Public Enemy wieder vereint: Flavor Flavs Rauswurf war angeblich nur Promo

UPDATE vom 01. April:

Chuck D hat den Rausschmiss von Flavor Flav bei Public Enemy zum großangelegten Aprilscherz erklärt. Der öffentliche Streit samt Verbannung aus der Gruppe sei laut Chuck D Teil einer Marketing-Kampagne für das Album "Loud Is Not Enough" gewesen. Die Platte ist heute erschienen und enthält mit "Food As A Machine Gun" auch einen Track, auf dem die vermeintlichen Streithähne zusammen zu hören sind.

Seinen angeblichen PR-Coup enthüllte Chuck D im Podcast People's Party bei einem Gespräch mit Talib Kweli. Chuck D sei bei der Aktion von Orsons Wells "Krieg der Welten" inspiriert gewesen. Auch könne er Flavor Flav gar nicht feuern, da die beiden Partner seien. Kurzerhand erklärt er den 1. April noch zum "April Flav Chuck Day". Hier kannst du "Loud Is Not Enough" hören:

Loud Is Not Enough

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UPDATE vom 03. März:

Flavor Flav hat sich zu seinem Rauswurf via Twitter geäußert. Er sei "sehr enttäuscht" von Chuck D. Gleichzeitig betonte er, dass er und Chuck D Partner seien und es kein Public Enemy ohne Flavor Flav gebe. Auch wendete sich der Verstoßene direkt an Chuck D und sagte, dass man die Sache doch wieder in den Griff bekommen könne.

FLAVOR FLAV on Twitter

@MrChuckD And .@MrChuckD,,,i didn't sue you on Friday,,,i asked the @berniesanders campaign to correct misleading marketing,,,that's all it was,,,I'm not your employee,,,i'm your partner,,,you can't fire me,,,there is no Public Enemy without Flavor Flav,,,so let's get it right Chuck,,,

Original-Meldung vom 2. März:

Flavor Flav ist wohl nicht länger Mitglied von Public Enemy. Chuck D hat in einem Statement, das mehreren US-Portalen vorliegt, ziemlich klare Verhältnisse geschaffen:

"Public Enemy und Public Enemy Radio werden ohne Flavor Flav weitermachen. Wir danken ihm für seinen jahrelangen Einsatz und wünschen ihm alles Gute."

("Public Enemy and Public Enemy Radio will be moving forward without Flavor Flav. We thank him for his years of service and wish him well.")

Chuck D erklärt Trennung von Flavor Flav

Für eine Wahlkampfveranstaltung von US-Demokrat Bernie Sanders hatte sich Public Enemy angekündigt. Flavor Flav wollte von der Veranstaltung jedoch nichts wissen. Er lies über seinen Anwalt verlauten, dass ohne sein Einverständnis mit seinem Image geworben werden würde. Flavor Flav unterstütze aber niemanden im Wahlkampf – auch nicht Bernie Sanders.

Diese politische Argumentation lässt Chuck D nicht gelten. Er schrieb auf Twitter, dass Flavor Flav nicht einmal den Unterschied zwischen Bernie Sanders und Barry Sanders (Footballspieler) kenne.

Flavor Flav sei hingegen jemand, der sich nur für Geld bewege. Benefiz-Veranstaltungen oder gemeinnützige Events ohne Gage kämen ihm nicht in den Sinn. Mit so einer Person möchte Chuck D augenscheinlich nicht weiter zusammenarbeiten.

Chuck D on Twitter

last final note the last final note was my last straw was long ago. It's not about BERNIE with Flav... he don't know the difference between BarrySanders or BernieSanders he don't know either. FLAV refused to support @Sankofa after @harrybelafonte inducted us. He don't do that

Chuck D on Twitter

Spoke @BernieSanders rally with @EnemyRadio. If there was a $bag, Flav would've been there front & center. He will NOT do free benefit shows. Sued me in court the 1st time I let him back in.

Chuck Ds Anwalt teilte zudem mit, dass sein Mandant die Rechte an der Marke Public Enemy besitze und dieser den Namen verwenden könne, wie es ihm beliebt. Auch die einprägsamsten Lines von Flavor Flav gingen auf das Konto von Chuck D. Das Tischtuch zwischen den (ehemaligen) Bandkollegen scheint vorerst zerschnitten.

Chuck D setzte Flavor Flav ein Ultimatum

Kurz vor dem nun erfolgten Rausschmiss räumte Chuck D seinem Kollegen gegenüber dem Portal HipHopDX noch eine Frist von einem Jahr ein, um "sich zusammenzureißen". Doch die Zeit als Bandmitglied bei Public Enemy scheint für Flavor Flav endgültig abgelaufen zu sein – trotz ikonischer Uhr um den Hals.

Schon 2017 verklagte Flavor Flav sein Band wegen ausstehender Zahlungen im Kontext des letzten Albums "Nothing Is Quick In The Desert". Flavor Flav ist Gründungsmitglied der legendären Formation, die sich seit über 30 Jahren vor allem durch sozialkritische Texte auszeichnet.

Den Auftritt von Public Enemy bei der Veranstaltung von Bernie Sanders kannst du hier sehen (ab 01:57:30):

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Versöhnung mit Gucci Mane? T.I. & Jeezy diskutieren Ende eines 15-jährigen Beefs

Versöhnung mit Gucci Mane? T.I. & Jeezy diskutieren Ende eines 15-jährigen Beefs

Von Till Hesterbrink am 29.07.2020 - 15:57

Jeezy war zu Gast in T.I.s Podcast "expediTIously". Während des Gesprächs kamen die beiden auf Gucci Mane und das belastete Verhältnis zwischen den Dreien zu sprechen. Sowohl Jeezy als auch T.I. schienen einer Versöhnung dabei nicht sonderlich abgeneigt. Mittlerweile ist das gesamte Interview aus dem Internet verschwunden.

T.I., Jeezy & Gucci Mane: "The Mount Rushmore of Trap"

So wie viele Rapper hat auch Südstaaten-Legende T.I. seinen eigenen Podcast, "expediTIously". Für diesen hatte er zuletzt denn 2019 in Rente gegangenen Jeezy, manchen vielleicht eher bekannt als Young Jeezy, zu Gast. Die beiden Rapper aus Atlanta sprachen dabei auch über den Beef mit ihrem Stadt-Kollegen und Jeezys "Icy"-Partner: Gucci Mane.

In dem Interview fragte T.I., ob Jeezy sich eine Versöhnung mit Gucci vorstellen könne und dieser scheint der Option nicht unaufgeschlossen gegenüberzustehen:

"Ich glaube, das müsste so eine Mafia-Hinterzimmer-Konversation sein [...] Man müsste ein richtiges Gespräch führen. Was ich über die Jahre gelernt habe, ist, dass das hier ein wirklich großes Geschäft ist. Und du weißt, Leute, die nach Yale gegangen sind, machen auch Geschäfte mit Leuten, die nach Harvard gegangen sind. [...] Das Ganze geht jetzt seit einer Ewigkeit."

("I just feel like that gotta be one of them mafia backroom conversations [...] It gotta really be a convo. What I've learned over the years, man, is this sh*t big business. You know, people that went to Yale still do business with people that went to Harvard. [...] It's been decades.")

Scheinbar gab es sogar mal ein Gespräch dieser Art, wie Jeezy im weiteren Verlauf des Podcastes verrät. Man habe sich in einem Sushi-Restaurant getroffen und sei einer Lösung des Konfliktes sehr nahegekommen. Jedoch musste Gucci kurz darauf wohl wieder ins Gefängnis und dadurch kam die Kommunikation zum Erliegen:

"Um ganz ehrlich zu sein, wir haben uns schon mal hingesetzt und eine richtige Konversation geführt, in einem Sushi-Restaurant [...] Ich kann nicht lügen, wir waren kurz davor. Aber ich glaube, er musste zu der Zeit ins Gefängnis oder sowas, dann ist die Kommunikation zum Erliegen gekommen. [...] Aber ich will ehrlich sein, wir waren kurz davor. Wirklich kurz davor."

("To keep it all the way solid, like, me and brudda sat down and had a real conversation, in a sushi joint [...] I can't lie, it was close. But i think he got locked up or something, around that time and the communication, you know, just went dark. [...] But imma' keep it a buck, like, it was close. It was real close.")

T.I. gibt während des Interviews mehrmals Props an Gucci Mane und erklärt, dass seine Involvierung in den Streit eigentlich nur daraus erwachsen sei, dass er sich nie in den Streit einmischen wollte. Das T.I. sich nicht zu dem Beef zwischen Jeezy und ihm äußern wollte, habe Gucci scheinbar aber nicht gepasst und seit dem sei die Beziehung der beiden Rapper belastet. Trotzdem würde er Gucci Mane niemals aus dem "Trap Museum" rauslassen wollen. Vielmehr sehe er sich, Jeezy und Gucci als den "Mount Rushmore of Trap Music".

Mittlerweile ist das gesamte Video von T.I.s Podcast-Channel offline genommen worden. Viele Fans vermuten, dass dies eben an der Stelle über Gucci Mane liegt.

A Beef History of: Young Jeezy & Gucci Mane

Aber warum wäre eine Versöhnung von Jeezy und Gucci überhaupt so krass? Einerseits geht der Beef, wie Jeezy im Interview bereits sagt, schon knapp 15 Jahre. Eigentlich waren die beiden damals sogar gute Kollegen, die gemeinsam den Track "So Icy" aufnahmen. Daraufhin gab es allerdings Unstimmigkeiten darüber, auf wessen Album der Track landen würde. Jeezy hatte scheinbar gehofft, den Hit auf sein Debütalbum packen zu können. Gucci veröffentlichte "Icy" jedoch auf seinem eigenen Album "Trap House". Außerdem beklagte Jeezy, nie für den Song bezahlt worden zu sein.

Daraufhin setzte er auf dem Song "Stay Strapped" ein Kopfgeld von 10.000 Dollar auf Gucci Manes "Icy"-Kette aus. Nur zehn Tage nach Veröffentlichung des Songs wurde Gucci Mane von vier Männern überfallen. Jedoch wehrte Mr. Davis sich und erschoss dabei einen der Angreifer, den Rapper Pookie Loc, welcher zu diesem Zeitpunkt bei Young Jeezys Label Corporate Thugz Entertainment gesignt war. Die Leiche des Erschossenen wurde kurz darauf halb verbuddelt in der Nähe einer Schule gefunden. Gucci selbst stellte sich der Polizei und behauptete, er hätte aus Notwehr gehandelt. Später wurde er aufgrund eines Mangels an Beweisen freigesprochen.

Jeezy bestritt jegliche Beteiligung an dem Überfall. Das hielt Gucci jedoch nicht davon ab, sich in Songs über den Mord an Jeezys Homie lustig zu machen.

"Go dig your partner up, n*gga, bet he can't say shit" (Gucci Mane auf "Truth")

Der Beef zwischen den beiden ging noch Jahre weiter, immer mal wieder wurde sich kurzzeitig vertragen, nur um dann wieder aufeinander loszugehen. Dabei kam es zu mehreren Schlägereien, bei denen weitere Rap-Künstler beteiligt waren, wie DJ Drama und Waka Flocka Flame.

Mittlerweile sind beide jedoch älter geworden und gerade Gucci hat sich das Image aufgebaut, nach seinem letzten Gefängnisaufenthalt ein geläuterter Mensch zu sein. Möglicherweise ist es nun wirklich an der Zeit, diesen Beef ein für alle Mal beiseitezulegen.

Auch wenn Gucci erst kürzlich über ein Meme zu seinem Mord an Pookie Loc lachte:

Gucci Mane feiert Meme über seine tödlichen Schüsse auf Jeezy-Homie


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