Bushwick Bill von den Geto Boys ist tot: Die Rapwelt verneigt sich

Bushwick Bill, Mitglied der legendären Formation Geto Boys, hat am Sonntag im Alter von 52 Jahren den Kampf mit dem Bauchspeicheldrüsenkrebs verloren. Dies bestätigte sein Sprecher gegenüber verschiedenen amerikanischen Medien.

Bushwick Bill als Pionier des Horrorcore- und Südstaatenraps

In einem Statement, das dem Rolling Stone vorliegt, heißt es, dass Bushwick Bill im Kreise seiner Angehörigen verstorben sei. Vor der offiziellen Bestätigung des Todes von Bushwick Bill kursierten bereits dahingehende Meldungen, die jedoch zunächst nicht den Tatsachen entsprachen.

Die Geto Boys legten Ende der Achtziger den Grundstein für das Horrorcore-Genre und beeinflussten den Sound im Süden der USA. In ihren Songs übertrat die Gruppe bis dato geltende thematische Grenzen. Die drastischen Lyrics der Geto Boys behandelten beispielsweise Themen wie Mord, Geisteskrankheit oder Nekrophilie. Sie verarbeiteten so auf künstlerische Art und Weise das Leben der schwarzen Bevölkerung im texanischen Houston. Der größte Hit der Gruppe war der Track "Mind Playing Tricks On Me" aus dem Jahr 1991.

Im gleichen Jahr erlangte Bushwick Bill auch dadurch einiges an Aufmerksamkeit, dass er sich betrunken ins Gesicht schoss. Dabei verlor er ein Auge. Diese Episode seines Lebens verarbeitete der kleinwüchsige Rapper auf dem Track "Ever So Clear" seines Soloalbums "Little Big Man". Dort rappte er:

"And I'm glad that I'm here, gee / But it's f*cked up I had to lose an eye to see sh*t clearly"

Die erfolgreichsten Alben der Geto Boys stammen aus den Neunzigern. "We Can't Be Stopped", "Till Death Do US Part" und "The Resurrection" erreichten in Amerika Platin- und Goldauszeichnungen. Anfang 2019 ereilte Bushwick Bill die verhängnisvolle Krebs-Diagnose. Laut Rolling Stone hatte Bushwick Bill noch vor, eine Solo-Tour mit dem Titel "Phuck Cancer" zu spielen.

Snoop Dogg, Kool Savas, MC Bogy & mehr verabschieden sich von Bushwick Bill

Die Rapwelt reagiert bestürzt auf den Tod von Bushwick Bill. Viele Künstler teilen auf Social Media ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Horrorcore-Pionier. Kool Savas etwa schreibt auf Instagram:

"Er war ein Lehrer und eine Inspiration für mich und sicherlich viele anderen Mcees weil sein Style immer einzigartig und besonders klang." [sic]

Zahlreiche weitere Rapper und Szenevertreter äußern sich ähnlich emotional:

casper xoxo. on Twitter

rip bushwick bill. südstaaten legende und riesiger teil meiner jugend mit den geto boys.

juicy j on Twitter

R.I.P. the Legend Bushwick Bill prayers up for his family

Cypress Hill ™ on Twitter

The family of Bushwick Bill has now confirmed that the Geto Boy has passed away. Rest In Peace

Crime Rhyme Houdini on Twitter

Then I felt just like a fiend.. Damn. RIP Bushwick Bill, and thank you. Love.

Charlamagne Tha God on Twitter

RIP Bushwick Bill. Geto Boys 4 Life!!!! https://t.co/LzHMbvPro3

Killer Mike on Twitter

RIP #BushwickBill love and respect always. #GetoBoy4L https://t.co/MAnJFeDwps

Bun B on Twitter

April 7. The last time I saw him. He was, is and will always be a legend. God bless his soul and his family. There will never be another. RIP Bushwick Bill. Geto Boys. https://t.co/KUfgxHSAQa

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Dr. Dre, Kanye West & Snoop Dogg machen gemeinsame Sache

Dr. Dre, Kanye West & Snoop Dogg machen gemeinsame Sache

Von HHRedaktion am 27.06.2020 - 14:02

Den gestrigen Freitag hat Kanye West mit ein paar Tweets kurzerhand zum #WestDayEver gemacht. Neben einer Koop von Yeezy und GAP kündigte er noch etliche weitere Projekte an – unter anderem die Dr. Dre Version seines letzten Albums "Jesus Is King".

Ein weitere Tweet legt nahe, dass sie an mindestens zwei gemeinsamen Projekten arbeiten, von denen eins offenbar schon fertig ist:

Dr. Dre arbeitet wohl mit Kanye an neuem Album

Nun kann man die beiden bei der gemeinsamen Arbeit sehen. Snoop Dogg meldet sich aus der Bedeckung im Studio, während man Dre und Kanye wohl eher scherzhaft über das Cover des gemeinsamen Projekts sprechen hört. Mit ihnen im Studio sind noch viele weitere Leute, die Stimmung scheint locker.

Was genau es mit der Dr. Dre Version von "Jesus Is King" auf sich hat, hat bislang niemand verraten. Zusätzliche Features? Eine hiphop-lastigere Produktion? Ein neues Album, mit "Jesus Is King" als Vorlage? So oder so dürften nicht nur Dre-Fans gespannt auf das Projekt sein, auch wenn Infos eigentlich nicht vorhanden sind.

Aber immerhin das: "Kanye West got some hot sh*t", verspricht Snoop. Vor gar nicht allzu langer Zeit wären diese Aussage und dieser Clip noch ziemlich unrealistisch gewesen. Mit seinem Support für Trump und der bescheuerten Slavery-was-a-choice-Geschichte hatte Ye sich auch bei Snoop einige Sympathien verspielt.

Mittlerweile kursieren Vermutungen, der Support für den vielleicht ungeeignetsten US-Präsidenten aller Zeiten könnte nur gespielt gewesen sein. Kanye habe guten Kontakt aufbauen wollen, um Einfluss zu nehmen – etwa auf Entscheidungen über zu Unrecht verurteilte Gefängnisinsassen. Kanyes Spenden für die Familien von George Floyd, Breonna Taylor und Ahmaud Arbery sowie die generelle Unterstützung der BLM-Bewegung passen nicht in das Bild eine Trump-Supporters. Laut Kindheitsfreund GLC soll er alle seine MAGA-Caps weggeschmissen haben. Allerdings ist Herr West auch nicht unbedingt ein leuchtendes Beispiel für kohärentes Handeln, was ihn so unberechenbar macht.

Kanye West als Doppel-Agent: War der Trump-Support nur inszeniert?

"Gerührt und nicht ge-070 Shake-t": In feinster James Bond-Manier soll sich Kanye West ins Weiße Haus und Donald Trumps Herz gemogelt haben.

Dass er, Snoop und Dre gemeinsam im Studio arbeiten, kann man neben der musikalischen Ebene also auch sonst als positives Signal deuten, wenn man so will. Vielleicht bringt die Präsidentschaftswahl 2020 ja neue, erfreuliche Erkenntnisse über die Wirrungen des Kanye West.


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