Diese Woche haben vor allem Samra und Capital Bra mit ihrer Promophase und der Ankündigung von "Berlin Lebt 3" die deutschen Hiphop-Medien geprägt. Letzterer hat das Geschehene ebenfalls zum Anlass genommen, um sich mit dem Spiegel für ein großes Interview zu treffen. Dort spricht Capital Bra vor allem über seine immer noch anhaltende Drogensucht – trotz mehrerer Versuche, clean zu werden. Gerade von Kokain und Tilidin würde der 31-Jährige nicht wegkommen.
Capital Bra über seine Drogensucht: "Mit elf habe ich das erste Mal geraucht, gezogen, gekifft"
In dem Gespräch mit dem Spiegel erklärt Capi, dass er seit seinem elften Lebensjahr Srogen konsumieren würde. Noch nicht mal im Teenageralter angekommen habe der Rapper schon "das erste Mal geraucht, gezogen, gekifft, erste Mal Sex gehabt." Wenig später sei Capital Bra in ein Jugendheim gekommen. Dort habe sich sein Konsum jedoch nur noch weiter verschlimmert. Er habe sich dem Schmerzmittel Tilidin zugewandt, weil das damals "die billigste Droge" gewesen sei. Allerdings sei Capi dadurch schnell abhängig geworden, denn das Opioid birgt durch die schnelle Toleranzentwicklung ein hohes Suchtpotenzial.
Auch kurz vor Beginn des Spiegel-Interviews habe er Tilidin genommen – mittlerweile bekommt Capital Bra das Schmerzmittel auf Rezept. Ohne das Medikament könne er "sonst gar nicht hier sitzen", da er an Schmerzen und Panikattacken leide. Aber auch Capital habe mittlerweile eine hohe Toleranz gegenüber Tilidin entwickelt, weswegen er gleichzeitig das Gegenmittel Naloxon nehmen muss, um keine Überdosis zu erleiden. High würde er durch Tilidin deswegen auch nicht mehr werden, da es in Kombination mit Naloxon "nicht richtig berauschend" wirke. Trotzdem sei vor allem Tilidin die Droge, von der Capital Bra bislang nicht wegkomme:
"Auf Gras kann ich verzichten, auf Koks, auf was auch immer, aber auf diese zwei Dinge, Tilidin und Naloxon, kann ich nicht verzichten. Warum soll ich mit Schmerz- und Panikattacken leben, wenn es dagegen Mittel gibt? Hauptsache, ich bin nicht berauscht."
Capital Bra: "Ich möchte clean werden und für meine Kinder da sein können"
Auf den Einwurf der Interviewerin, dass die Schmerzen und Panikattacken ja auch Entzugserscheinungen seien, antwortet Capi, dass er mittlerweile schon "zehn, zwanzig" Entzugsversuche hinter sich hat – bislang erfolglos. In Dubai habe er "ein Jahr lang" ohne Substanzen gelebt, dann aber so starke Schmerzen gehabt, dass er sich gedacht habe: "Ich kann mein Leben nicht so leben".
Anders, als viele Fans und Deutschrap-Interessierte denken würden, mache Capital nicht "nur Party", sondern nehme hauptsächlich Drogen, wenn er arbeitet oder emotional "aus der Bahn" geworfen werde. Dadurch nehme seine Sucht aber auch massiven Einfluss auf sein Privatleben, was Capital Bra am meisten schmerze. Der berüchtigte Live-Absturz im April sei beispielsweise aus einem Streit mit seiner Mutter hervorgegangen. Seiner Frau sei er im Rausch schon mehrere Male fremdgegangen. Und seine fünf Kinder kann Capital Bra aus Scham nicht sehen oder mit ihnen sprechen, wenn er sich im Rausch befindet. Als Familienvater wolle er nicht "auf Drogen nach Hause gehen" und sich so seinen Kindern präsentieren. Deswegen verschanze er sich teilweise in Hotels "bis die Kinder schlafen", um danach seinen Rausch auszukurieren. Das alles habe Capi irgendwann "kaputt gemacht":
"Ich liebe [meine Frau], und es ist schlimm für mich, dass ich sie schon so lange und immer wieder enttäusche. Dass ich meine ganze Familie wegen der Drogen immer wieder enttäusche [...] Ich will meine Familie nicht verlieren oder meine Freunde oder generell mein Umfeld. Ich möchte irgendwann nicht mehr irgendwo einen Entzug machen müssen. Ich möchte clean werden und für meine Kinder da sein können."
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