Zum kommenden Release seines neuen Albums "Keine Angst" hat sich Danger Dan für ein Interview mit dem Tagesspiegel zusammengesetzt. Neben dem Projekt geht es unter anderem um die kontroverse Ausladung aus der ZDF-Sendung "Die Anstalt" und seine Sexualität. Danger Dan thematisiert im Zuge der Promophase erstmals über sein "rückwirkendes Coming-out" und macht eine Ex-Beziehung mit einem Mann öffentlich.
Danger Dan über sein Coming-out: "Ich bin einer von euch"
In dem Song "Warum es nicht geklappt hat" seines kommenden Albums thematisiert das Antilopen Gang-Mitglied eine ehemalige homosexuelle Beziehung. Er habe seinem Ex-Freund "ein Liebeslied geschuldet" und das Ganze sei als "rückwirkendes Coming-out" zu werten, wie Danger Dan am vergangenen Samstag auf einem CSD-Event in Görlitz verraten hat. Auf die Frage, warum Danger Dan seine Sexualität erst jetzt öffentlich macht, antwortet der Rapper im Interview, dass er sich selbst in der Vergangenheit "zwar nie als besonders hetero, aber auch nicht als schwul oder bi" erlebt habe. Danger Dan sei das damals "immer recht schnurz" gewesen. Die politischen Gegebenheiten hätten sich heute jedoch geändert, weswegen für Danger Dan jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen sei, offen darüber zu sprechen:
"Jetzt, wo die Regenbogenflagge zum CSD nicht mehr auf dem Bundestag wehen darf und Islamisten und Nazis queere Veranstaltungen bedrohen, ist der Moment genau richtig für ein schwules Liebeslied: Ich solidarisiere mich nicht nur mit euch, sondern ich bin einer von euch."
In der Vergangenheit haben sich Danger Dan und seine Antilopen Gang-Kollegen schon mehrfach gegen homo- und queerfeindliche Tendenzen eingesetzt. Der Rapper nennt im Interview als Beispiel das Musikvideo zu ihrem Song "Verliebt" aus dem Jahr 2014, in dem sich Danger Dan und der Feine Sahne Fischfilet-Sänger Monchi küssen. Das habe laut dem Rapper damals vor allem im deutschen Rap-Game eine Diskussion über das Zeigen von queerer Intimität ausgelöst. "Das würden schließlich Kinder sehen", lauteten Danger Dan zufolge die damaligen konservativen Gegenargumente innerhalb der Szene. Zwölf Jahre später erlebe er aber eine viel positivere Umgang mit dem Thema: Bei den "Kids der Gen Z und Gen Alpha" empfinde Danger Dan ein "viel queerfreundlicheres Miteinander" – auch wenn queerfeindliche Straftaten in Deutschland momentan ansteigen. Seit 2020 ist laut dem Bundeskriminalamt die Zahl von Fällen von Hasskriminalität aufgrund der Geschlechts- oder der sexuellen Orientierung von rund 800 auf mehr als 3.300 gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von 330 Prozent.
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