"Du sche*ß Satanist": J-Luv rastet in Fler-Livestream aus
Julian Williams und Fler

 

Ein besonderer Gast hat sich in den letzten Fler-Livestream mit Gino Cazino und Simes dazugeschaltet. Der Sänger Julian Williams, vielen wohl noch unter seinem früheren Künstlernamen J-Luv bekannt, hat sich gut anderthalb Stunden mit Flizzy unterhalten. Das anfangs noch ruhige Gespräch wird über die Zeit immer lauter und chaotischer.

Julian Williams erzählt Fler von Konflikt mit Arafat und Bushido

Der Stream beginnt in relativ freundlicher Stimmung. Fler fragt Julian Williams, ob er noch Musik mache und was seine Pläne für die Zukunft seien. Hierbei verweist Williams auf sein Solo-Album "Vergessene Welt", das allerdings bereits 2016 erschienen ist. Eine konkrete Antwort, was er denn aktuell mache, kann er nicht wirklich liefern.

Nebenbei spricht er dabei immer wieder eine Story an, die "eigentlich nicht hierher" gehöre. Das macht Fler neugierig. Er versucht über den ganzen Stream hinweg die Einzelheiten der besagten Geschichte aus ihm herauszukitzeln. Bis zum Ende bleiben jedoch offene Fragen bestehen.

Die Geschichte, die er so im Laufe des Streams erzählt, lässt sich wie folgt zusammenfassen: Am Tag des Anschlags auf den Berliner Breitscheidplatz sei er ins Büro von Arafat gegangen, um "Ungereimtheiten" zwischen ihm und Bushido zu klären. Arafat hätte ihm das jedoch verboten. Als der Sänger das Büro darauf hätte verlassen wollen, wäre Arafats Antwort wohl ziemlich unfreundlich ausgefallen.

"Du gehst nirgendwo hin, ich lass' dich kidnappen."

Zwar passierte an dem Tag nichts Schlimmeres, am nächsten Morgen hätte er jedoch Morddrohungen erhalten und die Adresse seines Neffen im Internet gefunden. Des weiteren erwähnt Julian Williams immer wieder den "4. Juli vor fünf Jahren", wo ihm anscheinend jemand mit einem Messer in den Kopf gestochen hätte. Bevor er hier jedoch ins Detail geht, schweift er immer wieder ab.

Bei den Ungereimtheiten, die er mit Bushido klären wollte, spricht Williams später von "Millionenbeträgen". Konkret geht es wohl um den gemeinsamen Song "Vergiss mich", bei dem er anscheinend nicht seinen finanziellen Anteil bekommen hätte. Doch egal, wie großzügig Fler es ihm vorrechnet – er hat starke Zweifel, dass dieser Song allein siebenstellige Summen eingebracht hätte. Williams reagiert angegriffen.

"Willst du mir jetzt sagen, dass 'Vergiss mich' und die Alben keine Millionen eingenommen haben? Also 'Vergiss mich' ist Bushidos größter Hit in seiner ganzen Karriere. Müssen wir nicht drüber reden, oder?"

Bei allem Respekt muss Fler auch das verneinen. Williams betitelt "Vergiss mich" daraufhin als "krassesten Hit der Hiphop-Geschichte". Es ist etwa dieser Zeitpunkt, an dem das Gespräch eine wirre, weitaus lautere und beinahe unangenehm zu betrachtende Form annimmt.

Gespräch zwischen Fler und Julian Williams eskaliert

Immer wieder fühlt sich Williams von Fler angegriffen – selbst wenn Flizzy in diesem Gespräch meist den ruhigen und rationalen Part einnimmt. Williams glaubt nicht, dass er so mit ihm reden würde, würde er in persona vor ihm stehen. Daraufhin lädt Fler ihn ein: Er könne ihn jeden Tag im Diamonds Café in Tempelhof zum Reden antreffen. Williams zeigt sich paranoid, auch wenn er versichert bekommt:

"J-Luv, da sind keine Straßenleute. Wir rauchen da und trinken Oreo-Shakes."

Fler wiederholt außerdem mehrfach die Frage, wieso Williams damals nicht im Voraus einen Vertrag mit Bushido aufgesetzt hätte, um seinem Problem vorbeugend entgegenzuwirken. Williams weicht der Frage aus, sagt lediglich, er sei ein "deutscher Superstar" – für ihn ist das Ganze an dieser Stelle nur noch "Schlabberlatz-Talk". Fler vermutet eine Psychose.

"Jeder, der dich zwei Minuten reden hört, merkt, dass du ein bisschen verwirrt bist, Bruder. [...] Warum hast du Drogen genommen und dein Talent die Toilette runtergespült?"

Williams wird immer lauter und ungeordneter. Er sagt, Fler spreche "wie so'n Sklaventreiber im Süden". Er bezeichnet Fler zwischendurch als Soziopathen, an einer Stelle im Gespräch nennt er ihn sogar scheinbar völlig grundlos einen "sche*ß Satanisten". Flizzy rät ihm schlussendlich, zur Therapie zu gehen. Er solle gesund werden und seinen falschen Stolz ablegen. Williams' Antwort:

"Du bist lächerlich. Du hast in mir deinen Endgegner gefunden. Wenn du nicht aufpasst, mach ich 'nen Rap-Song und begrabe dich."

Kurz nach der Aufforderung, dass er einen Freestyle raushauen soll, verlässt Julian Williams den Stream.

Das gesamte Gespräch kannst du dir auf YouTube anschauen:

Julian Williams veröffentlicht Statement

Es dauerte nicht lang, bis Julian Williams sich auf seinem Twitch-Kanal zu dem Stream mit Fler äußerte. Die etwas desorientierten Tendenzen aus dem Gespräch mit Fler führen sich hier fort.

Er sagt über sich selbst, er sei kein Lappen, sondern ein "Spülmaschinen-Waschmaschinen-Waschbecken-Mix", wirft Fler toxische Maskulinität vor und behauptet an einer Stelle:

"Ich kenne Jay-Z persönlich und Beyoncé ist meine Cousine."

Mit dem Statement versucht er Fler, dem er zwischendurch Spitznamen wie "Jungchen" oder "Pampers-Ranger" gibt, in die Schranken zu weisen.

"Mach Platz, Fiffi. Aber schnell."

Auf Twitter hat Fler derweil angekündigt, heute wieder live zu gehen. Dazu bettet er einen wilden out-of-context-Clip eines früheren Streams von Julian Williams fka J-Luv ein.

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