Dr. Dres "Detox" wird defintiv erscheinen, sagt Scott Storch

Der Albumtitel "Detox" ist längst zu einem Mythos der Rapwelt geworden – er steht symbolisch für jedes Album, das lange auf sich warten lässt und womöglich niemals erscheinen wird. Als Dr. Dre 2015 sein neues Album zum Film "Straight Outta Compton" veröffentlichte, war die Geschichte endgültig vom Tisch. Das dachte man zumindest. In einem neuen Interview bringt Scott Storch die Platte jetzt wieder zurück ins Gespräch.

Der legendäre Producer, der 2001 (!) über die erste Version von "Detox" sagte, es sei das "fortschrittlichste Rapalbum aller Zeiten", nahm bei Power 106 Platz, um über seinen Kampf gegen seine Drogensucht und neue Musik zu sprechen. Als er nach Dr. Dres Album gefragt wird, sagt er zunächst, er glaube, dass es tatsächlich passieren könnte. Dann verbessert er sich selbst und stellt klar:

"Eigentlich weiß ich sogar, dass es passieren wird."

Uff. Really? Jahrelang wurden den Fans potenzielle Singles aus dem Album präsentiert, Release Dates wurden angekündigt, verschoben und gecancelt. Immer wieder hieß es aus unterschiedlichen und vertrauenswürdigen Quellen (Eminem, 50 Cent, Snoop Dogg und mehr), die Platte sei fertig. 2015 erklärte Dre in einem Interview, er hätte zwischen 20 und 40 Songs für "Detox" fertig gehabt, die im Nachhinein jedoch nicht seiner eigenen Erwartungshaltung gerecht geworden seien. In der HBO-Doku "The Defiant Ones" erklärte Dre das Album dann endgültig für tot.

Scott Storch weiß genau, wie Dre arbeitet, und sagt im neuen Interview:

"Es geht um D.R.E. – komm schon, er ist halt ein Perfektionist. Das letzte Mal habt ihr zehn Jahre gewartet. [...] Es wird mehr von ihm kommen – so viel ist sicher."

Scott Storch on Beating Addiction + New Music with Trippie Redd and Ty Dolla $ign

Legendary producer Scott Storch stops by the studio to talk about what life is like now that he's clean from addiction and how he's bouncing back with new music soon.

Legenden leben davon, dass sie erzählt werden. Ob diese hier wirklich noch Wahrheit wird, weiß vermutlich nicht mal Dre selbst. Scott Storch ist jedoch so lange mit Dre befreundet, dass er sich wohl kaum für ein kleines Interview etwas über "Detox" aus den Fingern saugt. Die Nummer ist noch nicht vom Tisch, Freunde.

Und von Storch selbst wird es in Zukunft auch wieder mehr Musik geben. Sowohl im Interview als auch in einer kürzlich erschienen Doku ist das ein Thema.

Beats für die Ewigkeit: Mini-Doku über den legendären Produzenten Scott Storch online [Video]

Ob 50 Cents "Candy Shop", "Lean Back" vom Terror Squad, Dr. Dres "Still D.R.E.", Beyoncés "Baby Boy" mit Sean Paul, Chris Browns Breakthrough-Single "Run It!" oder die frühen Werke der Roots: In den 90ern, aber noch prägender in den 00er-Jahren, hat Scott Storch bei einigen der größten Hits seine Finger im Spiel.

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Dr. Dre hat Hunderte unveröffentlichte Eminem-Songs in der Hinterhand

Dr. Dre hat Hunderte unveröffentlichte Eminem-Songs in der Hinterhand

Von Clark Senger am 27.04.2019 - 17:00

"Wenn Leute sagen, sie vermissen den alten Eminem, dann ist es vermutlich das: Du vermisst die Wut", erklärte Eminem in einem Interview, das dieses Jahr erschienen ist. Vermutlich hat er Recht. Und vermutlich sitzt Dr. Dre auf einem Haufen alter Songs, in denen Slim Shady mit genau dieser Wut wildes Zeug im Studio ausprobierte. Der langjährige Mentor des Rappers aus Detroit gab LL Cool J vor wenigen Tagen ein Interview, in dem es unter anderem um unveröffentlichtes Material aus Ems Anfangszeiten ging.

Dr. Dre hat Hunderte alte Eminem-Songs

Etwa nach 35 Minuten kommen die beiden Rap-Legenden auf Dres neuen Karriereabschnitt zu sprechen, der mit der Gründung von Aftermath begann. 

"Aber dann wurde mir Eminem vorgestellt. Und dann: Boom! Wir haben diese Partnerschaft und diese Freundschaft aufgebaut [...] und ich habe erst neulich nachts in ein bisschen von dem Material reingehört, das wir nie veröffentlicht haben. Da ist wirklich verrückter Sh*t dabei. Sachen, die er vermutlich nicht herausbringen möchte."

Eminem, der gerade erst seine elfjährige Drogenabstinenz feierte, war damals noch ein anderer Künstler. Aus seinem Konsum diverser Substanzen macht er eher ein Markenzeichen als ein Geheimnis – man denke nur mal an "My Fault" von der "Slim Shady LP". Auch das könnte ein Grund dafür sein, dass sein rund 20 Jahre älteres Ich etwas gegen die Veröffentlichung der alten Songs haben dürfte.



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11 years - still not afraid.

Ein Beitrag geteilt von Marshall Mathers (@eminem) am

Aber von was für eine Menge Material spricht Dre hier: Für umgerechnet ein Album? Zwei Alben?

"Nein, ich spreche von Hunderten Songs!"

Musik um der Musik willen

Zum Entstehungsprozess einer solchen Menge geht der Produzent und Geschäftsmann weiter ins Detail:

"Wir gingen einfach ins Studio und experimentieren. (...) Ich bin ein Recording Artist und ich liebe es einfach, Musik aufzunehmen. Die meisten Sachen, die ich mache, sind nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Ich werde auch heute Nacht wieder ins Studio gehen und arbeiten. Es ist nur für uns und unser Feeling. Das ist eine Gewohnheit, eine Hobby, eine Leidenschaft. (...) Ich würde sagen, 75-80 % davon sind nur für uns."

Mit der Prozentzahl meint er nicht mehr konkret die unveröffentlichten Eminem-Songs, sondern beschreibt sein Schaffen generell. LL Cool J erwähnt bei der Gelegenheit, dass auch er und Dre etliche gemeinsame Songs auf Festplatten herumliegen haben. Ob wir davon irgendwann etwas zu hören bekommen werden? Vermutlich eher als die verrückten, alten Shady-Tracks.


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