Bitcoins als Boxinhalt: Dardan macht einen Fan reich

Der legendäre Shindy-Rucksack, eine Kette mit Massivs Blut, ein kleiner Fleck auf dem Mond. Von kurzlebig bis kurios haben deutschsprachige Rapper schon alles mögliche in ihre Deluxeboxen gepackt. Wer dachte, dieses Zeitalter würde der Vergangenheit angehören, wird nun von Dardan vom Gegenteil überzeugt.

Dardan mit "Soko Disko": USB-Stick mit 5 Bitcoins in der Box

Gestern in Mois' Live-Sendung "Nice or Scheiss" waren Dardan und Veysel zu Gast, um das Release ihrer neuen Single "Viele" mit dem Extra-Schub Promo zu pushen. Für Dardans kommenden Album "Soko Disko", das am 22. Mai erscheint, wurde im Verlauf der Sendung immer wieder ein sehr teurer Boxinhalt angeteast.

Irgendwann packt er dann einen USB-Stick aus und kitzelt erstmal aus Mois heraus, dass dieser wohl 80.000 Euro in Bitcoins investiert habe. Dardan kommt auf die wirtschaftlich unsicheren Zeiten durch Corona zu sprechen und erklärt, er habe für sich selbst eine gewisse Summe investieren wollen. Nun habe er allerdings fünf Bitcoins (Stand 2. Mai = etwa 40.000 Euro) auf diesen USB-Stick gezogen, der in einer der Boxen landen soll.

"Hier sind fünf Bitcoins drauf. Ich dachte, ich lege das Geld an für mich wegen Corona, aber ich haue das Ding jetzt einfach in eine Box rein."

Wer jetzt darüber nachdenkt, einfach alle Boxen zu kaufen, um safe das Ding abzustauben, kann seine Überlegungen gleich beenden. Erstens würde sich das bei einer Auflage von 5.000 Boxen, die Dardan in der Sendung nannte, nicht lohnen, da man knapp 250.000 Euro in die Hand nehmen müsste. Zweitens werden bis jetzt schon einige Boxen verkauft worden sein, also gäbe es ohnehin keine Sicherheit.



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Kryptowährung als langlebigster Boxinhalt?

Im Gegensatz zu den meisten Boxinhalten, die innerhalb von Sekunden oder Tagen einen Großteil ihres Wertes verlieren, könnte der dieser Bitcoins sich noch (deutlich) steigern. Nach dem Hype 2017, als der Kurs für einen Bitcoin auf über 16.000 Euro anstieg, lag der Wert meistens zwischen etwa 3.000 und 10.000 Euro.

In der Coronakrise ging es von 9.000 auf etwas mehr als 4.000 Euro runter, aber der Kurs erholt sich seit Mitte März wieder. Für die Zukunft von Kryptowährungen gibt es unterschiedliche Prognosen, aber die meisten Menschen glauben offenbar, dass diese Zahlungsmittel uns noch lange begleiten werden.

In der aktuellen Krise steht der Bitcoin besser da als Aktien oder sogar Gold. Durch gewisse Mechanismen wie beispielsweise das Halving wollen die Macher für viele kommende Jahrzehnte den Bitcoin als deflationäre Währung etablieren, die im Wert immer weiter steigt. Mit endgültiger Sicherheit kann man das natürlich nicht prognostizieren. Dardan sagt in Mois' Sendung, er würde mit einer drei- bis vierfachen Steigerung rechnen.

Deutschraps 12 kurioseste Boxinhalte

Viele Fans supporten ihre Lieblingskünstler nicht nur mit ein paar Streams, sondern mit dem Investment in eine der oftmals limitierten Deluxe-Boxen.

Dass die Menschheit nach der weltweiten Krise neue Wege gehen muss und wird, ist jedoch kein Geheimnis. Risiken und Chancen lagen selten so nah beieinander wie heute. Und selbstverständlich ist Dardans Aktion kein Move der puren Nächstenliebe, sondern dient auch der Promo für die "Soko Disko"-Box, die auf Amazon knapp 50 € kostet. Der Wahrheitsgehalt der außergewöhnlichen Ankündigung ist natürlich schwer zu überprüfen. Deutsche Rapper haben sich mit solchen einmaligen Boxinhalten in Vergangenheit auch nicht immer mit Ruhm bekleckert – wir erinnern uns beispielsweise an Bushidos Wohnzimmerkonzert, das kein unvergesslicher Abend, sondern lediglich ein Meme wurde. Gehen wir aber davon aus, dass es bei Dardan anders läuft und er seinen Worten Bitcoins folgen lässt, ist es tatsächlich ein heftiger Move, diese Investition nicht einfach für sich selbst zu behalten.

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Bushido & Mois schließen Frieden: Beef ja, aber nicht mit dem Keller

Bushido & Mois schließen Frieden: Beef ja, aber nicht mit dem Keller

Von HHRedaktion am 27.05.2020 - 13:18

Der lange eher subtil brodelnde Konflikt zwischen Mois und Bushido, der vor etwas weniger als zwei Wochen auf einmal sehr explizit wurde (hier nachlesen), ist offenbar erstmal ad acta gelegt worden. Beide Seiten haben nach einem wohl klärenden Telefonat versöhnliche Töne in ihren Insta Stories geteilt.

Frieden zwischen Mois & Bushido

In ihren Statements halten sich beide kurz und vage, aber stellen klar, dass "unnötige[r] Streit" aus der Welt geschafft wurde. Sie wünschen sich gegenseitig viel Erfolg. Bei Mois sieht das wie folgt aus und Bushidos Post findet ihr darunter:

"Habe gerade mit @moiskid telefoniert. Immer schön, wenn man sich ausspricht und merkt, dass man auf Augenhöhe unnötigen Streit aus der Welt schaffen kann. Viel Erfolg und bleib gesund." – Bushido

Ein Eingeständnis, dass er und Mois "auf Augenhöhe" agieren, hätte man vor einiger Zeit wohl kaum von Bushido erwarten können. Auch von Mois Seite erscheint die Versöhnung erstmal überraschend, aber es wird für beide Parteien der smartere Weg sein.

Mois spart sich seine Energie für wichtigere Projekte als Bushidos Albumpromo auf. Und Bushido dürfte kein Interesse daran haben, dass ein 1,6 Millionen Abos starker Keller an seinem Elfenbeinturm rüttelt.

Bushido kündigt "Sonny Black II" an

Abgesehen von seinem Entertainment-Faktor bis zum einem gewissen Level bedeutet Beef nämlich primär zwei Dinge: Stress und Aufmerksamkeit. Keiner weiß das so gut wie Bushido, dem Mois in seinem emotionalen Rant attestierte, er brauche für jede Promophase einen Beef.

Aufmerksamkeit hat Mois wie derzeit kaum eine andere Person in der deutschsprachigen Raplandschaft. Und Bushido hat mit minimalem Aufwand einen kleinen Knall provoziert, kurz bevor seine Promophase richtig losgeht. Denn natürlich erscheint ein neues Album: "Sonny Black II" soll am 11. September droppen und Mois wird nicht derjenige sein, über den der Berliner Taktiker seine Boxen an den Mann bringt.

Stattdessen legt Animus, der die Promo für die LP teilt und demnach daran beteiligt sein dürfte, wohl grade einige Lines gegen Fler und insbesondere Capital Bra zurecht. Der ehemalige EGJ-Artist hat nach der gemeinsamen Zeit genug Material gegen seinen kurzzeitigen Labelboss geliefert, das unbeantwortet im Raum steht.

Außerdem dürfte es der zähen Base, die sich 2020 immer noch auf Bushido-Alben freut, entgegenkommen, wenn der Berliner jemanden ins Visier nimmt, dessen Musik sie ohnehin niemals fühlen werden.


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