Bezahlter Support: 50 Cent erzählt, dass ihm Donald Trumps Team eine Million Dollar bot

50 Cent hat vor Kurzem noch seine Fans dazu aufgefordert, Donald Trump zu wählen bevor er seine Aussagen dann wieder zurücknahm. Gestern war er beim Breakfast Club zu Gast und hat sich umfassend zum Thema Trump-Support geäußert. Fiddy erklärt, dass ihm das Team vom ehemaligen US-Präsidenten angeblich ganze eine Million Dollar geboten hatte, wenn dieser im Falle einer Wiederwahl auf Trumps Inauguration aufgetaucht wäre. Dieses Angebot lehnte 50 nach eigener Aussage ab.

50 Cent bei Breakfast Club: Trumps Team bot mir 1 Millionen Dollar

50 erklärt, dass es zunächst nur um eine halbe Million Dollar ging. Im Zuge der Preisverhandlungen stieg das Angebot schließlich auf das Doppelte. Der Rapper selbst war sich seiner endgültigen Entscheidung noch nicht sicher. Letztendlich lehnte er den Vorschlag ab. Er erläutert, dass es bei der Zusammenarbeit mit Rappern darum ginge, Stimmen aus der Schwarzen Community zu gewinnen.

"Aus den gleichen Gründen, die wir jetzt sehen. Er hat sich mit verschiedenen Künstlern gemeingemacht, um die Schwarze Stimme zu gewinnen. Und ich dachte mir so 'Nah', ich will mich nicht in diese Position bringen, weil ich nicht wusste, was ich tun muss, um mich davon wieder zu erholen, versteht ihr? Um ehrlich zu sein."

('For the same reasons you see now, he participated with different artists and shit like that for the Black vote... And I'm going, nah, I ain't gone put myself in that position ’cause I didn't know what I was got to do to recover from it, right? To be honest with you.')

Es ist nicht das erste Mal, dass 50 Cent über die Promo-Taktiken von Trumps Team spricht. Schon 2017 erzählte der Rapper, dass ihm 500.000 Dollar im Rahmen einer Kampagne geboten wurden.

"Sie hätten mir 500.000 Dollar gezahlt, wenn ich zu ihrer Kampagne gegangen wäre. Ich dachte mir, nein, das ist kein gutes Geld. Das ist es nicht wert."

('They wanted to pay me $500,000 as part of the campaign just to make an appearance. I was like, ‘Nah, that’s not good money.' That’s not worth it!')

Im weiteren Verlauf des Gesprächs erklärt er, dass es sich bei dem plötzlichen Support aus der Hiphop-Szene für Trump mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls um bezahlte Auftritte handele. Er bezieht sich dabei unter anderem auf Lil Wayne.

50 Cent & mehr reagieren auf Lil Waynes Support für Donald Trump

Der US-Wahlkampf geht in die heiße Phase und Donald Trump kann offenbar auf die Unterstützung von Lil Wayne setzen. Der US-Rapper schreibt auf Twitter von einem "großartigen Treffen", das er mit dem amtierenden Präsidenten hatte. Ein Foto zeigt ihn zudem bestens gelaunt neben dem 74-Jährigen.

50 Cent spaltet das Internet mit kurzzeitigem Trump Support

50 Cent hat vor den Präsidentschaftswahlen in den USA vor allem mit einer negativen Haltung gegenüber Joe Biden auf sich aufmerksam gemacht. Wie der Rapper damals erklärte, sei er ganz und gar nicht mit Bidens Steuerpolitik einverstanden. Diese würde von Gutverdienern besonders viel abverlangen. Kurze Zeit später ruderte er zumindest auf seinen Social Media-Kanälen zurück. Seitdem heißt es wohl "F*ck Donald Trump".

50 Cent lässt sich von Comedian zu "F*ck Donald Trump" animieren

In Bezug auf die bevorstehende US-Wahl zeigt sich 50 Cent ziemlich unentschlossen. Seine politischen Ratschläge an die Fanbase unterliegen heftigen Schwankungen. Nachdem der New Yorker seinen über 26 Millionen Follower*innen auf Instagram kürzlich nahelegte, für Donald Trump zu stimmen, scheint er nun wieder zurückzurudern. Ein Angebot einer Komikerin hat Fifty dazu veranlasst, eine 360-Grad-Wende hinzulegen.

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Barack Obama kritisiert Hiphops Hang zum Materialismus

Barack Obama kritisiert Hiphops Hang zum Materialismus

Von Till Hesterbrink am 17.11.2020 - 12:34

Barack Obama gab vor Kurzem dem Magazin The Atlantic ein Interview anlässlich seines anstehenden Buches. In dem Gespräch mit Journalist Jeffrey Goldberg erklärte der ehemalige US-Präsident, dass seiner Auffassung nach Hiphop mitverantwortlich für den Aufstieg Donald Trumps gewesen sei. Grund dafür wäre der häufig mitschwingende Materialismus.

Barack Obama: "Wenn du Rap hörst, geht es nur um Bling, um Frauen, um Geld"

Goldberg fragt Obama im Laufe des Interviews, was dieser glaube, warum Donald Trump so erfolgreich werden konnte. Obama vergleicht Trump daraufhin mit Richie Rich, dem Millionärserben des gleichnamigen Films aus dem Jahre 1994, der seit Wort nie hielt und keinerlei Interesse daran zeigte, Verantwortung zu übernehmen. Obama meint, es hätte eine Entwicklung des klassischen Bildes des Mannes, von jemandem, der die schwachen beschützt, zu jemandem, der einfach zeigt was er hat und kann gegeben. Diese Entwicklung würde er dem Fernsehen zuschreiben.

"Dann siehst du Lifestyles Of The Rich And Famous, was dir vermittelt, entweder du hast es oder du bist ein Loser. Und Donald Trump verkörpert diese kulturelle Bewegung, die nun tief in der amerikanischen Kultur verankert ist."

("Then you start seeing Lifestyles of the Rich and Famous, that sense that either you’ve got it or you’re a loser. And Donald Trump epitomizes that cultural movement that is deeply ingrained now in American culture.")

Aber nicht nur beim Fernsehen sieht Obama eine Teilschuld für den Aufstieg Trumps. Auch Hiphop und Rapmusik sollen seiner Meinung nach einen großen Teil dazu beigetragen haben. Er sei nicht über den Anstieg von Populismus überrascht gewesen, fände es jedoch interessant, wer geholfen habe, diesen zu verbreiten.

Unter anderem Lil Pump, 50 Cent, Ice Cube und Lil Wayne hatten für die vergangene Kampagne Trumps ihre Hilfe oder Unterstützung angeboten. Obama müsse sich nach eigenen Angaben häufig selbst daran erinnern, wofür Hiphop in den meisten Fällen stehen würde. Der Hang zum Materialismus und das protzende Auftreten vieler Rapper hätten einen klaren Einfluss auf die Gesellschaft. Hiphop würde häufig die gleichen Werte wie Donald Trump vertreten.

"Leute schreiben darüber, dass Trump [in der Präsidentschaftswahl 2020] mehr Unterstützung von Schwarzen Männern gewinnen konnte und über den ein oder anderen Rapper, der ihn unterstützte. Ich muss mich selbst daran erinnern, dass wenn du Rap hörst, geht es nur um Bling, um Frauen, um Geld. Viele Rap-Videos propagieren dieselben Werte wie Donald Trump darüber, was es heißt, berühmt zu sein. Alles ist aus Gold. Das festigt sich und sickert in die Kultur durch."

("People are writing about the fact that Trump increased his support among Black men [in the 2020 presidential election], and the occasional rapper who supported Trump. I have to remind myself that if you listen to rap music, it’s all about the bling, the women, the money. A lot of rap videos are using the same measures of what it means to be successful as Donald Trump is. Everything is gold-plated. That insinuates itself and seeps into the culture.")

Barack Obama & Hiphop

Eigentlich hat der ehemalige US-Präsident eine große Liebe für Hiphop und machte diese auch immer wieder öffentlich bekannt. So erklärte er erst letztes Jahr unter anderem "The London" von Young Thug, J. Cole und Travis Scott sowie "Suge" von DaBaby zu seinen Lieblingssongs 2019.

Zu seinem neuen Buch "The Promised Land" veröffentlichte Obama eine zugehörige Playlist. Auch in dieser sind Hiphop-Stars wie Jay-Z, Eminem oder Beyoncé zu finden.

Es scheint also eher so, als würde sich Obamas Kritik an Hiphop vor allem an die neue Generation an Rappern richten. Dieser wird schließlich häufig vorgeworfen, den ursprünglichen Zweck der "Message" von Hiphop nicht mehr zu erfüllen.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)

Register Now!