Dr. Knarf gibt erstes Interview nach tragischem Unfall

Dr. Knarf hat sich in einem Interview mit Niko von der Backspin beim Format Arte Tracks zu seinem tragischen Unfall geäußert. Das Gespräch findet knapp vier Jahre nach der Gasexplosion in seinem Tonstudio statt. Um den vielen Gerüchten über seinen Gesundheitszustand entgegenzutreten, meldete sich der Kölner Rapper bereits Ende 2019 in einem Video-Statement zu Wort.

Auf Dr. Knarf könnte noch juristischer Ärger zukommen

Konkrete Erinnerungen an den Unfallhergang kann Dr. Knarf offenbar bis heute nicht abrufen. "Knapp 50 Prozent der Hautoberfläche" seien bei der Explosion verbrannt. Auch habe er ein "Explosionstrauma" davongetragen und darüber hinaus im künstlichen Koma mehrere Schlaganfälle erlitten.

"Ich weiß, es hat geknallt und wir sind gerannt. Was jetzt wirklich passiert ist und die Umstände vorher und nachher, kann ich nicht mehr wirklich erinnern. Es ist immer noch so, dass teilweise unwillkürlich Bilder von damals in den Kopf kommen oder ich davon Träume."

Rückblickend erklärt Dr. Knarf, dass er sich vor dem einschneidenden Erlebnis "100-prozentig selbst verwirklicht" habe. Gleichzeitig sei seine Lebensführung "selbstzerstörerisch" und "verantwortungslos" gewesen. Es stehen weiterhin auch juristische Vorwürfe gegen den Rapper im Raum.

"Es sind 2 Verfahren, die im Augenblick noch anhängig sind. Sagen wir so: Sie sind noch nicht geschlossen. Was daraus wird, ist letztendlich komplett offen. Das eine Verfahren ist fahrlässiges Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und das zweite wesentlich schwerer wiegende ist Besitz und Herstellung von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Das Problem ist natürlich auch, dass ich zum Unfallzeitpunkt, wegen genau der gleichen Sache noch eine Bewährung offen hatte. Das macht die ganze Sache natürlich nicht leichter."

Dennoch könne der Musiker auch Positives aus den Geschehnissen mitnehmen. Durch den Unfall habe er nach über einem Jahrzehnt wieder Kontakt zu seinem Vater. Das sei "eines der größten Geschenke". Musikalisch werde es außerdem für ihn weitergehen. Seine bereits vor dem Unglück fertiggestellte Platte "Prometheus" soll noch das Licht der Welt erblicken:

"Das Album muss auf jeden Fall rauskommen, weil es, was Rap angeht, das Stärkste ist, was ich geschrieben und produziert hab."

Hier kannst du das ganze Interview sehen:

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Jay-Z hofft auf eine Legacy wie Bob Marley

Jay-Z hofft auf eine Legacy wie Bob Marley

Von Renée Diehl am 29.04.2021 - 15:24

Im Zuge einer neuen Werbekampagne mit Puma, hat sich Rap-Legende Jay-Z mit dem britischen Magazin Sunday Times zusammengesetzt und über seine gemeinsamen Kinder mit seiner Frau Beyoncé, den Lockdown-Lifestyle und nicht zuletzt über sein Vermächtnis im Rap-Business gesprochen.

Jay-Z über seine Tochter Blue Ivy als Grammy-Gewinnerin

Gemeinsam mit ihrer berühmten Mutter Beyoncé hat die heute neunjährige Blue Ivy bereits einen Grammy für das Co-Writing an "Brown Skin Girl" gewonnen. Damit war sie als zweitjüngste Grammy-Gewinnerin in die Geschichte des Awards eingegangen. Darüber, dass Blue Ivy und ihre jüngeren Geschwister Rumi und Sir die Möglichkeit haben werden, in die großen musikalischen Fußstapfen ihrer Eltern zu treten, braucht man wohl nicht zu diskutieren. Was aber, wenn sie das gar nicht wollen? 

Jay-Z antwortet darauf:

"Sich geliebt zu fühlen ist das Wichtigste für ein Kind. Und nicht zu sagen: 'Hier ist das Business, das ich für euch erschaffen habe und euch übergeben werde'.  Was ist, wenn mein Kind gar nicht in Richtung Musik oder Sport gehen will? Das weiß ich gar nicht, oder? Aber solange sich ein Kind unterstützt und geliebt fühlt, denke ich, dass alles möglich ist." 

Während des Lockdowns habe er sich außerdem mehr als je zuvor darauf fokussiert, seinen Kindern der beste Vater sein zu können. Das mag auch daran liegen, dass er nun, da die Konzertindustrie still steht, mehr Zeit zu Hause verbringt. Auf seine Pläne in Sachen Live-Auftritte angesprochen, antwortet Jay-Z: "Ich plane aktuell nichts, aber ich vermisse es schon."

Jay-Zs Vermächtnis: Erinnerungskult wie bei Bob Marley?

Auch wenn momentan konzerttechnisch nichts geht, hofft Jay-Z die wichtigste Arbeit in Sachen Legenden-Status bereits geleistet zu haben. Ob er sich in der Riege der Musik-Giganten sieht? Jay antwortet darauf mit einer Mischung aus Bescheidenheit und Selbstbewusstsein:

"Ich bin nicht frei von Ego. Hoffentlich spricht man eines Tages von mir wie von Bob Marley und allen anderen Größen. Aber ich bin nicht derjenige, der das zu entscheiden hat."

Apropos Legenden-Status: Im Rap hat er diesen sicherlich schon. Das weiß auch DJ Khaled, der für die Single "Sorry Not Sorry" auf seinem neuen Album "Khaled Khaled" die beiden Rap-Legenden Jay-Z und Nas zusammenbringt. Wer außerdem noch auf dem Album vertreten sein wird, lest ihr hier:

"Khaled Khaled": DJ Khaled enthüllt epische Feature-Liste für neues Album

DJ Khaled hat das Release seines neuen Albums für kommenden Freitag angekündigt. Selbstbewusst, wie man ihn kennt, benennt er das Album auch gleich nach sich selbst - "Khaled Khaled". Dieses Vertrauen in sich selbst kommt natürlich nicht von ungefähr.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)

Register Now!