Dr. Dre hat Hunderte unveröffentlichte Eminem-Songs in der Hinterhand

"Wenn Leute sagen, sie vermissen den alten Eminem, dann ist es vermutlich das: Du vermisst die Wut", erklärte Eminem in einem Interview, das dieses Jahr erschienen ist. Vermutlich hat er Recht. Und vermutlich sitzt Dr. Dre auf einem Haufen alter Songs, in denen Slim Shady mit genau dieser Wut wildes Zeug im Studio ausprobierte. Der langjährige Mentor des Rappers aus Detroit gab LL Cool J vor wenigen Tagen ein Interview, in dem es unter anderem um unveröffentlichtes Material aus Ems Anfangszeiten ging.

Dr. Dre hat Hunderte alte Eminem-Songs

Etwa nach 35 Minuten kommen die beiden Rap-Legenden auf Dres neuen Karriereabschnitt zu sprechen, der mit der Gründung von Aftermath begann. 

"Aber dann wurde mir Eminem vorgestellt. Und dann: Boom! Wir haben diese Partnerschaft und diese Freundschaft aufgebaut [...] und ich habe erst neulich nachts in ein bisschen von dem Material reingehört, das wir nie veröffentlicht haben. Da ist wirklich verrückter Sh*t dabei. Sachen, die er vermutlich nicht herausbringen möchte."

Eminem, der gerade erst seine elfjährige Drogenabstinenz feierte, war damals noch ein anderer Künstler. Aus seinem Konsum diverser Substanzen macht er eher ein Markenzeichen als ein Geheimnis – man denke nur mal an "My Fault" von der "Slim Shady LP". Auch das könnte ein Grund dafür sein, dass sein rund 20 Jahre älteres Ich etwas gegen die Veröffentlichung der alten Songs haben dürfte.



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11 years - still not afraid.

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Aber von was für eine Menge Material spricht Dre hier: Für umgerechnet ein Album? Zwei Alben?

"Nein, ich spreche von Hunderten Songs!"

Musik um der Musik willen

Zum Entstehungsprozess einer solchen Menge geht der Produzent und Geschäftsmann weiter ins Detail:

"Wir gingen einfach ins Studio und experimentieren. (...) Ich bin ein Recording Artist und ich liebe es einfach, Musik aufzunehmen. Die meisten Sachen, die ich mache, sind nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Ich werde auch heute Nacht wieder ins Studio gehen und arbeiten. Es ist nur für uns und unser Feeling. Das ist eine Gewohnheit, eine Hobby, eine Leidenschaft. (...) Ich würde sagen, 75-80 % davon sind nur für uns."

Mit der Prozentzahl meint er nicht mehr konkret die unveröffentlichten Eminem-Songs, sondern beschreibt sein Schaffen generell. LL Cool J erwähnt bei der Gelegenheit, dass auch er und Dre etliche gemeinsame Songs auf Festplatten herumliegen haben. Ob wir davon irgendwann etwas zu hören bekommen werden? Vermutlich eher als die verrückten, alten Shady-Tracks.

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Dr. Dre, Kanye West & Snoop Dogg machen gemeinsame Sache

Dr. Dre, Kanye West & Snoop Dogg machen gemeinsame Sache

Von HHRedaktion am 27.06.2020 - 14:02

Den gestrigen Freitag hat Kanye West mit ein paar Tweets kurzerhand zum #WestDayEver gemacht. Neben einer Koop von Yeezy und GAP kündigte er noch etliche weitere Projekte an – unter anderem die Dr. Dre Version seines letzten Albums "Jesus Is King".

Ein weitere Tweet legt nahe, dass sie an mindestens zwei gemeinsamen Projekten arbeiten, von denen eins offenbar schon fertig ist:

Dr. Dre arbeitet wohl mit Kanye an neuem Album

Nun kann man die beiden bei der gemeinsamen Arbeit sehen. Snoop Dogg meldet sich aus der Bedeckung im Studio, während man Dre und Kanye wohl eher scherzhaft über das Cover des gemeinsamen Projekts sprechen hört. Mit ihnen im Studio sind noch viele weitere Leute, die Stimmung scheint locker.

Was genau es mit der Dr. Dre Version von "Jesus Is King" auf sich hat, hat bislang niemand verraten. Zusätzliche Features? Eine hiphop-lastigere Produktion? Ein neues Album, mit "Jesus Is King" als Vorlage? So oder so dürften nicht nur Dre-Fans gespannt auf das Projekt sein, auch wenn Infos eigentlich nicht vorhanden sind.

Aber immerhin das: "Kanye West got some hot sh*t", verspricht Snoop. Vor gar nicht allzu langer Zeit wären diese Aussage und dieser Clip noch ziemlich unrealistisch gewesen. Mit seinem Support für Trump und der bescheuerten Slavery-was-a-choice-Geschichte hatte Ye sich auch bei Snoop einige Sympathien verspielt.

Mittlerweile kursieren Vermutungen, der Support für den vielleicht ungeeignetsten US-Präsidenten aller Zeiten könnte nur gespielt gewesen sein. Kanye habe guten Kontakt aufbauen wollen, um Einfluss zu nehmen – etwa auf Entscheidungen über zu Unrecht verurteilte Gefängnisinsassen. Kanyes Spenden für die Familien von George Floyd, Breonna Taylor und Ahmaud Arbery sowie die generelle Unterstützung der BLM-Bewegung passen nicht in das Bild eine Trump-Supporters. Laut Kindheitsfreund GLC soll er alle seine MAGA-Caps weggeschmissen haben. Allerdings ist Herr West auch nicht unbedingt ein leuchtendes Beispiel für kohärentes Handeln, was ihn so unberechenbar macht.

Kanye West als Doppel-Agent: War der Trump-Support nur inszeniert?

"Gerührt und nicht ge-070 Shake-t": In feinster James Bond-Manier soll sich Kanye West ins Weiße Haus und Donald Trumps Herz gemogelt haben.

Dass er, Snoop und Dre gemeinsam im Studio arbeiten, kann man neben der musikalischen Ebene also auch sonst als positives Signal deuten, wenn man so will. Vielleicht bringt die Präsidentschaftswahl 2020 ja neue, erfreuliche Erkenntnisse über die Wirrungen des Kanye West.


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