mich hüten nicht meinen Weg zu gehen.

Andere waren mit 21 bei weitem nicht da, wo ich bin und da muss ich dann sagen, dass es der pure Neid ist, der da aus den Leuten spricht. Ich sehe mich als Vorbereiter einer neuen Generation von Rappern und habe dementsprechend viel für den deutschen HipHop getan. Ich war der erste, der kein schlechtes Gewissen vermittelt hat, wenn er bei VIVA war. VIVA ist für mich nicht Blasphemie, sondern eine gute Möglichkeit mein Zeug zu präsentieren. Mir kann keiner sagen, dass ich reich war, als ich ins Game gekommen bin. Heute bin ich aber reich und darauf bin ich extrem stolz.

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Release Friday: Diese Songs sind heute erschienen

Release Friday: Diese Songs sind heute erschienen

Von Till Hesterbrink am 17.09.2021 - 01:47

Wie jeden Freitag erscheinen heute Nacht die neusten Songs und Alben des Deutschrap. Hier findet ihr eine kleine Auflistung der größeren Alben, Mixtapes und Singles, die diese Woche erschienen sind:

Alben, EPs & Mixtapes

Azzi Memo - Vibez'n'Flow

Moe Phoenix - Mood

Airon - Auf frischer Tat

Remoe - Realtalk

Said & Klapse Mane - Nirvana

Singles

KC Rebell & Gzuz - Polizei

Kool Savas & Alexa Feser - Fluchtwagen

RIN - Apple

Katja Krasavice - P*ssy Power

Haftbefehl & Kalim - Ozean

Bojan - Marlboro Gold

AK AusserKontrolle - Gut im Geschäft

102Boyz - Kartenhaus

LX & Big Toe - Visionen

Marteria, ÄTNA & Yasha - Love, Peace & Happiness

Hanybal & Ffragezeichen - Tränen auf Beton

Mortel & Alberto - International

Brudi030 - Tilidin & Joints

Omar - Hier im Viertel

Takt32 & Aylo - Diamonds

Nash - Dreams

Dante YN - Aphrodite

Teven - Dash am Block

Timey - Leader of the Newschool

Mosh36 - Guter Tag

Sero El Mero - Ich muss weg

Haiyti - Hyperspeed

Miksu, Macloud, Fourty & Leland - Happy

Almany - Kabelbinder


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