Diddy verklagt Sean John auf $25 Millionen

Diddy geht zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit gegen die von ihm selbst gegründete Modemarke Sean John vor. AllHipHop liegen Dokumente vor, die zeigen, dass der US-Star erneut Klage eingereicht hat. Er fordert 25 Millionen Dollar von der Brand.

Diddy will nichts mehr mit Sean John zu tun haben

Bei einer Zusammenarbeit von Sean John und dem Unternehmen Missguided soll mit Diddy geworben worden sein – genau genommen mit seinem Image und seiner Person. Eine Erlaubnis dafür habe der Hiphop-Mogul nicht erteilt. Diddy hat Sean John 2016 mehrheitlich an die Global Brands Group verkauft. Damals hieß es, dass er weiterhin an Werbung und Marketing beteiligt sein werde.

Es wirkt nun so, als hätten sich diese Pläne geändert. Diddy wirft seiner (Ex)-Marke vor, es bewusst so aussehen zu lassen, als sei er in die aktuellen Geschäfte involviert. Es habe zudem irreführende Pressestatements gegeben. In diesen sei der Eindruck erweckt worden, es existiere weiterhin eine Verbindung zwischen Sean John und Diddy.

Ein Anwalt von Diddy sagt dazu:

"[Diddy] beanstandet nicht das Recht von [Sean John / GBG], die Marke Sean John zu verwenden, sondern die Entscheidung von [Sean John / GBG], ein fabriziertes Zitat zu nutzen, das sie erstellt und dann fälschlicherweise Mr. Combs zugeschrieben haben, um mit dem Namen von Mr. Combs sowie weiteren Spitznamen den falschen und irreführenden Eindruck zu erwecken, dass Mr. Combs der Entscheidungsträger hinter den Entwürfen und der Kreation der GBG-Kollektion ist."

("[Diddy] does not challenge [Sean John/GBG’s] right to use the Sean John trademark, but rather [Sean John/GBG’s] decision to leverage a fabricated quote they created and then falsely attributed to Mr. Combs, and to use Mr. Combs’s name and other monikers to create the false and misleading impression that Mr. Combs is the decision-maker behind the designs and creation of the GBG Collection.")

Auch sei ein Bild von Diddy unerlaubterweise in einem Werbeclip benutzt worden. Diddy hatte Sean John Ende der Neunziger ins Leben gerufen. Mehr als 20 Jahre später möchte er offenbar vehement Abstand gewinnen. Schon im Januar klagte er Berichten zufolge gegen Sean John. Diddy behauptet, dass hinter seinem Rücken der Ausspruch "Vote Or Die" als Marke eingetragen wurde. Im Zuge der US-Wahl 2020 sei dann illegalerweise Merchandise mit dem Slogan verkauft worden.

Neben seinen diversen Business-Tätigkeiten taucht Diddy hin und wieder auch noch auf musikalischer Ebene auf. So gibt er sich im Video zu Fat Joes aktueller Single die Ehre.

Fat Joe ft. Amorphous - Sunshine (The Light) [Video]

Fat Joe versprüht auf "Sunshine (The Light)" reichlich Lebensfreude. DJ Khaled und Diddy lassen sich den Spaß auch nicht nehmen - die Party ist eröffnet.Als Feature tritt zudem Amorphous in Erscheinung, der bisher mit Mashups auf Instagram von sich reden gemacht hat. Er zeigt sich zusammen mit Cool & Dre für die Produktion des Tracks verantwortlich.

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Gefängnis verbietet Kendrick Lamar & wird verklagt

Gefängnis verbietet Kendrick Lamar & wird verklagt

Von Till Hesterbrink am 03.03.2021 - 12:33

Ein Häftling des Emyan Gefängnisses in Arizona klagt gegen ein im Knast herrschendes Verbot von Kendrick Lamar-Musik. Er musste die Beamten eine CD des Rappers konfiszieren lassen, da das Gefängnis die Musik als potenziell schädlich einstuft. Nachdem er im Bezirksgericht gescheitert war, geht es nun vors Berufungsgericht, wie KJZZ berichtet.

Kendrick Lamar im Gefängnis verboten

In Arizona wird die eingehende Post von Häftlingen untersucht. Handelt es sich dabei um CDs, Magazine oder Bücher, die bestimmte Thematiken behandeln, werden diese umgehend vom Gefängnis einkassiert. Grund dafür kann unter anderem die Darstellung von Gangs oder der Herstellung von Drogen sein.

Unter diesen Bann fiel nun auch Musik von Kendrick Lamar. In dem Falle war die Begründung, dass dort Gewalt und sexuelle Inhalte dargestellt würden. Die Anwältin des Klägers, Easha Anand, wirft dem entgegen, dass in dem Gefängnis auch Fernsehshows wie "Dexter" erlaubt seien, in welcher es um einen Serienmörder geht. Auch Bücher, in denen Vergewaltigung beschrieben würde und Country Musik, in der es um Mord ginge, seien kein Problem.

Die Anklage wirft dem Gefängnis vor, Kunst mit verschiedenen Maßstäben zu bewerten. Dabei würde vor allem Kunst von Schwarzen Künstler häufig ausgeschlossen. Zudem sei das Ausmaß der Verbote viel zu übertrieben und daher nicht mit der amerikanischen Verfassung vereinbar. So würde beispielsweise nicht nur Literatur verboten, die rassistisches Gedankengut verbreitet, sondern auch welche, die darüber informiert.

Mit dieser Begründung seien unter anderem auch Ausgaben des deutschen Magazins "Der Spiegel" verboten worden.

Country Musik statt Kendrick Lamar

In einer vorherigen Klage vor dem Bezirksgericht in Arizona wurde dem Gefängnis recht gegeben. Teil der Begründung war es, dass den Häftlingen schließlich nicht Musik im Allgemeinen verboten würde. Sie hätten ja trotzdem das Recht, beispielsweise Country Musik zu hören.

Die Anklage beruft sich nun darauf, dass Country Musik in keiner Weise ein adäquater Ersatz für Kendrick Lamar sein kann. Durch das Verbieten dieser Musik würde daher die durch die Verfassung geschützte Meinungsfreiheit der Häftlinge eingeschränkt.

"Jeder von uns würde sagen, dass Country Musik keine Alternative zu Kendrick Lamar ist. Musik, die sich wie die richtige Ausdrucksform anfühlt, ist nicht einfach auszutauschen."

"Any of us would say that country music is not an alternative to Kendrick Lamar. Music that feels like the right form of expression for you is not interchangeable."

Auch Alben des Rappers E-40 und des kürzlich beim Super Bowl aufgetretenen The Weeknd seien von dem klagenden Häftling gewünscht worden. Diese fielen ebenfalls unter das Verbot.


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