Bushido räumt Gewalt in der Ehe ein & korrigiert Biografie

Zeiten ändern scheinbar nicht nur dich, sondern auch die Perspektive: Bushidos 2008 veröffentlichte Biografie "Bushido" besteht offenbar zu großen Teilen aus erfundenen Geschichten. Das ergab nun eine weitere Befragung des Berliner Rappers im Prozess gegen Arafat Abou-Chaker. Ebenso gestand Bushido, gegenüber seiner Frau in der Vergangenheit handgreiflich geworden zu sein.

Bushidos Biografie größtenteils herbeifantasiert

Wie steht es um die Glaubwürdigkeit des Zeugen Bushido? Das Gericht und die Verteidigung von Arafat Abou-Chaker konzentrierten sich am gestrigen Verhandlungstag vor allem auf diese Frage. So wurde Bushido laut Medienberichten immer wieder mit Passagen aus seiner Biografie konfrontiert. Die dort dargestellte brüderliche Beziehung zu Arafat Abou-Chaker, Prügelgeschichten aus der Zeit bei Aggro Berlin – Bushido räumte ein, dass sich vieles so gar nicht abgespielt habe.

Vielmehr sei es bei den Ausführungen im Buch um Marketing gegangen; um die Außendarstellung des Charakters Bushido. Jene Erzählungen hätten zum "Gangster-Image gepasst". Bushido sei eine bloße Kunstfigur. Der Film "Zeiten ändern dich" (2010) basiert auf diesen Schilderungen aus Bushidos Biografie.

Vor Gericht sitze jetzt aber die Privatperson Anis Ferchichi, die sich der Wahrheit verpflichtet sehe. In dieser Rolle soll der 41-Jährige mit zunehmender Erschöpfung auf die vielen vorgetragenen Widersprüche reagiert haben. Über sein wirkliches Verhältnis zu Arafat Abou-Chaker hätte er nie jemanden informieren können, da er "keine Freunde hatte". Die Geschäftsbeziehung verglich er an einem vorigen Verhandlungstag mit einer arrangierten Eheschließung.

"Das ist wie zwangsverheiratet. Bis 2017 lehnte ich mich nicht auf, weil ich wusste, ich komme da nicht raus."

In einem Statement für RTL nennt Arafat Abou-Chaker die gesamte Zeugenaussage eine "Bushido-Show".

Bushido gibt zu, seine Frau geschlagen zu haben

Die Befragung von Bushido führte auch auf eine andere private Ebene und brachte Überraschendes zu Tage. So sagte Bushido aus, dass er bereits vor seiner jetzigen Ehe verheiratet gewesen sei – allerdings nur zum Schein.

Die Verteidigung erkundigte sich daraufhin nach einer Situation im Jahr 2014. Hier ist der zwischenzeitliche Auszug von Anna-Maria Ferchichi mit den gemeinsamen Kindern in Begleitung der Polizei dokumentiert. Diesem Szenario sei laut Bushido ein "Streit mit einem unschönen Ende" vorausgegangen. Ein Verteidiger hakte explizit nach, ob Bushido seine Frau damals geschlagen habe. Die Antwort: "Ja". Für eine Gerichts-Reporterin von RTL wirkt diese Aussage "erstmalig authentisch".

Als es 2017 erneut zu einem Streit unter den Eheleuten Ferchichi kam, habe Bushido den Entschluss gefasst "seine Frau nicht mehr im Stich zu lassen". Sie sei es letztendlich gewesen, die ihm den innerlichen Anstoß für die Auflösung der Geschäftsbeziehung mit Arafat Abou-Chaker gegeben habe.

"Meine Frau ist der Grund, warum ich irgendwann meinen scheiß Mut zusammengenommen habe."

Am kommenden Montag soll die Befragung von Bushido fortgesetzt werden. Mehr zum Prozess:

Bushido vs. Arafat Abou-Chaker: Zeugenaussagen von Shindy, Kollegah, Farid Bang & mehr kündigen sich an

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Bushido über den Deal mit Arafat Abou-Chaker: "30 Prozent von allem"

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Kommentare

:-) o.k. in dem Zusammenhang könnte man sich fragen, ob der Wunsch nicht der Vater des Gedanken sein könnte, verletztes Ehrgefühl, wie kann man das alles noch verstehen, ob Anna-Maria was von Arafat wollte aber der nichts von ihr :-) die chat Verläufe und der Bushido Prozess (40) "Arafat war mein Mann", der Prozess ist nicht in Werder Bremen, es wird immer spannender

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Mann beschuldigt R. Kelly vor Gericht des Missbrauchs

Mann beschuldigt R. Kelly vor Gericht des Missbrauchs

Von Michael Rubach am 01.09.2021 - 10:40

Triggerwarnung: Der folgende Artikel beschäftigt sich mit sexualisierten Gewalthandlungen.

Der Missbrauchs-Prozess gegen R. Kelly ist vor knapp zwei Wochen angelaufen. Erstmals ist dabei nun ein Mann in den Zeugenstand getreten. Er gab vor einem New Yorker Gericht an, von dem US-Star im Alter von 17 Jahren missbraucht worden zu sein. Diese Anschuldigungen wurden bereits vor Prozessbeginn erhoben.

Zeuge belastet R. Kelly schwer

Wie der Insider berichtet, beschreibt der Zeuge, der in der Öffentlichkeit unter dem Pseudonym Louis auftritt, sein Kennenlernen mit R. Kelly im Jahr 2006 folgendermaßen: Sein Arbeitsplatz sei ein McDonald's in Chicago gewesen. Dort habe der US-Star ihm seine Telefonnummer zugesteckt und ihn später zu einem privaten Treffen in sein Studio eingeladen. Louis habe sich als aufstrebender RnB-Artist Tipps für eine eigene Karriere in der Musikbranche erhofft. Es soll bei der Hoffnung geblieben sein.

R. Kelly habe sich nicht mit den Songs von Louis beschäftigt, sondern stattdessen die Frage aufgeworfen, was er bereit sei, für die Musik zu tun. Mehr und mehr soll R. Kelly das Gespräch auf sexuelle Fantasien gelenkt haben. Schließlich sei der damalige Highschool-Schüler von R. Kelly missbraucht worden. Louis habe klar zu verstehen gegeben, dass der RnB-Sänger aufhören soll.

Der US-Sänger habe ihn angewiesen, das Geschehene für sich zu behalten. "Wir sind jetzt Brüder", sei eine Ansage gewesen. Louis habe weiterhin darauf gesetzt, dass seine Karriere in Schwung kommt und den Kontakt zu R. Kelly aufrechterhalten. Laut Zeugenaussage seien weitere sexuelle Handlungen mit der Kamera festgehalten worden.

Louis war als  Zeuge der Staatsanwaltschaft vor Gericht. In der Anklageschrift taucht er nicht unter den mutmaßlich betroffenen Personen auf. Eine andere Zeugin habe laut New York Times ausgesagt, dass sie als 17-Jährige von R. Kelly nach einem Konzert im Backstagebereich vergewaltigt worden sei.

R. Kelly hat seit seiner Festnahme (2019) sämtliche Vorwürfe bestritten. Ihm werden in dem aktuellen Verfahren unter anderem die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger, Entführung und Bestechung zur Last gelegt. Ihm könnte eine lebenslange Gefängnisstrafe drohen.


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