Was Capital Bras Universal-Deal als Joker Bra bedeuten könnte

Capital Bra steht offiziell vielleicht noch bei Bushido unter Vertrag. Aber das hält Capital Bra ganz offensichtlich nicht davon ab, als Joker Bra je nach Lust und Laune Musik zu veröffentlichen. Jetzt hat der Rapper für sein Künstler-Alter Ego anscheinend einen Deal mit Universal Urban abgeschlossen.

Capital Bra schließt Deal mit Universal Urban ab

Capital Bra steht eigentlich schon seit Dezember 2018 bei Universal beziehungsweise deren Sublabel Urban unter Vertrag.

Offenbar handelt es sich dabei um einen reinen Vertriebsdeal, der der Zusammenarbeit mit Bushidos Label nicht in die Quere kommt.

Jetzt stößt wohl auch noch Joker Bra dazu. Capital Bra signt für seine zweite Rapper-Persona ebenfalls bei Universal Urban.

Das hat der Rapper in seiner Insta Story bekannt gegeben: Er bedankt sich für den Support und zeigt sich mit dem "General Manager von Universal", wie Capital Bra sagt. Genauer handelt es sich dabei um Neffi Temur, seines Zeichens Senior Director A&R und Marketing bei Universal Urban.

"Joker Bra hat jetzt seinen eigenen Deal unterschrieben!"

Neuer Deal: Capital Bra bindet sich an Universal

Capital Bra sieht seine Zukunft bei Universal. Das hat die Plattenfirma jetzt bekanntgegeben. Der Deal sei bereits im Dezember 2018 besiegelt worden.Demnach wird Capital Bra von Universals Sublabel Urban unterstützt. Frank Briegemann, Europachef des Majorlabels, beschreibt die Kooperation laut MusikWoche wie folgt:

Teuer Teuer! Für über 5 Mio. Euro?

Angeblich hat Capi für eine mehr als stolze Summe gesignt: Falls Peter Rossberg und Axel Lier in ihrem Podcast Recht haben sollten, ging es dabei um mehr als 5 Millionen Euro.

Allerdings ist deren Podcast mit Vorsicht zu genießen: Vor gar nicht allzu langer Zeit hat Peter Rossberg noch das Gegenteil behauptet.

Ende Januar hieß es dort, für Capital Bra könne es "sehr sehr schwierig werden", "in naher Zukunft ein Vertragsverhältnis zu schaffen, das es ihm erlauben wird, überhaupt Musik zu veröffentlichen".

Aktuell sieht es aber ganz danach aus, als habe sich diese Vorhersage nicht bewahrheitet. Im Gegenteil.

"Bushidos Pressesprecher": Fler widerspricht Darstellung der Bild

Gestern Abend hat die Bild einen Podcast veröffentlicht, in dem es um die neuesten Entwicklungen rund um Bushido, EGJ und Capital Bra geht. Im Laufe des knapp 30-minütigen Gesprächs packen Peter Rossberg und Axel Lier vermeintliches Insiderwissen aus und versuchen die Hintergründe der komplizierten Situation aufzudröseln.

Wie geht es jetzt mit Capital Bra und Bushido weiter?

Es bleibt unklar, welche Verpflichtungen Capital Bra aktuell noch gegenüber Bushido hat. Vertrieb und Marketing für Capital Bra sollen sowieso schon über Universal Urban gelaufen sein.

Auch mit den Markenrechten am Künstlernamen Capital Bra gibt es Unklarheiten. Anfang des Jahres sah es noch so aus, als habe Bushido lediglich die Markenrechte an Capital Bra im Hinblick auf Tabakwaren und ähnliche Produkte.

Stattdessen war Arafat Abou-Chaker als Inhaber der Marke aufgeführt, allerdings in falscher Schreibweise mit kleinem "b".

Mittlerweile finden sich in der Datenbank des Deutschen Patent- und Markenamtes zu Capital Bra sehr viel mehr Einträge.

Unter anderem läuft momentan wohl ein Widerspruchsverfahren gegen Bushidos Markenrecht-Eintrag. Arafat Abou-Chaker scheint auch die Rechte am Streaming der Musik zu besitzen, mittlerweile zudem von Capital Bra mit einem großen "B".

Arafat Abou-Chaker hat Markenrechte an Shindy und Samra - bald auch an Bushido und Capital Bra?

Die geschäftliche Situation von Shindy ist in der Öffentlichkeit nach wie vor ungeklärt. Etwas Licht ins Dunkel bringt ein Blick in das Markenregister des Deutschen Patent- und Markenamts, dass einige interessante Aspekte rund um die Lage von Shindy, Bushido, Arafat Abou-Chaker sowie weiteren (Ex-)EGJ-Künstlern bereithält.

Capital Bra könnte in Zukunft vollständig auf Joker Bra setzen

Joker Bra existiert nun also nicht nur auf YouTube – und seit Kurzem bei Spotify – als eigenständiger Künstler, sondern hat jetzt auch noch seinen eigenen Deal mit Universal Urban.

Was genau der Deal umfasst und was das insgesamt bedeutet, lässt sich derzeit nur mutmaßen.

Allerdings besteht die Möglichkeit, dass Capital Bra nach dem "CB6"-Album einfach nur noch als Joker Bra Musik veröffentlicht.

Das wäre zumindest wohl ein relativ simpler Weg, um sämtliche Probleme, die es sonst mit Bushido oder den Markenrechten geben könnte, auf einen Schlag aus dem Weg zu räumen.

Was glaubst du, wie es weitergeht?

Deutschrap-Treffen in Berlin: Was planen Farid Bang, Capital Bra, Samra, Luciano & Co?

In den USA sind Superstar-Kollabos über alle Label- und Campgrenzen hinweg schon lange der Standard (Shoutout an DJ Khaled). Ein Treffen in Berlin demonstriert nun, dass auch die Deutsche Szene in den letzten Jahren deutlich offener geworden ist.

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Bushidos "Leben und Tod des Kenneth Glöckler": 5 Lines, die heute ganz anders klingen

Bushidos "Leben und Tod des Kenneth Glöckler": 5 Lines, die heute ganz anders klingen

Von Paul Kruppa am 22.11.2020 - 16:14

Wer, wenn nicht Bushido weiß: "Zeiten ändern dich" – und so wirkt der vermeintliche Realtalk auf früheren Disstracks einige Jahre später gar nicht mehr so real. Mit "Leben und Tod des Kenneth Glöckler" zog Bushido 2013 gefühlt die komplette Szene auf seine Seite. Zu hart und zu brachial ging Bushido mit Kay und seinem Abgang aus Berlin ins Gericht. Den Einfluss von Arafat Abou-Chaker hob Bushido damals noch lobend hervor. Er sei eine Art "Vater" für Kay One gewesen.

Ziemlich genau sieben Jahre später treffen sich Bushido und Arafat Abou-Chaker regelmäßig vor einem Richter. Nur sehr hartgesottene Sonny Black-Jünger dürften weiterhin bedenkenlos hinter der legendären "Ehrenmann"-Line stehen, mit der Bushido seinen Kay-Diss beendete. Auch an einer Reihe anderer Aussagen hat der Zahn der Zeit genagt.

Das Leben mit LKA-Beamten

"Früher war es 'F*ck die Polizei' oder Louis V / Heute sind es LKA-Beamte und Security"

2013 tat Bushido einiges dafür, Kay Ones Widersprüche aufzuzeigen. So lässt sich Kay One auf einem Track wie "Bis die Polizei kommt" (2010 von den Ordnungshüter*innen nicht wirklich irritierten – selbst auf der Polizeistation will er durchziehen und sagt: "Wir saufen weiter". Nach dem Bruch mit ersguterjunge nahm Kay jedoch Polizeischutz in Anspruch. Auch beim Dreh zu "Deutschland sucht den Superstar" wurde er damals von Personenschützern des Landeskriminalamtes begleitet, wie der Tagesspiegel berichtete.

Spätestens seit Bushido als Nebenkläger vorm Berliner Landgericht aussagt, ist gut dokumentiert, dass auch der 42-jährige Rapstar öffentliche Termine nicht mehr alleine wahrnehmen kann. Im Gerichtssaal sind Beamte anwesend, die für seine Sicherheit sorgen sollen. Dieser Personenschutz ist inzwischen derart zur Routine geworden, dass Bushido laut Spiegel vor Gericht lachen muss, wenn er rückblickend davon erzählt, dass Arafat Abou-Chaker ihn einst vor dem LKA beschützen sollte.

Der angebliche Sklave

"Ich bin angeblich Sklave der Familie Abou-Chaker / Schäm dich – Arafat war so was wie dein Vater"

Kay One hatte seinerzeit in Interviews mehrfach dargelegt, dass Bushido von Arafat Abou-Chaker wie ein Sklave oder Schoßhündchen behandelt worden sei. Für solche Äußerungen sollte Kay sich nach dem Geschmack von Bushido ausdrücklich schämen. Er forderte stattdessen Respekt für Arafat Abou-Chaker ein.

Inzwischen hat sich die Situation vollends ins Gegenteil verkehrt. Bushido beschreibt vor Gericht umfangreich, wie sehr Arafat Abou-Chaker von ihm finanziell profitiert habe. Er schildert ein Abhängigkeitsverhältnis und zieht als Vergleich eine "Zwangsheirat" heran. Schon 2018 auf dem Track "Mephisto" vermittelte Bushido den Eindruck, dass Kay mit seiner damaligen Einschätzung nicht so weit daneben gelegen haben könnte. Unter anderem ist dort von einem "Teufel und Diktator" die Rede, der "keinen Einwand" akzeptieren würde.

Bushido - Mephisto [Video]

Hund oder einer von uns?

"Er sagte nur: 'Der Junge ist jetzt einer von uns.' / 'Und einen von uns behandelt keiner wie 'nen Hund.' – yeah"

Um zu untermauen, wie sehr sich Arafat Abou-Chaker im Berliner Umfeld für Kay One eingesetzt habe, kramte Bushido auf "Leben und Tod des Kenneth Glöckler" eine kurze Anekdote hervor. Sein ehemaliger Geschäftspartner soll mit einer Ansage dafür gesorgt haben, dass sich keiner mehr über Kay lustig macht. Wer als Teil des EGJ-Teams gilt, werde respektiert und geachtet.

Schenkt man Bushidos Aussagen in einem Stern-Interview von vor zwei Jahren glauben, ließ Arafat Abou-Chaker ausgerechnet seinen Geschäftspartner Bushido jedoch sehr wohl spüren, wenn er mit Entscheidungen nicht einverstanden war. Dieser sei damals zu seiner Ehefrau zurückgekehrt. Laut Bushido beleidigte ihn Arafat daraufhin: "Er nannte mich einen Hund".

Schwindende Freiheit

"Wenn ich will, geh' ich spazieren am Alexanderplatz / Eine Freiheit, die du als ein Informant nicht hast"

In "LuTdKG" schaute Bushido auch auf die möglichen Konsequenzen, die Kay Ones Verhalten im Alltag mit sich bringen könnte. So sei ein einfacher Spaziergang nicht mehr drin. Schließlich habe Kay mit der Polizei zusammengearbeitet. Als Informant sei die Freiheit eingeschränkt.

In diesem Jahr agiert Bushido selbst wie eine Art Kronzeuge. Er sagte bereits an etlichen Prozesstagen gegen Mitglieder der Familie Abou-Chaker aus – zusätzliche Gerichtstermine werden folgen. Vom einstigen Gangstermythos ist nichts mehr übrig. Dass sich Bushido im Herbst 2020 allein und ohne Weiteres über den Alexanderplatz bewegen kann, ist ziemlich schwer vorstellbar.

Der "31er" kommt ins Spiel

"31er, hör zu, eine Line macht dich nicht cool / Deine Techno-Junkie-Fans seh'n so scheiße aus wie du"

Bushido trat mit seinem Kay One-Diss wohl das gesamte 31er-Ding los. Die Bezeichnung "31er" ist seither gleichbedeutend mit Verräter*in. Dabei geht es in dem entsprechenden Paragraphen eigentlich um die Möglichkeit von Strafminderung, insofern gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen wurde. Und das eint Bushido und Kay One: Es ist nicht bekannt, dass sie wegen solcher Delikte je strafrechtlich aufgefallen wären. Das juckt jedoch kaum jemanden und so begegnen wir einem "31er" immer wieder in Deutschraptracks.

Der sogenannte "Judas-Paragraf" flog Bushido im Januar 2019 musikalisch um die Ohren. Capital Bra und Samra machten mit "F*ck 31er" deutlich, dass sie sich nicht mehr als Teil des EGJ-Camps begreifen und Kooperationen mit der Polizei ablehnen. Das Blatt hat sich gewendet. Was Bushido einst an Kay One verachtete, wirft die Szene ihm nun vor.

Joker Bra ft. Samra - fick 31er [Video]


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