Deadly Premonition - Directors Cut (PS3)
Nach Verschiebung des Release Dates ist der Deadly Premonition Director's Cut seit Ende April im Handel verfügbar. Ein Spiel welches mir japanaffine Kollegen bereits seit geraumer Zeit immer wieder ans Herz gelegt haben. Ein Download aus dem japanischen PSN kam angesichts der Sprachhürde allerdings nie Frage.


Deadly Premonition hat, wie man den Screenshots unschwer erkennen kann, schon einige Jahre auf dem Buckel. Seit 2010 gibt es dem Titel in Japan, später nur für die Xbox 360 auch in Nordamerika und Europa - die hiesige Playstationgemeinde wurde bisher nicht berücksichtigt und dies wird nun durch eine erweiterte Ausgabe der ursprünglichen PS3-Version entschuldigt.


Deadly Premonition handelt vom FBI-Agenten Francis York Morgan, der nach Greenvale gerufen wird, um einen grausamen Mord zu lösen. Eine junge Frau wurde an einem Baum aufgeknüpft - der Bauch aufgeschlitzt. Das verschlafene Dörfchen birgt Geheimnisse und der Mörder könnte jeder sein. Auch die Tatsache, dass York, der so genannt werden möchte, weil ihn jeder so nennt, Geister sehen kann, macht Deadly Premonition nur unheimlicher. Inhaltlich kommen also Horrorfans auf ihre Kosten und die Story mit ihrer B-Movie-artiger Umsetzung ist ... spielerischer Absturz wie Geniestreich gleichermaßen. Selbstredend soll an dieser Stelle nicht zu viel von der Story verraten werden, allerdings muss bereits an dieser Stelle eine Warnung ausgesprochen werden: Deadly Premonition ist ein schlechtes Spiel und müsste an dieser Stelle eigentlich komplett durchfallen.





Eigentlich? Widmen wir uns zuerst den Fakten, die zu obiger Einschätzung führen:
Bereits angedeutet; die Grafik. Deadly Premonition Director's Cut ist vermutlich das schlecht aussehendste Game dieser Konsolengeneration. Die Grafik hätten andere Entwickler vermutlich auf der PS2 schöner hinbekommen. Auch das Leveldesign ist alles andere als State of the Art. Vom Charakterdesign ganz zu schweigen. Der Sound? Du wirst ihn hassen! Die unterschiedlichen Musikstücke die als Hintergrunduntermalung verwendet werden, lassen sich problemlos mit beiden Händen abzählen. Dazu kommt, dass die stücke nerven. Richtig nerven! Die Sprachausgabe? So natürlich wie ein Plastikapfel und auch so schmackhaft. Gab es ein Casting für die untalentiersten Sprecher? Hat man die genommen, die für "Familien im Brennpunkt" zu schlecht waren?


Dann bleibt noch die Steuerung übrig. Die ist...grausam. Allein die Fahrzeuge haben einen Wendekreis der einem Containerschiff Konkurrenz machen würde. Die Sixaxis-Steuerung ist ... bitte nimm deinen Controller, vor allem, wenn du zielen möchtest.
Ach und nochmal zurück zur Grafik: Warum brauch ich das Ganze in 3D?


Warum also hat dieses Game keine Null Punkte?
Weil Deadly Premonition Director's Cut mit seinen zahlreichen Referenzen an die Welt der Videospiele und des Kinos eine packende Geschichte erzählt und darüber hinaus Atmosphäre bietet. Die Story ist der Held, der diesem Murks Sinn gibt. Man kann und muss in Greenvale zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Supermarkt, Tankstelle, Waffenhändler, Kneipe und darum ein paar Einfamilienhäuser. Etwas weiter entfernt liegen Kraftwerk, Schrottplatz und Aussichtspunkt  und auch wenn man auf vorgegebenen Pfaden läuft, fällt das beim spielen gar nicht auf. Erinnert sich jemand an Twin Peaks? Auch muss man den Tagesablauf der Einwohner kennen. Wer Verdächtige verhören möchte, muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.


Dazwischen gibt es immer wieder langwierige Kämpfe gegen Untote, was irgendwie aufgesetzt wirkt.


Bewertung:
4 von 10
Fazit:
Puh - selten habe ich mit einer Wertung mehr gerungen. Ja - rein technisch gesehen ist Deadly Premonition Director's Cut Schrott und nichtmal die Hälfte des Kaufpreises wert. Aber die Story? Ich war und bin gefesselt vom Game - auch wenn es mich an jeder Ecke einfach nur anwiedert. Es braucht definitiv Mut, dieses B-Game zu spielen - ob dieser Mut individuell belohnt wird, möchte ich an dieser Stelle gar nicht wagen zu beantworten.