Polizei stürmt Videodreh eines deutschen Rappers

In Nürnberg hat Rapper Can Bera am Wochenende offenbar für jede Menge Aufregung gesorgt. Wie mehrere Medien berichten, drehte der Rapper gerade ein Video, als es zu einem massiven Polizeieinsatz gekommen sein soll.

Grund dafür seien mehrere Schüsse, die Passanten auf einem Parkdeck in der Nürnberger Innenstadt wahrgenommen haben sollen. Die informierte Polizei sei daraufhin mit einer Spezialeinheit angerückt, die offenbar vom Testspiel des 1. FC Nürnberg gegen Borussia Mönchengladbach, welches zeitgleich stattfand, abgezogen wurde.

"Schnell stellten die Beamten fest, dass es sich bei der Zusammenkunft auf dem Deck um einen Videodreh handelte. Einer der anwesenden Männer hatte mit einer Schreckschusswaffe zweimal in die Luft geschossen", berichtet Focus Online

Da jedoch kein Waffenschein vorgelegen haben soll, erwarte den Mann nun eine Anzeige. Darüber hinaus seien drei Gaswaffen und einige Schlagstöcke von der Polizei beschlagnahmt worden. Zwei Straßen sollen während des Einsatzes als Vorsichtsmaßnahme gesperrt worden sein.

Laut nordbayern meldete sich Can Bera nach der Aktion in einem mittlerweile wieder gelöschten Facebook-Video zu Wort:

"Da will man ein Video drehen und wird von der USK gestürmt. [...]"

Gegen Can Bera soll nun wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und vermutlich auch wegen Hausfriedensbruch ermittelt werden.

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Prozess gegen Deso Doggs Witwe gestartet

Prozess gegen Deso Doggs Witwe gestartet

Von Michael Rubach am 04.05.2020 - 16:02

Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg ist heute ein Prozess gegen die Witwe von Denis Cuspert alias Deso Dogg angelaufen. Unter dem Namen Abu Talha al-Almani trat der frühere Berliner Rapper immer wieder in Propaganda-Videos als Kämpfer für den Islamischen Staat in Erscheinung. Seiner Ehefrau wird nun unter anderem die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Deso Doggs Witwe bestreitet IS-Mitgliedschaft

Die 35-jährige Angeklagte soll 2015 ihrem damaligen Mann nach Syrien gefolgt sein. Ihre drei kleinen Kinder habe sie ebenfalls in das umkämpfte Land gebracht. Vor Ort habe sie sich dann der Terrororganisation Islamischer Staat angeschlossen. Ihre Kinder seien nach IS-Ideologie erzogen worden. Nach dem Tod ihres ersten Ehemannes habe sie dort schließlich Denis Cuspert geheiratet, der Medienberichten zufolge 2018 bei einem Luftangriff ums Leben gekommen ist.

Der Aufenthalt in Syrien habe laut Anklage die "körperliche und psychische Entwicklung" der Kinder gefährdet. Auch wird der Beschuldigten zur Last gelegt, eine Kalaschnikow besessen zu haben. Die Staatsanwaltschaft sieht hier eine "Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht" sowie einen "Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz."

Ferner prüft das Gericht, ob die Angeklagte versucht hat, per E-Mail weitere Frauen für den IS anzuwerben. Damit nicht genug: Die beschuldigte Deutsch-Tunesierin soll eine 13-jährige Jesidin zeitweise als Sklavin in ihrem Haushalt gehalten haben. Der Anwalt der Angeklagten bestreitet dieses Verbrechen. Er betont, dass das betreffende Mädchen "ein Gast wieder jeder andere" gewesen sei. So berichtet es der NDR.

Der Anwalt lässt darüber hinaus verlauten, dass sich seine Mandantin lediglich um die Kinder gekümmert habe und dies die Pflicht einer Mutter sei. Dadurch werde sie nicht automatisch zu einer Terroristin.

Im September 2019 wurde die Frau verhaftet. Vorher lebte sie laut NDR drei Jahre "unauffällig" in einem Hamburger Stadtteil. 2016 hatte sie Syrien wieder den Rücken gekehrt.


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