Danger Dan spricht offen über seine Augenkrankheit, durch die er langsam erblindet

Vor wenigen Tagen veröffentlichte der Tagesspiegel ein Interview mit Danger Dan. Für Schlagzeilen sorgte im Anschluss vor allem sein Coming-out. Im selben Gespräch öffnet sich der Antilopen Gang-Rapper allerdings auch zu seiner Retinitis pigmentosa. Eine unheilbare Augenkrankheit, durch die er langsam erblindet.

Darum hatte die Diagnose auch positive Folgen für Danger Dan

In dem Interview resümiert Danger Dan, dass die "Konfrontation mit der eigenen Endlichkeit" ihn daran erinnert habe, wie wertvoll jeder Augenblick für ihn sei. "In mir hat das einen Hunger ausgelöst, die Welt zu sehen", sagt der 43-Jährige, "weil ich weiß, irgendwann ist da nur noch Dunkelheit". Insofern beschreibt er die Diagnose, so furchtbar sie für ihn auch gewesen sei, als Wendepunkt in seinem Leben, der auch Positives zur Folge hatte.

Schon jetzt habe die Augenkrankheit Auswirkungen auf seinen Alltag als Berufsmusiker. Einschränken würde ihn seine abnehmende Sehkraft vor allem bei Auftritten: Hinter der Bühne, wo es zumeist dunkel ist, müsse er beispielsweise an der Hand geführt werden. Außerdem werde sein Weg mit einer Taschenlampe ausgeleuchtet. Und wenn er sich auf der Bühne vor sein Piano setzt, muss ebenfalls dafür gesorgt werden, dass er das Wichtigste problemlos erkennen kann:

"Auf meinem Klavierhocker ist ein neonfarbenes Kreuz, damit ich erkenne, wo ich mich hinsetze. Auch die Kanten der Bühne sind sichtbar abgeklebt. Und wir versuchen, alles so auszuleuchten, dass ich die Tasten noch sehe."

Retinitis pigmentosa ist eine unheilbare Erkrankung der Netzhaut. Dabei sterben die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut nach und nach ab. Häufig merken Betroffene zunächst, dass sie im Dunkeln schlechter sehen können. Im weiteren Verlauf nimmt die Sehkraft auch bei Tageslicht immer weiter ab; im fortgeschrittenen Stadium kann die Krankheit zur Blindheit führen. Der Prozess vom ersten Symptom bis zur vollständigen Erblindung kann sich über Jahrzehnte ziehen. Verschiedene Therapieansätze, beispielsweise im Bereich der Gentherapie, werden zurzeit erforscht, vollständig geheilt werden kann die Krankheit nach aktuellem medizinischen Stand aber nicht. Die Diagnose erhielt Danger Dan bereits mit Mitte 20.

Vor wenigen Wochen veröffentlichte Danger Dan seinen Song "Dass es hier so schön ist", auf dem er die Diagnose und den Umgang mit der Erkrankung aufarbeitet. Dort rappt er, dass er "noch nie so mutig" wie in den ersten Jahren nach seiner Diagnose gewesen sei und folglich "alles mitgenommen" habe, was geht.

"Und die Ironie daran: Dass es hier so schön ist, hätt' ich vielleicht sonst nie gesehen"

Der Song ist auf Danger Dans kommendem Album "Keine Angst" zu hören, das diese Woche Freitag, am 2. Oktober, erscheint.

Du kannst dir Hiphop.de-Artikel nun bevorzugt in der Google-Suche anzeigen lassen.

Jetzt aktivieren

Kategorie
Genre

Hiphop.de auf Spotify