"Du hast kein Bock auf Empathie": PA Sports wirft Moses Pelham Heuchelei vor

PA Sports und Moses Pelham befinden sich aktuell in einem Sample-Streit, den sie - zumindest teilweise - öffentlich austragen. Nachdem PA publik gemacht hatte, dass das Frankfurter Rap-Urgestein ihm die Rechte zu einem Sample verwehrt, hat sich dieser wiederum zu Wort gemeldet, um seine Sicht auf die Dinge darzulegen. Auf das neuste Statement von Moses P. antwortet der LiP-Chef nun in einem über sechs Minuten langen Statement.

Dabei unterbreitet er Moses Pelham einen Vorschlag für den Song, der das Leid einer palästinensischen Familie darstellen soll.

"Du hast kein Bock auf Empathie für Palästinenser": PA Sports wirft Moses Pelham Heuchelei vor

Sein Statement teilt PA in drei Teile auf. Im ersten Teil geht PA auf Moses' Stellungnahme ein. Dabei macht er zu Beginn klar, dass er es bedauerlich finde, keine Freigabe für den Song erhalten zu haben. Auch hätte PA nicht damit gerechnet, so tief in die "inhaltliche Komponente" gehen zu müssen. Im Grunde hatte er nur erwartet, dass Moses seinen "Senf als Musiker" abgibt.

Dann wird der Label-CEO etwas direkter und wirft Moses vor, Diskursverschiebung und Heuchelei zu betreiben. Unter anderem, weil er laut PA versuche, "israelisches Leid in Relation" mit dem zu stellen, was in Palästina passiere. In dem Kontext holt er aus und berichtet von einem Ereignis von hinter den Kulissen.

So meint PA Sports, dass ein "langjähriger Bekannter" von Moses Pelham ebenfalls einen Song über das Leid der Palästinenser gemacht habe, gemeinsam mit einem deutschen Rapper. Der besagte Bekannte - dessen Namen PA nicht nennen will - habe Moses auf den Song holen wollen. Wohl, damit dieser die "andere Seite beleuchtet". PA behauptet dabei, dass Moses seine Mitwirkung am Song abgelehnt und gleichzeitig die Inhalte des Songs kritisiert hätte. Für PA lässt das nur einen Schluss zu:

"Du hast kein Bock auf Empathie für Palästinenser."

Im Laufe des Videos unterbreitet er Moses Pelham schließlich einen Vorschlag. So soll Moses ihm die Sample-Rechte erteilen. Dafür würde er den Track dann auch wieder löschen – wenn Fans der einhelligen Meinung sein sollten, dass die von Moses angeprangerte Einseitigkeit tatsächlich vorliege. Dabei bietet PA auch an, dass er - statt den Song runterzunehmen - alternativ eine Version machen könne, die die Sicht einer israelischen Geisel darstelle.

Sein Statement schließt PA noch mit einigen Seitenhieben ab. So erwähnt er, dass Moses Pelham, als jemand, der Samples "ohne Clearance" benutzt hätte, doch lockerer mit dem Thema umgehen müsse. Auch stellt er Moses Pelhams Einstellungen infrage und erwähnt, dass der dem IDF bei Instagram folgt und wohl "Free Palestine"-Kommentare löschen würde.

Zum Ende hin meint PA noch, dass er plane, die Einnahmen des Songs zu spenden und er nie gewollt habe, einen solchen Sample-Streit mit öffentlichen Statements auszutragen. Gleichzeitig glaubt er auch, ein öffentlicher Austausch zwischen ihm und Moses könne mehr Bewusstsein für das Thema schaffen.

Hier könnt ihr euch das Statement anschauen:

@pasports45 Haltet die Welt an und gebt mir nochmal 6 Minuten 🫣 #gaza #genocide #music ♬ Originalton - pasports

Moses Pelhams Statement zum Sample-Streit

Bei dem betroffenen Sample handelt es sich um den 2005 erschienenen Glashaus-Track "Haltet die Welt an". Inhaltlich beschreibt die Sängerin Cassandra Steen dort die Leere nach einem schweren Verlust, während die Welt um sie herum sich weiterdreht.

Moses Pelham ist der Meinung, dass PAs Variante den "Nahostkonflikt auf sehr, sehr einseitige Art und Weise" beleuchten würde. Primär, weil der Essener ausschließlich die Perspektive eines palästinensischen Kindes und dessen Vater beschreibe. Pelhams Vorschlag sei deshalb gewesen, zusätzlich die Sicht eines israelischen Kindes und dessen Elternteils darzustellen. 

Das sei wichtig, weil es solche "fürchterlichen Konflikte" seiner Wahrnehmung nach vor allem deshalb gebe, "weil wir mit der anderen Seite kein Mitgefühl haben". Dass ihm das Leid palästinensischer Kinder egal sein soll, empfindet Moses Pelham als "ungeheuerlichen Vorwurf".

Jedenfalls hat sich PA Sports zu Moses' Vorschlag nicht bereiterklärt, weshalb er bis dato auch keine Sample Rechte erhalten hat.

Mehr zu Moses Pelhams Statement erfahrt ihr hier:

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